Master – The Witchhunt


Master - The Witchhunt

Also wenn irgendwer auf diesem Planeten richtig Death Metal „ist“, dann ist es wohl Paul Speckmann! Erst kürzlich, am 28. September, wurde das Urgestein 50 Lenzen alt und haut uns nun mit „The Witchhunt“ das mittlerweile 12 MASTER-Album um die Ohren. Doch das ist dem Onkel nicht genug, aktuell ist er noch mit der Vorgänger-Band Deathstrike unterwegs und hat mit dem Tausendsasser Rogga noch Johansson & Speckmann am laufen. So viel Hingabe nenne ich mal absolut respektabel. Besonders, weil „The Witchhunt“ wieder mal ordentlich fetzt. Ja, fetzt ist das perfekte Wort, um dieses Album zu beschreiben!

Zunächst muss ich gestehen, dass ich 53 Minuten für ein Extrem Metal Album anfänglich kritisch gesehen habe. Man kennt ja die MASTERische Simplizität, ausgedehnt auf eine dermaßen lange Spieldauer mag man doch einige Längen erwarten. Doch kann das Trio um Speckmann schnell beruhigen, „The Witchhunt“ ist ein verdammt kurzweiliges Album. Lediglich auf die letzten Minuten kippt die Spannung ein wenig, auch wenn „Manipulated To Exterminate“ mit seinem psychedelischen Part noch mal die Aufmerksamkeit des Hörers locken will. „The American Dream“ geht doch leider ein bisschen im Gesamtbild unter…

MASTER sind simpel, aber keineswegs stumpf! Das beweisen sie mal wieder eindrucksvoll durch die hohe Hitdichte auf der Scheibe: „The Parable„, das bereits zuvor über Youtube veröffentlicht wurde, „Another Suicide„, das auf der „Imperial Anthemes“ Split-Single mit Pentagram Chile enthalten war, „God Of Thunder„, „Remove The Clowns„, „Raise Your Sword“ oder der Titeltrack strotzen nur so vor griffigen und prägnanten Riffs, guten Soli und interessanten Wendungen.

Es ist egal, ob die Soli einfach nur Quietschgeräische sind, wie in „The Witchhunt„, die Präsentation mit den Tempowechseln und Breaks ist einfach nur der Hammer! Die Hauptthemen sind sicherlich sehr schlicht, aber dadurch gehen die Riffs ultraschnell ins Ohr. Dazu kommt ein gesundes Gespür, wann das Album etwas Abwechslung vertragen könnte. Die Midtempo-Zäsur „Waiting To Die“ oder das punkige „Remove The Clowns“ setzen geschickte Akzente im Kontext.

Die Mischung zwischen simplem Death Metal, pointertem Thrash und einem ordentlichen Schlag Rock’n Roll der Marke Motorhead macht „The Witchhunt“ extrem mitreißend. Der Drive aus „Another Suicide“ oder „Wipe Out The Aggressor“ drückt einfach ohne Ende! Das richtige Doublebass-Massaker ist aber „Raise Your Sword„. Der donnernde Teppich ist zwar keineswegs tight, dafür endlos brutal. Da kommt auch die trockene und direkte Produktion des Albums ins Spiel. Die holpernde Bassdrum klingt in den D-Beats richtig dreckig und nimmt in den Doublebass-Passagen tödliche Ausmaße an. Scheiß auf Pro-Tools, Trigger und Nähmaschinen-Sound, MASTER töten!

Trotz 30 Jahre Bandbestehen und 50 Jahre Paul Speckmann, zählen MASTER immer noch nicht zum alten Eisen. „The Witchhunt“ fetzt und ich bin fast versucht, das Album in meine Top-Liste für 2013 aufzunehmen. Solange ist es auf jeden Fall der perfekte Begleiter zum Laufen, das Grundtempo und der Drive sind einfach pure Energie!

Hört „The Parabel“ und kauft das Teil! Thrashing Death Metal Punk FTW!!!

Infos:
FDA Rekotz – 2013
CD/LP – 11 Lieder / 53:22 Min.

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