Cryptic Brood – Morbid Rite


Cryptic Brood - Morbid RiteHa, ihr habt Glück! Oldschool Death Metal brummt und Demo-Tapes sind aktuell so angesagt, wie seit langem nicht mehr. Darum, und weil der olle Nekro-Chris ein oller Schlonz ist, kommt diese Rezension zu CRYPTIC BROODs erstem Lebenszeichen eigentlich zu spät. Gegründet im Januar diesen Jahres, kam „Morbid Rite“ im Oktober heraus. Binnen kürzester Zeit war die Band-eigene, erste Auflage von 100 Stück huschhusch weg. Das war bereits Anfang November. Glücklicherweise fand Coffin Filth Records das Demo gut genug, um eine zweite Auflage zu veröffentlichen, was nun DEINE Chance ist!

Schick aufgemacht mit professionellem Tape und J-Card, kommen die vier Songs inklusive Download-Code. Eine sehr coole Brücke zwischen analoger Nostalgie und digitalem Lebensstil. Wer hat heuer bitte noch einen Walkman, damit er sich unterwegs die neuen Demo-Tapes geben kann? Der Stream des kompletten Demos rundet das Bild ab, sodass man sich im Vorfeld bereits ein Bild von der knappen viertel Stunde machen kann. Wer nicht unbedingt einen anachronistischen Tonträger daheim stehen haben muss, bekommt für den fairen Preis von zwei Euro auch die rein digitale Variante auf Bandcamp.

Auch wenn die Option zum Streaming eigentlich ein Review obsolet macht, da man sich schnell selber eine Meinung bilden kann, will ich dennoch ein paar lobende und bewerbende Worte über die wolfsburger Truppe verlieren. „Morbid Rite“ ist roh und ranzig. Death Metal abseits vom Mainstream, dafür sehr leckeres Futter für Fans von Autopsy, Coffins, Derketa, Anatomia und anderen Doom/Death Metal Bands, die es gerne räudig mögen und vor gelegentlichen Bolt Thrower Riffs keine Angst haben. Gerade die französischen Herpes bekommen hier ordentlich Konkurrenz. Graveyard Ghoul und Repuked können hingegen aufatmen, CRYPTIC BROOD fehlt es ein wenig an diesem G.G. Allin Punk-Vibe, um den beiden Bands richtig gefährlich zu werden. Doch ist all dieses vergleichende Konkurrenzdenken eigentlich hinfällig. Das Rad erfindet „Morbid Rite“ eh nicht neu. Aber es macht ordentlich Spaß!

Besonders weil jeder Song des Tapes ein wenig anders klingt. „They Reek Of Putrefaction“ macht seinem Namen alle Ehre und erinnert zuweilen an alte Carcass, im speziellen während der wilden Blastbeats. Aber auch die schleimigen Gitarren und der Doppelgesang erlaubt den Vergleich. „Book Of Ancient Horror“ ist volle Suppe Autopsy-Worship mit diesen dreckigen Doom-Vibe. In der Kombination Autopsy/Bolt Thrower/Carcass, ist wohl der Titeltrack das Paradestück. Schleimig pendelt die Nummer zwischen Groove, zähem Downtempo und brutalen Blastbeats.

Abwechslungsreich und dreckig legen CRYPTIC BROOD einen guten Einstand hin. Ich persönlich bin gespannt, welches Label sich die Band angelt. Dass die Wolfsburger bei einem Musikverlag unterkommen, ist ohne Frage! Wer zweifelt, hört sich schlicht den Stream auf Bandcamp an. Der Rest schreibt schnellstens Coffin Filth an, bevor die zweite Auflage auch noch vergriffen ist. Nachher ist das Gejammer wieder genau so groß wie die Preise auf eBay…

Infos:
Eigenproduktion / Coffin Filth Records (Re-Release)
Tape – 4 Lieder / 14:49 Min.
http://www.crypticbrood.de/
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http://crypticbrood.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/CoffinFilthRecords
http://www.the-coffin-filth.blogspot.de/