Amon – Liar In Wait


Amon - Liar In WaitAuf das lächerlich kleinliche Dramen- und Namenhickhack nach dem Split (oder der Entlassung) der Hoffman Brüder von (aus) der Glen Benton Big Band möchte ich an dieser Stelle erst gar nicht eingehen. Zu müßig und schlicht zu doof ist mir das Altweibergewäsch diesbezüglich. Einzig zur Qualität des Deicide Outputs muss ich mich ganz knapp auslassen: das war nix, Jungs. Seit „Scars Of The Crucifix“ gab es, wie schon zuvor für zwei Alben lang, eher lauwarme Ware. Ausgenommen hier das jüngste Album der Teufelsbraten, „In The Minds Of Evil„, welches tatsächlich und völlig überraschend überzeugen kann… aber gut. Die Hoffman Bros. haben aus der Not bekanntlich eine Tugend gemacht und zumindest namentlich den Deicide Vorläufer wieder, ganz nach dem Vorbild des ollen Nazareners, auferstehen lassen: AMON. Und musikalisch?

Musikalisch gibt es das beste Deicide Album seit mindestens „Serpents Of The Light“ – jaaaajajajajaaaaaaaa, „Scars…“ und „In The Minds…“ sind super, aber… ABER: Auf „Liar In Wait“ bekommt der geneigte Deicide Fan genau das, und zwar genau so (!) schnörkellos und trocken dargeboten, was man eben nur von Deicide erwarten konnte respektive hätte erwarten können sollen. Nicht mehr, nicht weniger, nur nicht unter dem Deicide Banner. Und dabei, ganz nebenbei bemerkt, auch noch immer besser als die meisten Deicide Klone – Aeon und Defaced Creation mal ausgenommen.

Jawoll, man merkt überdeutlich, woher die Macher kommen: Hecktisches Riffen, mitunter melodische Soli, etwas mehr Blastbeatgerödel, aber natürlich auch massig die ach so typischen Hasenfickdrums und ein Chorknäblein, das Tante Glen in nichts nachsteht. Und auch wenn die Produktion bestens ist, auch hier hört man genau das, was zu erwarten war…. trocken und recht ungekünstelt, direkt. So weit, so gut. Gut, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Nachdem AMONLiar In Wait“ nun in Eigenregie in den USA auf CD veröffentlichten, schicken sich FDA an, das gute Stück heuer für den europäischen Markt auf Vinyl zu veröffentlichen: 100 irgendwie farbig, 400 klassisch, schlicht und schön in schwarz.

Ich habe das Endprodukt noch nicht in Händen halten dürfen, allerdings gehe ich erfahrungsgemäß davon aus, dass auch hier die labeltypischen Standards gehalten werden. Zumindest aber das finstere Coverart überzeugt mal wieder voll und ganz. Das passt dann auch insofern zum musikalischen Inhalt, denn Qualität bietet „Liar In Wait„: klassisch diabolischen Floridianischen Todesmörtel der ganz finster-bösen Sorte, gut geschrieben, perfekt gespielt und alles in allem einfach gekonnter als das heutige Quasi-Original. Deicide Fans müssen hier einfach zuschlagen.

http://soundcloud.com/fda-rekotz/amon-among-us

Infos:
FDA Rekotz – 31.01.2014
LP – 9 Lieder / 35:52 Min.
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