Demonic Rage – Venomous Wine From Putrid Bodies

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Demonic Rage - Venomous Wine From Putrid BodiesMit nicht ganz so neuen, aber stetig an Popularität gewinnenden Bands wie Unausprechlichen Kulten, Dominus Xul, Trimegisto, Melektaus, Magnanimus oder wiederentdeckten Klassikern wie Totten Korps (ihrerzeit auf Dave Rottens legendärem Repulse Records erschienen) gewinnt heuer die chilenische Death Metal Szene zunehmend an Bedeutung und Bekanntheit im internationalen Undergroundtreiben, und das gemessen am Dargebotenen völlig zu recht. Auch DEMONIC RAGE – ebenfalls schon recht lange aktiv – bilden hier keine Ausnahme.

Dieser Rezension liegt die pro-done Tapeveröffentlichung des aktuellen Albums „Venomous Wine From Putrid Bodies“ via dem britischen Label Eldritch Lunar Miasma zugrunde, welches den eigentlichen Achtracker erweitert um drei Bonustracks und inklusive eines gewebten Patches limitiert auf 150 Exemplare zu einem äußerst fanfreundlichen Kurs unter die Leute bringt. Iron Bonehead Productions, seither Supporter der südamerikanischen Szene, wird in absehbarer Zeit das Vinyl übernehmen. Eine CD gibt es zumindest in Übersee via Mushantufe Productions.

Dass DEMONIC RAGE keinen Funpunk spielen, dass sollte schon beim Betrachten des an Beherit erinnernden Artworks und des geschmackvollen Titels „Venomous Wine From Putrid Bodies“ eigentlich recht evident sein. Nein, die Chilenen widmen sich der dunkelsten aller todesmetallischen Künste. Mal rasend schnell, mal schleppend bis fies wetzend, niemals ein Extrem wirklich ausreizend und stets auf Atmosphäre bedacht, so erschallt dieser giftige Wein. DEMONIC RAGE sind tief im US Death Metal der frühen Neunziger verwurzelt, doch Incantation sind hier nur EIN Eckpunkt, denn die Chilenen gehen weit weniger stumpf und direkt vor wie der New Jersey Klassiker zu seinen frühen Zeiten. Immolation klingen ebenso heraus, nicht nur vokalakrobatisch, vor allem aber auch beim Gitarrenspiel bei derb-schleppenden Parts („Evoking The Pestilence“ – was ein massives Monster!), wie – natürlich! – uralte Morbid Angel oder die texanischen Heavyweights Imprecation. Dabei erzeugen gerade die gloomy-doomy Passagen eine Stimmung, die geradezu von einem der finnischen Klassiker stammen könnten.

DEMONIC RAGE muss man einfach attestieren, gut durchdachte Songs zu schreiben: Nix mit bestial oder chaotic, alles andere als stumpf, ohne auch nur eine Sekunde sich irgendeiner Strömung anzubiedern. Richtig guter, packender, tiefschwarzer Death Metal mit genug Köpfchen, aber auch dem richtigen Feeling für die passende Atmosphäre und mitreißende Arrangements wird hier dargeboten. Davon können sich viele Bands, gefeierte Newcomer wie auch gestandene, etwas erlahmte Gruppen eine ordentliche Scheibe abschneiden. Meine Empfehlung gilt daher eigentlich für jeden Death Metal Fan, vor allem aber auch jenen vor allem US-retrospektiv ausgerichteten Hörern, die so langsam mal die Schnauze voll haben von den ganzen neuerdings aufstrebenden Floridaklonen, egal wie gut die doch auch sein mögen. „Venomous Wine From Purtid Bodies“ jedenfalls darf sich im Nachhinein getrost zu den Undergroundhighlights des vergangenen Jahres von jenseits des großen Teiches zählen. Also: Reingehört!

Infos:
Eldritch Lunar Miasma Records (Tape + Patch) / Iron Bonehead Productions (Vinyl) / Mushantufe Productions (CD) – Herbst 2013 / Frühjahr 2014 (Vinyl)
CD/LP/Tape – 8 Tracks (Tape: 11 Tracks) / 31:50 min. (Tape: 45:31 min.)
https://www.facebook.com/pages/Demonic-Rage/166132640124492
http://eldritchlunarmiasma.com/
http://www.mushantufe.com/