Blood Rapture – Bound To Hate


Blood Rapture - Bound To Hate

BLOOD RAPTURE aus Puerto Rico geben Gas! 2010 gegründet, 2011 erstes Demo, 2012 erste EP und nun, 2013, direkt das erste Full-Length. Dort finden sich neben den insgesamt fünf Liedern der vorigen Veröffentlichungen auch noch sechs neue Songs, darunter ein Instrumental-Stück. Doch vielleicht hätte die Band besser daran getan, etwas mehr an ihren Songs und ihrem eigenen Sound zu arbeiten…

Bound To Hate“ steht ein wenig zwischen den Stühlen. Primär im Midtempo angesiedelt, greift die Band gelegentlich in den Thrash Metal, mal in den Brutal Death Metal oder gibt sich rockig. Das ist der Versuch vielschichtig zu sein. Das Ergebnis ist aber eher unentschlossen und zusammengewürfelt.

Am unstimmigsten ist wohl „What You Made Me Become„. Die Grundidee war Brutal Death Metal, in der Ausführung nicht sonderlich gut gemacht. Was das komische Beetlejuice-Riff soll, verstehe ich einfach nicht, die spooky Melodie passt nicht zum anvisierten Style. Der Gesang, der auf dem kompletten Album recht guturral ist, und etwas an Dave Rotten erinnert, wird ausgerechnet hier, wo er noch am besten ins Gesamtbild passt, durch nervige, hohe Schreie ergänzt. Es passt alles irgendwie nicht.

Die weiteren Schwächen von „Bound To Hate“ sind sicherlich nicht ganz so krass, aber zeigen sehr deutlich das frühe Stadium der Band. „Hellgates Awaits“ oder „The Reaper“ haben zwar diesen leichten Avulsed-Charme – auch in der Harmonieführung – sind aber insgesamt einfach langweilig und nichtssagend. „Obliverate The Weak“ ist zwar schon etwas interessanter, doch spätestens beim Brutal Death Metal-Part, versagen BLOOD RAPTURE. Es fehlt einfach am Druck und dem richtigen Groove, um auch nur annähernd an den gewünschten Slam-Effekt zu kommen. Gleiches Problem geschieht auch in „In The Jaws Of Death„, das zum Schluss hin eigentlich nur noch nervt.
Und viel zu häufig wirken die Songs nicht in sich schlüssig, sondern nur irgendwie aneinandergestückelt.

Neben den kompositorischen Schwächen, strauchelt „Bound To Hate“ auch an anderen Stellen ein wenig. Gelegentlich spielen BLOOD RAPTURE etwas über ihrem Niveau, dann holpert der Beat schon mal, oder das Riffing klingt nicht sonderlich tight. Dazu kommt ein eher suboptimaler Sound. Der Gitarre fehlt es an Bauch, der Bass wummert undifferenziert im Hintergrund und die Becken klingen nervig. Alles Kleinigkeiten, die dem großen Ganzen nicht sonderlich zuträglich sind.

Für mich persönlich birgt „Bound To Hate“ noch etwas Verwirrung. Meine vorliegende CDr (mit professionell gedrucktem Booklet und Inlay) weißt eine gänzlich andere Track-Reihenfolge auf, als bei Metal-Archives.com oder auf Bandcamp angegeben ist. Beispielsweise fungiert bei mir „Into The Gates Of Suffering“ als Intro. Zwar als zweiter Song, direkt nach „Blood Of The Innocents„, aber immerhin als Einleitung ausgewiesen. Im Internet erscheint der Track später in der Reihenfolge und wurde zum instrumentalen Interlude. Am Ende sollen solche Details aber egal sein. Wer „Bound To Hate“ physisch haben mag, bekommt ein achtseitiges Booklet mit lauter Bildern und der Danksagung der Band, Song-Texte gibt es leider keine.

Infos:
Eigenproduktion – 15. July 2013
CD – 11 Lieder / 38:43 Min.

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