Kru$h – Kru$h


Kru$h - Kru$hHey Grind-Aficionados! Habt ihr auch die Schnauze voll von überproduziertem Metal-Grind und all dem fälschlicherweise tituliertem Mumpitz? Keinen Bock mehr auf Gore- und Porn, tschechischen Death-Grind oder diesen Fun-Krempel wie Gronibard und Birdflesh? So Geschisse wie We Butter The Bread With Butter und andere Pig-Squeal-Kacke war euch eh immer zu wider, wenn es von Medien und Jungspunden als „Grindcore“ bezeichnet wurde? Ihr wollt wieder richtigen Grind alter Schule, gespielt von Crustpunks in besetzten Häusern? Wie Disrupt oder alte Extreme Noise Terror, mit deutlichen Spuren von Doom und anderen Crustbands? Dann geht kein Weg an KRU$H vorbei!

Das selbstbetitelte Debütalbum ist mittlerweile auch schon etwas älter, 2010 via Power It Up auf CD, und in Kooperation mit anderen Labels auch als LP erschienen. Aber scheinbar ist die 1996 gegründete niederländische Band immer noch so tief im Underground versteckt, dass man sie gar nicht oft genug erwähnen kann. Vielleicht ist es aber auch gerade die Nähe zu den niederländischen und belgischen Squads, die diesen rohen und ungezügelten Charme von „Kru$h“ ausmacht. Ja, ich glaube, eine Band aus der Mitte der Gesellschaft kann nie im Leben diesen Hass und diese primitive Energie erzeugen! Da sind KRU$H einfach eine Macht, die besonders live unglaublich viel Power hat und auf das Publikum übertragen. Auf Scheibe geht leider etwas von dieser Kraft verloren. Doch spätestens ab der zweiten Albumhälfte zündet das Teil dennoch wie eine Splittergranate!

Aber der Anfang ist erst mal schlicht und einfach nur grundsolide. Nach dem Instrumentalen Intro spielen KRU$H halt den typischen D-Beat Crustcore. Ein paar Blastbeats, viel stumpfes Uptempo, Proto-Riffs und ein Wechselgesang zwischen Punk und tiefem Gebelle. Alles gut gemacht, aber auch schon tausend mal gehört. Immer wieder kommen aber kleine Höhepunkte! „Deal With It“ ist alleine wegen den Gesangslinien wohl ein Song für die Bühne. Gleiches trifft auf die Gangshouts aus „War-Business-War“ zu, das auch sehr geile Blastbeats hat. Spätestens ab „This Is Going Nowhere“ nimmt die Scheibe mehr Fahrt auf, der Grindcore übernimmt die Oberhand. „Victims„, das rockige „Slaves To The Grind“ oder der Überhammer „The Things You Hate Most“ ballern ohne Pause direkt hintereinander. Gerade letztgenannter Song hat alles, was den Grind ausmacht: D-Beat, wilde Blasts, düstere Leads, Hass und Aggression. Top! Da knüpft „The Average Life“ mit seinem ungehobelten Charme und der düsteren Atmosphäre nahtlos an. Wie gesagt, die zweite Albumhälfte fetzt einfach. Roh, simpel und oft nach Schema-F, aber immer brutal und volle Kanne auffe Fresse! Hätte ich die LP, würde bei mir wohl nur die B-Seite auf dem Plattenteller liegen!

Für das Genre unüblich, spielen KRU$H eine Menge instrumentaler Nummern. Insgesamt sind es vier Tracks, darunter Intro und Outro, die das Album schön kohärent einrahmen. Aber manche Sachen klingen gar nicht mal so schlecht! Gerade beim nihilistischen „Disguster“ hätte ich mir gewünscht, dass die Ideen zu einem „richtigen“ Song ausgearbeitet wären. So ist es „nur“ ein richtig geiles Interlude.

Obwohl die Band die Scheibe auf ihrer Homepage offiziell und kostenlos zum Download anbietet, will man als Fan immer noch was handfestes haben. Wer der Schallplatte nicht mehr habhaft werden konnte, hat auch die Option zur nobel aufgemachten CD. Das Digipak ist mit edlem Golddruck schon mal abseits des üblichen Discount-Marktes und irgendwie finde ich es auch ziemlich cool, dass die CD selber auf einem Tray aus Pappe gebettet ist, und nicht wie üblich auf Plastik. Ob diese Lösung alleine den Produktionskosten geschuldet ist, oder ob dahinter auch etwas der alternative Gedanke der Nachhaltigkeit steht, sei an dieser Stelle dahingestellt. Ich finde die Aufmachung auf jeden Fall sehr gelungen!

Wer noch zweifel hat, läd‘ sich auf der Band-Homepage einfach das Zip-Archiv herunter. Hört am besten ab Lied 10 in die Scheibe. Wenn euch die folgenden 11 Songs nicht aus den Latschen hauen, dürft ihr gerne weiter bei Nuclear Blast und EMP euren „Grindcore“ kaufen. Aber das hier ist der „real shit“! Support KRU$H, Support Power It Up!!!

Infos:
Power It Up – 2010
Digipak-CD/LP – 21 Lieder / 28:34 Min.
https://www.facebook.com/thekrushcrustgrind
http://row.home.xs4all.nl/krush/
https://www.facebook.com/pages/Power-it-up/423461250157
http://www.power-it-up.de/