Humiliation / Obscure Infinity – Deadly Collision / Joyless Flesh


Humiliation - Obscure Infinity - Split

Ach, manchmal dauert es eben etwas länger. Ursprünglich sollte die Zusammenarbeit der malaysischen HUMILATION und der (hoffentlich allseitsbekannten) OBSCURE INFINITY, zeitgleich auch die erste Veröffentlichung des jungen Labels Brutal Art Records, bereits am 15. Oktober 2013 erscheinen. Dann kam alles irgendwie anders und schlussendlich war die Split erst ab Anfang Dezember erhältlich. Dafür gibt es ein kleines Gimmick: Wo ursprünglich 200 schwarze und 100 rote Scheiben geplant waren, kommen nun 33 klare Exemplare dazu. Ein rares Sammler-Objekt, das zumindest am Wochenende noch erhältlich war. Wer sich also beeilt, könnte noch Glück haben.

Doch auch die Käufer der „ordinären“ Editionen können sich glücklich schätzen! Brutal Art Records ließen sich bei ihrem Einstand in die Szene nicht lumpen, und präsentieren ein sehr schönes Gesamtpaket. Das EP-Cover ist auf schwerem Karton gedruckt und fühlt sich wertig an. Dazu gibt es ein Inlay mit Bandbildern und im Falle von OBSCURE INFINITY einer Reihe Danksagungen. Die Schallplatte selber ist in ein schützendes Innersleeve gebettet und eine PVC-Hülle umfasst alles. Bei der roten Edition ziert ein handnummerierter Aufkleber diese außenhaut und zeigt die Limitierung. Wie es beim schwarzen Wachs aussieht, weiß ich leider nicht. Als Bonus gibt es dazu ein doppelseitig bedrucktes Poster in Din A3 mit jeweils einer Seite einer Band gewidmet. Fehlt nur noch ein Download-Code und besser könnte man eine 7″ im Jahre 2013 nicht mehr präsentieren! Eine Hochachtung an das Label für diese coole Aufmachung, da kauft man doch gerne noch einen physichen Tonträger und hat richtig was in der Hand.

Die Ohren sollten aber auch nicht zu kurz kommen. Beide Bands steuern jeweils zwei Lieder bei. Jede Seite kommt auf mehr oder weniger sechs einhalb Minuten, die komplette Split auf 12:46 – eine typische Spieldauer für eine 7″.

Auf der A-Seite legen HUMILIATION los. Roher, scheppernder Death Metal. Auftakt mit wildem Ufta-Ufta, dann schleppt sich „By One CodeAsphyx-mäßig durchs Downtempo. Gerade wenn die Doublebass richtig losrollt, macht der Song am meisten Spaß. Das ist auch die Stärke des anschließenden „With Helmet With Hate„, das auch leichte Bolt Thrower Einflüsse hat und mit einem Solo aufwartet. Solide gemacht, aber nur für diese Seite der Split könnte ich mich nicht begeistern.

OBSCURE INFINITY starten da direkt wesentlich furioser! Sehr brutale und wilde Blastbeats wechseln in „Joyless Flesh“ nahtlos in den wohl geradlinigsten Groove, den die Band bisher gespielt hat. Dennoch kommt düstere Atmosphäre und ein sehr cooles, überraschendes Solo nicht zu kurz. Wo ich anfangs noch etwas etwas skeptisch war, weil die Nummer recht atypisch ist, geht „Joyless Flesh“ schnell und gut ins Ohr. Ein griffiger kleiner Hit. Leider gibt es als zweiten Song kein neues Futter, sondern „Morbid Ways of God“ vom Debüt-Album als Live-Version vom Party.San Open Air 2012. Da die Sound-Qualität sehr gut ist, geht dieser Bonus durchweg in Ordnung. Primären Kaufanreiz stellt der Track für mich hingegen nicht dar.

Da die Bands und das Label so freundlich waren, mit jeweils einen Song zum Streaming zur Verfügung zu stellen, kann man sich selber einen kleinen Eindruck von der Split machen. Auch wenn ich vielleicht nicht ganz so enthusiastisch klinge und sowohl die Live-Aufnahme wie auch den kompletten Beitrag von HUMILIATION nicht als besonderen Kaufgrund hervorhebe, kann ich der EP dennoch vollste Kaufempfehlung aussprechen. Insgesamt ist die Scheibe kurzweilige Unterhaltung. „Joyless Flesh“ ist ein dickes Highlight. Das alles kommt in cooler Verpackung. Was will man mehr? Kauft den Scheiß und unterstützt den Untergrund!

Obscure Infinity - Humiliation - Package

Infos:
Brutal Art Records – 2013
4 Lieder / 12:46 Min.
Humiliation: 2 Lieder / 6:13 Min.
Obscure Infinity: 2 Lieder / 6:32 Min.

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