Jesus Cröst – 010


Jesus Cröst - 10Kurz vor unserem Italienurlaub bestellte ich mal wieder bei Keule von Rödel Records, und da mich Keule scheinbar mag (nach diesem Review wahrscheinlich nicht mehr), tütete er mir auch dieses Mal wieder Platten für „lau“ mit ein. Und ich sage brav Danke dafür. Nur leider kann ich mich über diese Gabe dieses Mal nicht so recht freuen, auch wenn ich es Keule hoch anrechne, mir überhaupt was zuzuschicken und dann auch noch auf Vinyl! Da Keule eine coole und lockere Socke ist, hat er gemeint, schreib lieber einen ehrlichen Verriss als irgendeinen Arschkriecher-Scheiß. Aber gerne doch!

JESUS CRÖST sind in meinen Augen moralisch, aber auch musikalisch gesehen unter aller Sau. Ob dies alles reine Provokation ist und mit einem gewissen Augenzwinkern zu verstehen ist, weiß ich nicht, aber ich hoffe es zumindest. Waren JESUS CRÖST nicht diejenigen, die gewisse Einflüsse von „Scheiße“ hatten? (Die Band oder die Exkremente? – Anm. Chris)

Wenn ich mir als „Fußballhasser“(!!!) alleine schon das Cover dieser Platte anschaue (JESUS CRÖST bezeichnen sich selbst als Rotterdam Hooligans), dann bekomme ich richtig Aggressionen. Nun ja, wie dem auch sein mag, diese Fußballgrinder mit den Trikotnamen 10 und 13 rattern in knappen 16 Minuten Spielzeit ganze 23 aggressive, gestörte Songs herunter, die hier und da auch mit deftigem Gurgelgrunz-Gesang dargeboten werden, was mich zum einen tierischst nervt, aber auch zum Lachen bringt und ich somit nur kopfschüttelnd abwinken kann.

Diese Scheibe bietet allerdings nichts Neues, da das Teil schon im Jahr 2010 via Bones Brigade auf CD herauskam. Aus welchen Gründen allerdings Keule diese Glanztaten noch mal als LP herausbringt, wird mir persönlich ewig ein Rätsel bleiben. Aber zurück zur Mucke. Mal geht es in typischer chaotischer Machart ungehobelt an die Grind-/Powerviolencesongs heran, hier ein paar groovige Gitarren, da wildes, chaotisches Herumgeschrei, das alles mit recht schnellen Schlagzeugsalven garniert und den ganzen Mist in eine stinkende Grindcore-Windel der alten Schule eingewickelt und fertig ist der Ohrkrepierer. Was auch nervt, ist, dass Holländer stets versuchen Deutsch zu singen.

Vielleicht ist es ihre Art von Rache, haha? Die Texte sind so was von banal und balla balla, dass diese Scheibe echt nur für Fußballfans bzw. Leute mit Tunnelblick geeignet ist. Sehr eigenartige, wenn auch beileibe keine grottenschlechte Scheibe. Ich gehe mal stark von aus, dass diese Wiederveröffentlichung eine reine Freundschaftsgeschichte zwischen Rotterdam und Berlin ist.

Wer grunzenden Grindcore mit noisigem Touch mag und nebenbei auf Fußball steht, der wird mit dieser LP sicher nicht in den allergrößten Fetteimer treten. Ob es dann trotzdem gefällt, ist eine andere Sache. Tipp: Jungs, bleibt lieber beim Käse. Schwer verdauliche Geschichte.

Infos
Rödel Records – 2013
LP – 23 Lieder / ~16 Min.
http://www.punkdistro.de/shop/Roedel-Records:.:469.html
https://www.facebook.com/jesuscrostgrindcore