Supreme Carnage – Quartering The Doomed


Supreme Carnage - Quartering The DoomedSUPREME CARNAGE stehen auf Folterungen. Bereits das Cover von „Quartering The Doomed“ ziert ein Holzstich-ähnliches Motiv, wo ein armer Probant zur Belustigung der anwesenden Perückenträger ordentlich mit Messern, Lanze und Schraube gepiesackt wird. Entsprechend zieren auch weiterhin mittelalterliche Darstellungen dieses Prozesses das Booklet und illustrieren die passenden lyrischen Ergüsse zu dem Thema. Aber nicht ganz ohne Humor, denn kleine Sprechblasen verzieren die gefolterten Seelen und entlocken mitunter einer von Pestbeulen entstellten Person: „I like rats!“

Die Musik dieses Debütalbums ist jedoch weniger zum Spaßen aufgelegt. „Quartering The Doomed“ ist ernstzunehmender Death Metal. Aber mit einer Menge Groove und tanzbaren Uptempo-Passagen, die zumindest für Vergnügen im Moshpit sorgen. Ja, die Bühne ist wohl der richtige Austragungsort für SURPREME CARNAGE. Dort können die Münsteraner Folterknechte sicher am besten überzeugen. Die simplen und eingängigen Riffs sollten sofort den Haarzopf-Ventilator beim Publikum aktivieren, die eingängigen und überaus mitsingbaren Refrains zum mitgröhlen animieren. Dazu kommt besagter Groove, fetzige Uptempos und dick rollende Midtempo-Passagen. Tanzmusik für die Verdammten.

Zwar sind die Riffs simpel, aber keineswegs stumpf! Von der Machart erinnern mich viele Momente sehr an Bolt Thrower. Gerade „Cut The Head Off“ oder der dicke Panzer „Fried To Death„. An manchen stellen gibt es auch schwedisches Tremmolo, aber der aktuell gängige Dismember/Entombed-Ripp Off bleibt weitestgehend aus. Gerade, weil die Songs doch nicht monolitisch auf den skandinavischen Stil schielen, sondern eben ein gesundes Mischverhältnis mit britischer Note und ein wenig Six Feet Under Flair haben – zumindest mit deren guten Momenten.

Das große Geheimnis von „Quatering The Doomed“ ist aber das exzellente Songwriting! Die Lieder haben fantastische Einstiege und enden immer sehr originell. Zwei schwere Hürden, die viele Bands oft nicht meistern, sondern schlicht durch ambitionierte Energie wettmachen. SUPREME CHAOS setzt Riffs, Drum-Auftakte, dezente Effekte, wie den Crescendo-Flanger in „Fried To Death“ und bunte Samples rund um das Thema Leichenfledderei oder mittelalterliche Schlacht- und Folter-Szenarien sehr geschickt ein. In genanntem Frittier-Song wird auch mittendrin eine kurze Sequenz eingespielt, die das Lied schön bereichert.
Zwischen den guten Anfängen und Enden der einzelnen Tracks finden sich auch intelligente Steigerungen. Der schön fließende Wechsel zwischen Uptempo-Groove und Doublebass-Gewitter aus „The Thumbscrew“ ist noch das dezenteste Beispiel. Das Wechselspiel im Gesang, diverse Wiederholungen von Textstellen, oft unterlegt mit Leadgitarren, Tempowechseln und ordentlich platzierten Soli beleben die Lieder zusätzlich.

Kleinere Schwachpunkte durchziehen das Album dennoch. Der Gesang ist ein wenig zu aufgesetzt, klingt häufig nach kraftlosen Inhales. Einige Riffs sind trotz aller Eingängigkeit und Effektivität doch etwas zu eindimensional und über die gesamte Spieldauer von 37 Minuten fehlt es einfach an außerordentlichen Nummern. Es ist eben geradliniger Death Metal mit viel Groove, gemacht für die Bühne. Wer damit kein Problem hat, findet hier aber grundsolide Unterhaltung. Davon kann man sich vor dem Kauf auch selber überzeugen! Einfach über Bandcamp das komplette Album anhören und selber eine Meinung bilden. „Buried Alive“ ist ein guter Einstieg. „The Bubonic Plague“ oder „God Of Gore“ sollten folgen. Dann kennt man die Highlights von „Quartering The Doomed„.

Infos:
PS Metal (Distro) – 2013
CD – 9 Lieder / 37:03 Min.
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