The Bleeding – Rites Of Putrefaction

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The Bleeding - Rites Of PutrefactionBella Italia! Ein sträflich missachtetes Land für guten Death Metal. Dabei gibt es aus den unterschiedlichen Ausprägungen so viele spannende Bands, alleine im OSDM kommen mit Profanal, The Beyond, Eroded, Into Darkness oder Undead Creep. Doch auch frische Ideen von Nero Di Marte (ex-Murder Therapy) oder Viscera/// sprechen eine deutliche Sprache! Vielleicht kann sich der Stiefel Europas in absehbarer Zeit auch so emanzipieren, wie es Frankreich mit seiner qualitativ hochwertigen Black Metal Szene geschafft hat? Es wäre zu hoffen!

Denn die Newcomer THE BLEEDING liefern mit ihrem Einstand „Rites Of Putrefaction“ abermals einen Beweis für gute Qualität made in Italy ab. Lass euch vom eher hässlichen Cover nicht abschrecken. Das erinnert mehr an den durchwachsenen Trash, den viele Bands hierzulande in den frühen 00er Jahren abgeliefert haben, unentschlossener Metal zwischen Death, Thrash und Sülze, gepackt auf billige CDrs, mit noch billigeren CGI-Bildchen aus dem heimischen Drucker. Ob dieses Debüt in Eigenproduktion eine ähnlich negative Aufmachung hat, kann ich gerade nicht sagen. Mir liegt mal wieder nur ein Download zum Besprechen vor. Doch gewiss ist: Das Cover ist billig, nichtssagend, hässlich.

Es wäre aber schade, wenn dieses Buch nach seinem Einband beurteilt würde! THE BLEEDING machen wesentlich unterhaltsamere Musik mit viel dreckigem Charme und ordentlich Groove! Dabei geht das Quintett erfrischend beherzt zur Sache, lassen unnötigen Firlefanz bei Seite und dreschen kompromisslos drauf los. Nicht stumpf, nicht plumpf, sondern geradlinig und direkt.

Am stärksten prägen der dreckige Groove und das humorlose Uptempo früher Cannibal CorpseRites Of Putrefaction„. Dazu kommen aber einige Harmonien, Leads und griffige Riffs, die mich gar an Avulsed erinnern. Spätestens die Vocals pendeln zwischen Barnes und Rotten, sind tiefes Geröchel und machen in ihrer stumpfen Eindimensionalität mächtig Spaß.

Trotz Spielzeiten von dreieinhalb bis fünf Minuten, bringen THE BLEEDING eigentlich immer genug Abwechslung in ihre Songs. Wo die Riffs bewusst auf den Punkt kommen, sind die Tempo-Wechsel immer erfrischend, die Grooves variationsreich genug. Dazu hier und dort schon mal etwas verspieltere Instrumental-Passagen, vertrakte Rhythmen oder Soli. In „Under The Black Star“ sogar ein psychedelischer Autopsy-Gedenk-Moment. Dabei schwächelt lediglich „No Dawn“ etwas im Gesamtbild. Die restlichen Songs sind durchgehend gute Unterhaltung, locker aus der Hüfte geschossen, mitreißend und voller Herzblut.

Lediglich an das Soundbild muss man sich etwas gewöhnen. Das klingt etwas überladen, wenig differenziert. Und der Gitarrensound ist zwar derbe brachial, stammt aber scheinbar aus der Hässlichkeit einer digitalen Verzerrung. Gewöhnt man sich nach ein paar Minuten zwar dran, dochs hier steckt Potential zur Verbesserung.

Wie und wo und für wie viel man „Rites Of Putrefaction“ käuflich erwerben kann, weiß ich leider nicht. Da schweigt sich mein Download beharrlich aus. Dafür kann man auf Youtube und besonders Reverbnation in einige Songs reinhören. Das empfehle ich euch! Besonders „Rites Of Putrefaction“ oder „The Hunt“ laden zu großem Boogie Woogie ein!

Infos:
Eigenproduktion – 2013
CD – 6 Lieder / 25:02 Min.
https://www.facebook.com/pages/The-Bleeding/123552454397487
http://www.reverbnation.com/thebleedingofficialdeathmetal