Convulse – Evil Prevails


Convulse - Evil PrevailsCONVULSE, einst eine „der“ finnischen Death Metal Bands – wobei mir andere Kollegen wesentlich besser gefielen. Nach 19 Jahren Sendepause kommt nun neues Material. Ausgerechnet in einer großen Retro-Welle, wo Death Metal alter Machart wieder gutes Geld bringen kann. Natürlich färbt das die persönliche Meinung. Und nachdem die zuvor veröffentlichte EP „Inner Evil einen eher durchwachsenen Eindruck hinterließ, bin ich recht erwartungslos an „Evil Prevails“ herangegangen. Anfänglich zündete das Comeback-Album auch nicht sonderlich bei mir. Es schien okay, nicht mehr und nicht weniger. Knapp war ich davor, kurzen Prozess um die Scheibe zu machen und es schlicht in der Durchschnittlichkeit versauern zu lassen. Doch um ein Haar hätte ich Band und Platte Unrecht getan! Ein paar Durchläufe mehr und mir wurden die Augen geöffnet.

CONVULSE spielen immernoch schnörkellosen und direkten Death Metal. Sie kümmern sich nicht um Schablonen und Blaupausen, wie „old school“ im Jahre 2013 zu klingen hat. Sie brauchen keine Extrema in Blastbeats, zähem Downtempo, gutturalen Growls. Keine HM-2 und keinen Stockholm-Sound. CONVULSE spielen einfach so locker und unbeschwert ihre Musik. Ja, fast möchte ich „Evil Prevails“ ein locker-fluffiges Album nennen. Doch das würde vielleicht den ein oder anderem das falsche Bild suggerieren.

Es ist immer noch Death Metal. Locker aus der Hüfte geschossen, mal mit donnernder Doublebass, gelegentlich mit takernden Blastbeats, oft mit thrashy Riffs im reitenden Uptempo. Und trotz der geradlinigen herangehensweise bieten CONVULSE eine Menge zu entdecken. So einfach und effektiv die Riffs sind, und manche Strukturen in ihren Wiederholungen fast schon Gefahr laufen, monoton zu werden, gibt es immer wieder große Überraschungen auf dem Comeback. Zum Beispiel die klargesungenen Ah-Laute im Titelsong, der rasende Black Metal Part aus „Days Are Dark„, das plötzliche Geklimper in „Reborn In Chaos“ oder „God Is Delusion„, das bereits von der „Inner Evil„-Single als B-Seite bekannt ist.

Oft müssen es aber nicht mal so extreme Ankerpunkte sein, die den Songs eine besondere Note geben. Im eröffnenden „We Kill Our Kind“ reicht das repetitive Mantra des Textes oder die Weiterentwicklung des Hauptthemas, das zum Ende zweistimmig gespielt wird. Oder die coole Phrasierung aus „Unholy War„, die direkt ins Ohr geht und ein bisschen an Speckmann erinnert.

Wenn man all diese Details erkannt hat, und die Lieder richtig gezündet haben, dann findet sich auf „Evil Prevails“ kein einziger Ausfall. Im Gegenteil, die Hit-Dichte ist sogar recht groß: „Unholy War“ mit seinem schweren Groove und schrammeligen Blastpart, das vielschichtige „God Is Delusion“ oder das durch und durch finnische „World Downfall„, das böse von unten heraus kommt. Der Rest, wie das griffige „We Kill Our Kind„, steht nur wenig nach.

Vielleicht haben CONVULSED im Jahre 2013 nicht mehr die innovativsten und frischesten Ideen. Und an die Intensität von heutigen Finnen-Bands kommen sie sicherlich nicht (mehr) heran. Dafür sind die Ideen von Swallowed, Krypts, Lantern, Stench Of Decay und so weiter, mittlerweile wesentlich extremer. Dennoch ist „Evil Prevails“ ein gutes, kurzweiliges Album geworden. Locker und fluffig. Willkommen zurück!

http://soundcloud.com/svart-records/unholy-war

http://soundcloud.com/svart-records/we-kill-our-kind

Infos:
Svart Records – 01.11.2013
CD/LP – 8 Lieder / 37:00
https://www.facebook.com/Convulse
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