Decapitated Christ – Arcane Impurity Ceremonies


Decapitated Christ - Arcane Impurity CeremoniesBereits seit knapp 10 Jahren sind DECAPITATED CHRIST aus Barcelona dabei. Nun wird ihr viertes Full-Length bei dem deutschen Label für qualitativen Death Metal veröffentlicht; am 4.4.2014 kommt „Arcane Impurity Ceremonies“ über FDA Records.

Doch ich muss gestehen: Es ist nicht alles Gold was glänzt und somit werden die Barcelonen den Erwartungen nicht vollends gerecht. Natürlich tönt das Album solide aus den Boxen, mitunter auch durch die kraftvolle Produktion von Javi Bastard, den man von seiner Band Graveyard (den guten aus Spanien) kennen sollte. Auch das Artwork mit dem heidnischen Schamanen und seiner Kreatur aus einer anderen Dimension ist ziemlich schnieke. Doch von den neun Songs überzeugt irgendwie nur die Hälfte…

Vielleicht liegt es daran, dass die Songs nicht direkt auf den Punkt kommen. Mit Spieldauern von prinzipiell mehr als vier Minuten, wirken manche Lieder schlicht etwas zu langatmig und wiederholen sich. Dazu kommen gelegentlich abrupte Wechsel, die den Songfluss nicht sonderlich stimmig machen. Das ist aber nicht das vordergründige Problem. Vielmehr leidet „Arcane Impurity Ceremonies“ an den Riffs, die nur selten sonderlich eingängig oder originell sind. Im Gegenteil, wenn die Gitarren reduzierter und rhythmus-orientierter arbeiten, wirken sie gar gesichtslos und langweilig. Dazu kommt recht gleichförmiger Gesang, der nicht sonderlich auffällt. Die etwas übertriebene Arbeit mit Intro-Samples stört mich persönlich auch etwas im Hörfluss, besonders das ausgelutschte „when there is no more room in hell…“ wurde schon zu häufig verbraten und hat mittlerweile null Effekt mehr.

Doch dies ist nur die eine Seite des Albums! Im Kontrast zu diesen eher durchschnittlichen und nicht sonderlich hervorstechenden Aspekten, tummeln sich gleichermaßen richtig gute Lieder auf der Scheibe. Allen voran das wohl ungewöhnlichste Stück im Kontext, die überdeutliche Hommage an Bolt Thrower (die im Booklet auch als solche gekennzeichnet ist), „When War Brings Glory (Cenotaph 666)„. Catchy Refrain, coole Riffs, mörder Groove. Ein hammer Song!
Human-Eating Herd Of The Damned“ klingt erhaben und einen leichten Behemoth-Touch. Im Verlauf entfaltet der Song eine richtig coole Atmosphäre mit coolen Melodien und nimmt einen schön bösen Twist zum Schluss. Auch „Hexenhammer“ schwenkt in der Mitte um, arbeitet mit einem griffigen Riff und fetzigem Solo über dem D-Beat. In Atmosphäre und mit exotischen Harmonien ist auch „Sabbath Of The Blind Dead“ definitiv einer der besseren Momente von „Arcane Impurity Ceremonies„.

So hätten DECAPITATED CHRIST aus dem Album eine gute EP schnitzen können. Als vollständiges Langspielwerk hingegen, fehlt es häufig an dem gewissen Etwas, damit die Songs prägnanter werden, vollständig zünden, und somit ein qualitativ homogenes Gesamtbild hinterlassen.

http://soundcloud.com/fda-rekotz/decapitated-christ-human

Infos:
FDA Rekotz – 04.04.2014
CD – 9 Lieder / 39:10 Min.
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