Harm – Cadaver Christi


Harm - Cadaver ChristiAchtung, Verwechslungsgefahr! HARM aus Berlin sind diejenigen, die schwedisch/skandinavisch klingen. Ganz im Gegensatz zu ihren norwegischen Namensvettern, die sich zwar auch schon mal Parallelen zu Defleshed haben, aber sich hauptsächlich im Thrash Metal bewegen. Die deutsche Band kann über diese seichten Ähnlichkeiten nur lachen, denn das Debüt-Album „Cadaver Christi“ trieft und tropft an allen Ecken und Enden nur so vor dickem Nihilist– und Dismember-Worship.

Doch es ist roher Swedeath der rotzigen Sorte. Demonical und Entrails sind dagegen schon fast Schöngeister vor dem Herren, HARM sind dreckig und ungehobelt. An einigen Stellen klingen die Punk/Crust-Wurzeln noch deutlich durch. Besonders „Burn The Saints“ hat diesen polternden Groove, aber auch „Blood For God“ beginnt mit räudigem Drum’n Bass zusammenspiel. Irgendwo zwischen alten Sodom, Hellhammer und Nunslaughter schwingt dazu dann „Cross Desecration„.
Doch es muss nicht nur punkig-dreckig sein, gelegentliche Einflüsse von Autopsy, besonders stark in „Harmageddon“ und noch mehr Deteriorot in „Drivers Of Death“ oder dem Titeltrack, bringen den verwesenden Beigeschmack der amerikanischen Schule in „Cadaver Christi„.

Abgerundet wird das ganze von einem sehr stimmigen und detailverliebten Artwork von Juanjo Castellano. Wunderschön, wie aus einem „I.N.R.I.“ mal eben „Shit“ werden kann, hehe. Vielleicht ist die visuelle Darstellung aber nicht ganz angebracht. Denn HARM sind wesentlich dreckiger und roher, als es das Cover suggeriert. Wer hier zweite Revel in Flesh vermutet, wird wahrscheinlich enttäuscht. Wer an Hellhammer, Autopsy, Asphyx, Slaughter, Deteriorot, Nihilist oder frühen Grave und Dismember hingegen seinen Spaß hat, wird hier gute Unterhaltung bekommen.

In dieser – zwar nicht sonderlich innovativen – Mischung, sind einige richtig gute, unterhaltsame Songs rumgekommen. „Burn The Saints„, „Blood For God„, „When The Tigers Roar“ oder das rockige „Nuclear Holocaust“ sind alles kleine Hits. Und der Rest von „Cadaver Christi“ bewegt sich auf solidem Niveau. Lediglich „Mustard Gas Terror“ ist zu sehr das das typische Blueprint und, wenn ich ehrlich bin, ballert mich „Harmageddon“ auch nicht sonderlich aus den Latschen. Freunde von skandinavischem Death Metal alter Schule, mit europäischen und amerikanischen Spuren und FDA Rekotz-Jünger dürfen dennoch bedenkenlos zuschlagen.

https://soundcloud.com/fda-rekotz/harm-harmageddon

https://soundcloud.com/fda-rekotz/harm-hell-cadaver-christi

Infos:
FDA Rekotz – 2013
CD – 10 Lieder / 40:05 Min.
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