Lvcifyre – Svn Eater

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Lvcifyre - Svn EaterDies ist er, der große Allvernichter. „Svn Eater“ verschlingt nicht nur den Fixstern unseres Sonnensystems, sondern damit auch alles Licht, alle Hoffnung, alles Positive dieser Welt. Es stürzt uns in Finsternis, albtraumhafte Obskurität! Dabei ist es gleichzeitig die Emanzipation von LVCIFYRE, die mit ihrem zweiten Album nun gänzlich einen eigenen Sound kreiert haben.

Gemessen an dem Vorgänger „The Calling Depth, könnten die Unterschiede nicht gravierender sein. Nur noch marginal klingen die Reminiszenzen an Morbid Angel durch. Vielleicht in „The Sinister Calling“ oder „Fyre Made Flesh„. Doch gerade letzter Song ist mit gewissen Parallelen zu Degial oder Necros Christos eh ein wenig ungewöhnlich im Gesamtbild. Mit dieser Form der Abnormität spielen die Briten gerne. Alleine der unglaublich fiese Opener „Night Seas Sorcery“ mag die meisten Leute verschrecken. Es sind fast 10 Minuten purer Nihilismus. Drones, wie sie Sunn O))) nicht dreckiger hätten machen können. Dazu fiese, nekrotische Schreie. Erst nach fünf Minuten bewegt sich der Song etwas weiter, mürbend, destruktiv, eine unheilvolle Walze der Zerstörung!

Zwischen diesen beiden extremen Konterpunkten, spielen LVCIFYRE mit monotenen Riffs, fast schon übertriebenem Minimalismus, maschinengleichen Blastbeats. Die Grundatmosphäre ist Portal nicht unähnlich. Dabei entwickeln die Songs teilweise eine majestätische Erhabenheit, die sadistische Haltung des cenobyten Pinheads über sein blutiges Werk des Wahnsinns. „Liber Lilith“ ist da das Paradebeispiel. Mit ein wenig Immolation-Attitüde, gar finster grausig.

In dieser fast atonalen Kakophonie ist „Svn Eater“ ein intensives, destruktives Album, das 90% aus dem Black und Death Metal Sektor wie Kindergeburtstag aussehen lässt. Behemoth besingen den „Antichrist„? Ach, geht kacken! LVCIFYRE gehen mit dem Belzebut jeden Abend Absinth saufen und wissen um die Welt nach der Apokalypse! LVCIFYRE sehen hinter die Wand des Schlafes, sind Pickmans Modell!

Doch nicht nur die Musik selber ist gefährlich, sondern sie ist eine Gefahr für sich selber. Hits und prägnante Momente gibt es in diesem infernalischen Wirbelsturm kaum. Im Gegenteil, die Zerstörung der Kunst und allen Seins hat zur Folge, dass die 50 Minuten den Hörer ein wenig zu sehr fordern, überfordern, überfahren. Lediglich der unglaublich grandiose Titeltrack ist ein Hit, steht erhaben über allen anderen Songs und lacht über die Szene mit ihren Plastik-Trinkhörnern und Pentragrammen aus dem EMP-Store. Was für erbärmliche Gestalten!

Wer sich nicht daran stört, dass „Svn Eater“ ansonsten wenig Potential bietet, um auf der nächsten Party Freunde zu finden, oder gar die Schnalle aus der Metal-Disse abzuschleppen, wer den Anblick aus dem Abgrund freudig entgegenblickt, der wird größte Freude an dem neuen Album von LVCIFYRE haben. Neben Abyssal, Portal und Grave Miasma steht hier großartige akustische Zerstörung bereit, die eure Tapeten schwarz anlaufen lässt, eure Träume infiltriert und euch zum Tanz mit dem Wahnsinn auffordert. Glaubt ihr nicht? Dann hört in den Stream auf Bandcamp rein. Gerade den verstörend langsamen Operner, gerade die wilden Rasereien aus „Calicem Obscurum“ oder „Liber Lilith„, vielleicht auch den eigenständigen Hit „Svn Eater„. Nehmt euch Zeit, genießt das Grauen dieses Albums. Etwas böseres muss 2014 erst mal folgen!

Infos:
Dark Descent Records – 2014
CD – 9 Lieder / 50:28 Min.
https://www.facebook.com/Lvcifyre
http://lvcifyre.bandcamp.com/
http://darkdescentrecords.bandcamp.com/
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