NecroSlaughter.de: 2013 im Rückblick


2013-Review

Lebe wohl 2013 und Danke für die Musik!

Verdammt, es war wirklich ein feines, ja, fast schon überlaufenes Jahr für den audiophilen Nerd! So viele neue, gute Musik, man weiß ja gar nicht wo man anfangen soll zu hören… Im Gegenteil, Invisible Oranges gibt bereits für das neue Jahr den guten Tipp: Don’t Listen To Everything! Ein Hinweis, den ich mir notgedrungen bereits 2013 zu Herzen genommen habe – weil ich es zeitlich einfach nicht geschafft habe, allem Material gerecht die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Ein Fazit muss dennoch sein; eine Danksagung an all die Tonträger, die mir dieses Jahr immense Freude geschenkt haben, mich ins träumen brachten oder kathartisch meinen Frust über diese Welt nahmen. Alben, EPs, Demos, die man einfach gehört haben muss!!!! – zumindest aus meiner bescheidenen Sicht…

Wer hier schon mal gelesen hat, der weiß: Ich mag keine festen Rangordnungen, Reihenfolgen oder Einschränkungen jedweder Art! Bei mir gibt es keine „Top-10“, entsprechend gibt es auch keine Reihenfolge. Oft sind die Veröffentlichungen auch einfach nicht miteinander zu vergleichen, zu verschieden und dennoch phantastisch! Dies ist keine Bestenliste, sondern ein Rückblick auf die Platten, die mich dieses Jahr beeindruckt haben.

Alben, Demos, EPs

JUNGBLUTH – Jungbluth (Demo)

JUNGBLUTH haben mit ihrem Demo eigentlich bereits 2012 für Furore in der Szene gesorgt. Doch dank der großen Nachfrage, wurde ich erst 2013 der zweiten Auflage habhaft. grandioser Neo-Crust, der da weitermacht, wo Alpinist auf Eis gelegt wurden, noch einige neue, interessante Fassetten mit sich bringt, und einfach zum fettesten Stück Hardcore-Punk des Jahres avanciert. Mittlerweile ist das Album „Part Arche“ draußen, das bei mir noch auf Halde liegt. Soweit ich reingehört habe, haben JUNGBLUTH hier wieder einen dicken Schritt nach vorne gemacht. Was Interviews angeht, sind die Jungs aber ziemlich faul, ich warte seit einem Jahr auf Antwort, hehe… (komplettes Review)

VORUM – Poisoned Void

VORUM ließen sich Zeit. Nachdem die EP „Grim Death Awaits“ nach heutigen Standards eher generischer Oldschool Death Metal war, war das Album „Poisoned Void“ ein fettes Gerät, finsterer Death Metal mit deutlich finnischen Wurzeln. Technisch hervorragend gespielt und einfach nur abgrundtief böse! (komplettes Review)

TRIBULATION – The Formulas Of Death

Ja, ich weiß, ich will ja keine Rangordnungen in meinem Jahresrückblick. Aber „The Formulas Of Death“ ist einfach das beste Album des Jahres. Punkt. Ende. Aus. „The Horror“ war noch eher durchschnittlicher Death Thrash. Aber dieses Album, wohow! Das ist furioser Metal! Mit Elementen aus Death Metal, Thrash Metal, Black Metal, Negative Plane und Stench sind ebenso Paten wie es The Doors sind. TRIBULATION bringen neue Denkansätze in den oftmals stereotypen Metal, spielen wieder mit Dynamik, Harmonien und Sinnbildern. Die Konkurrenz dieses Jahr war groß. Aber wenn wenn ich nur ein Album mitnehmen dürfte, dann ist „The Formulas Of Death“ meine erste Wahl! Ein MUST-HAVE in jeder Sammlung! (komplettes Review)

SORCERY – Arrival At Six

Reunions sind für mich immer so eine Sache. Doch SORCERY haben mit ihrem zweiten Full-Length „Arrival At Six“ ein dickes, authentisches Stück Schwedentod abgeliefert, das sowohl manch alte Hasen wie auch junge Copycats wie ein Kasperletheater aussehen lässt. Dickes Comeback! (komplettes Review)

NECROCCULTUS – Solemnelohim, Bringer of Death

Für kurzweilige Unterhaltung sorgten NECROCCULTUS. Deren EP „Solemnelohim“ kann zwar keiner aussprechen, aber die Musik ist Sahne! All killer, no filler zwischen Immolation und Demigod. Eigentlich braucht es keine weiteren Worte, die EP ist einfach der Hammer! (komplettes Review)

WOUND – Inhale The Void

Nachdem mich WOUND bereits letztes Jahr mit ihrem Demo so ordentlich weggefegt hatten, war es eigentlich keine große Überraschung, dass deren Debüt „Inhale The Void“ auch ordentlich knallen wird. Abseits von irgendwelchen Extrama und aufgesetzten Schubladen, gab es hier einfach nur Death Metal. Mal mit etwas Rock’n Roll Appeal, mal mit etwas Melodie, mal mit einer Priese Black Metal. Am Ende wurde das Album eine Scheibe voller kleiner Hits. (komplettes Review)

BEYOND – Fatal Power Of Flesh

BEYOND sind seit dem ersten Demo regelmäßge Gäste bei NecroSlaugter.de. Doch das Debüt „Fatal Power Of Flesh“ ist bisher die beste Arbeit der Mainzer! Grandios furioser Death Metal, voller Energie und Wahnsinn, ungezügelt und ungeschliffen, aber dennoch mit wiedererkennbaren Themen und richtig guten Riffs. Sicherlich nicht die leichteste Kost, aber ein verdammt dickes Debüt! (komplettes Review)

ANCIENT CRYPTS – Devoured By Serpents (Demo)

Das beste Demo diesen Jahres, stammt für mich von ANCIENT CRYPTS! Dreckiger chilenischer Death Metal, düster zwischen Mortuary Drape und Incantation. Fiese Geschichte, die ordentlich knallt! Ich freue mich wie ein kleines Kind auf das Debüt! (komplettes Review)

GORGUTS – Coloured Sands

Nach zwölf Jahren Ruhe melden sich auch GORGUTS wieder zu Worte. Ich habe „Coloured Sands“ heiß erwartet. Kann es an die alten Tage anknüpfen? Kann ein neues GORGUTS-Album nach Beyond Terror, Beyond Grace, Ulcerate oder Deathspell Omega bestehen? Ja, GORGUTS machen nahtlos weiter, wo „From Wisdom To Hate“ aufhörte. Nur haben sie endlich ihren inneren Frieden gefunden. „Coloured Sands“ ist verstörend und dissonant, düster und bedrohlich. Aber gleichzeitig ruhig und entspannt. Das macht das Album so unglaublich gefährlich! Ein grandioses Comeback! (komplettes Review)

ALTARS – Paramnesia

ALTARS ließen sich mit ihrem Debüt ein wenig Zeit. Aber das Warten hat gelohnt! Es ist wirklich einmaliger, finsterer Death Metal, wie er nur aus Australien kommen kann! Technisch, anspruchsvoll, verstörend, mit deutlichen Bezügen zu Morbid Angel, zu Tribulation und vielleicht den Nachbarn Ulcerate, und doch voller Eigenständigkeit. „Paramnesia“ ist ein intelligentes Stück Metal, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient hat, als es bisher bekommen hat. (komplettes Review)

INCARCERATION – Sacrifice (EP)

Kurz und knackig, nach diesem Rezept haben INCARCERATION mit ihrer EP „Sacrifice“ ordentlich auf den Putz gehauen! Südamerikanisches Feuer, strammes Tempo, kurzweilge Songs zum mitsingen. Alles richtig gemacht! (komplettes Review)

ULCERATE – Vermin

Ehrlich? Ich bin Fanboy! ULCERATE haben mich spätestens seit „The Destroyers Of All“ so dermaßen am Sack, dass sie es sich auch nur schwer wieder verscherzen könnten. An dieses grandiose Werk komm „Vermis“ zwar nicht ganz dran, hat auf den ersten Blick wenig Progression, zeigt aber dennoch eine deutliche Entwicklung bei der Band. ULCERATE sind wieder eine Nummer brutaler geworden und besinnen sich auf ihre Wurzeln. Dass „Vermis“ dennoch ein intensiver und finstere Hassbrocken ist, muss an dieser Stelle sicher nicht erwähnt werden. Hammer Teil! (komplettes Review)

SUN WORSHIP – Surpass Eclipse

Black Metal ist tot? Naja, vielleicht. Wenn man in der Inzestsuppe schwimmt und so trve und grim wie möglich sein will! Es geht aber auch anders! Wenn man nicht zwangsläufig Corpse-Paint und Leder braucht, dann fetzen SUN WORSHIP aus Berlin schon ziemlich! „Surpass Eclipse“ waren für mich eine kleine Genre-Überraschung, die gar nicht so sehr das Hipster-Image raushängen lässt, wie es viele Cascadian Black Metal Bands machen. Definitiv ein Ohr wert, sowohl für die Post/Shoegaze Fraktion wie auch die ollen Traditionalisten! (komplettes Review)

ABYSSAL – Novit enim Dominus qui sunt eius

Albtraumhafter, verstörender und abgrundtief schwarzes Death Metal Chaos. ABYSSAL haben mit ihrem zweiten Album die nächste Stufe des Fegefeuers erreicht. Portal hat mächtige Konkurrenz aus UK bekommen und ich kann nicht mehr schlafen. Ein grandios böses Album. Glücklicherweise von Profund Lore als CD neu aufgelegt worden, da ich die Eigenproduktion verpasst habe. Und 2014 kommt dann das Vinyl über Iron Bonehead <3 !!! Wer Bock auf surreale Angstzustände hat, MUSS dieses Album hören!
(komplettes Review)

Nachlese

Abseits von diesen Alben, die ich bereits zur Veröffentlichung als Höhepunkte des Jahres erkannt habe, gab es noch ein paar interessante Veröffentlichungen. Einige sind erst mit der Zeit gereift, einige wurden vielleicht nicht mit einem Review beglückt. Dennoch sollten sie hier Erwähnung finden!

UNRU – Demo MMXII // ANCST – The Humane Condition

Liebgewonnen und dieses Jahr ungefähr 1000 Mal gehört, habe ich die Demo von UNRU und die EP von ANCST. Erstere nennen sich zwar Crust Black Metal, spielen aber einfach nur verstörenden Krach für Fans von Deathspell Omega und Aosoth. Finster und wirklich böse! BÖSE!!!!

ANCST aus Berlin sind eigentlich keine richtige Band sondern eher ein Kollektiv. Scheiß drauf, „The Humane Condition“ fetzt ordentlich zwischen Crustcore und Black Metal. Wer das Tape nicht als Erstauflage bekommen hat, hat vielleicht noch Glück bei der Compilation „In Turmoil„. Oder er muss es eben digital erwerben. Den Obolus darfst Du dann selber bestimmen.

KRYPTS – Unending Degradation

KRYPTS haben dieses Jahr endlich ihr Debüt veröffentlicht. Doch die Erwartungshaltung aus der letzten EP und die lange Wartezeit haben ordentlich am Hörvergnügen genagt. Schade! Denn eigentlich ist „Unending Degradation“ ein ziemlich cooles Album! Düster, eingängig und abseits von aktuellen Trends. Vielleicht nicht unbedingt das „größte“, was dieses Jahr erschienen ist, aber immer noch herausragend aus dem allgemeinen Grundschwingen. (komplettes Review)

BÖLZER – Aura

Ungewöhnlich ist sie, die EP „Aura“ von BÖLZER. Und definitiv eine der besonderen Scheiben von 2013. Black/Death Metal mit einem sehr eigenen Melodieverständnis, abseits von gängigen Klischees und mit sehr geilen Ideen. Ein sehr cooles Gerät, das alleine wegen „Entranced By The Wolshook“ in jede Sammlung gehört! (komplettes Review)

WHO’S MY SAVIOUR – WALL OF SICKNESS

Den wohl interessantesten und intelligentesten Mix aus (Post-)Hardcore, Crust, Metal und Grindcore haben mal wieder WHO’S MY SAVIOUR abgeliefert! „Wall Of Sickness“ knüpft nahtlos an „Glasgow Smile“ an und führt den eingeschlagenen Weg konsequent fort! Super Teil! (komplettes Review)

SULPHUROUS – Demo 2012

Zwei Lieder, aber die sind dafür unglaublich gut! Ein super Demo, das ordentlich Appetit auf neues Material macht! Auch wenn das Teil von 2012 ist (;

VAMPIRE – 7″

Death Metal, Black Metal, Punk. Dazu eine Menge Feuer und Rock’n Roll-Attitüde. VAMPIRE fetzen mit ihrer selbstbetitelten EP ordentlich! Verdammt, ich habe immer noch nicht Tape oder Schallplatte! Wo soll das nur mit mir enden?

CARCASS – Surgical Steel

Ebenso muss ich gestehen: Ich war sehr positiv von der neuen CARCASS überrascht! Ich wünschte mir fast ein schlechtes Album, etwas über das ich mir das Maul zerreißen kann! Doch am Ende kam eine gute Mischung aus „Heartwork“ und „Tools Of Trade“ rum. Ich bin echt begeistert und fühle mich, als ob ich „Surgical Steel“ bereits seit Jahren kenne! Super, alles richtig gemacht. Vielleicht will ich mir die Band nun doch mal live ansehen… (komplettes Review)

Unheard Pleasures

Neben lauter coolen (und einer ganzen Menge beschissener) Veröffentlichungen, die ich dieses Jahr gehört und besprochen habe, gibt es auch einen Haufen Musik, die ich leider noch nicht intensiv genug gehört habe, um ein finales Urteil zu bilden.

SHEOL – Sepulchral Ruins Below The Temple

Alleine SHEOL, deren Demo-Tape mich dermaßen weggehauen hat, dass ich die jüngste EP „Sepulchral Ruins Below The Temple“ kaum erwarten konnte! Aber nun ist sie draußen, habe ich sie gerade ein paar mal gehört. Der erste Eindruck ist aber grandios!

SLAUGHTERDAY – Nightmare Vortex

Kaum hatte ich SLAUGHTERDAY als Bandcamp-Empfehlung vorgestellt, hat der Rico von FDA Rekotz die Kapelle auch schon unter Vertrag genommen. Das Demo „Cosmic Horror“ hat ordentlich Spaß gemacht. Das Debüt „Nightmare Vortex“ klingt nach den ersten drei, vier Durchläufen noch stärker!

FŌR – Blakaz Askǭ Hertô // ABYSSOUS – Smouldering

Richtig angefixt wurde ich von den ersten Bandcamp-Eindrücken von FŌR und ABYSSOUS. Leider bin ich noch nicht in die Tiefe der beiden MLPs eingestiegen, kann aber dennoch sagen, dass die Teile dennoch ordentlich fetzen!

Sträflich vernachlässigt!

Und dann geht die Liste eigentlich endlos weiter! So viele gute Bands, deren Alben bei mir aber stellenweise nur eine bis zwei Rotationen in der Anlage hatten. Eine Schande! Denn vielversprechend sind GERYON, IMMOLATION, PORTAL, MALTHUSIAN.

Viel zu selten habe ich in die Glanztaten von CASTEVET, OBLITERATION, GRAVE MIASMA oder VASTUM reingehört. Es fehlte mir einfach die Zeit. Dennoch weiß ich, dass diese Alben einfach großartig sind und aus der Masse anderer Bands grandios hervorstechen! Nehmt euch die Zeit, besucht die Links und feiert die Bands ordentlich ab!

2013, das Fazit

Ach, es gab einfach zu viel gute Musik dieses Jahr. Es ist sicherlich ein Luxusproblem, dass ich nicht allen Scheiben die Aufmerksamkeit schenken konnte, die ich geben wollte, oder die sie verdient hätten. Die Potentielle Liste zur Nachlese ist noch groß, wer sagt denn bitte, dass eine Bestenliste zum Stichtag 31.12. stehen muss? Ich erlaube mir den Genuss im Jänner noch weitere Perlen aus dem kürzlich verstorbenen Jahr zu erkunden und genießen. Ob dann diese Liste noch mutieren wird? Ich weiß es nicht. Mir ist es auch egal. Musik wird ab einer bestimmten Klasse eh zeitlos. Solange versuche ich der puren Masse an Veröffentlichungen Herr zu werden, jede der vernachlässigten Veröffentlichungen in der Intensität zu hören, die sie verdient. Und dennoch blicke ich gespannt in die Zukunft…

Was bringt 2014?

Oh, da kommt was neues von TOMBS und WOLVES IN THE THRONEROOM! Ich mache jetzt schon unter mich. Aber ich freue mich auch schon auf LUCIFYRE und CORPSESSED. Und mit Sicherheit gibt es auch wieder die ein oder andere Überraschung. Harren wir der Dinge die kommen!

Multimedial!

Musikvideos

Ach, irgendwie ist es schade. Musikvideos ist eine ausgestorbene Kunst. Viele Bands pappen einfach ein paar Livemitschnitte und Proberaumaufnahmen aneinander und nennen es „Video“. Von vielen Bands gibt es dann noch „Promo-Clips“, wo eine wilde Kamerafahrt über das Coverartwork das ganze Konzept ist, oder es werden mehr oder minder langweilige Lyric-Videos rausgehauen. Natürlich gibt es auch hier gut gemachte Geschichten, aber im Endeffekt ist das klassische Musik-Video tot. Erfreulicherweise gab es dieses Jahr aber zwei ziemlich ansehnliche Ausnahmen von der Regel. Zuvor aber noch:

Das schlechteste Musikvideo 2014: HUMANITY DELETE – Necromantic Sorcery

Die Perlen: HEXIS und PORTAL

Die Besten Cover-Artworks

Kein Jahresrückblick ohne eine kleine Betrachtung der Artworks. Und eigentlich muss ich nicht viel sagen, die Cover sprechen für sich.

Was übrig bleibt…

Dies war der musikalischer Jahresrückblick 2013. Wie auch im letzten Jahr folgt noch eine Retrospektive auf die Metadaten von NecroSlaughter.de, die Entwicklungen und Geschehnisse hinter den Kulissen und die Danksagung an all die Leute, die mir 2013 irgendwie unter die Arme gegriffen haben.