Among Rats – Intact World


Among Rats - Intact WorldDas Auge isst mit, das hat schon die Frau Großmutter gesagt. Doch im ersten, visuellen Eindruck steht noch nicht ganz fest, wonach „Intact World“ wohl schmeckt. Farbgebung und Ausführung erinnern eher an Punkrock, die sozialkritische Botschaft legt einen Vergleich zum klassischen Grindcore nahe. Am wenigsten wäre ich wohl darauf gekommen, dass AMONG RATS oldchool Death-Grind mit dickem Schlag Thrash Metal spielen. Naja, so ganz mein Geschmack ist das „Artwork“ von Patrick Brandstätter nicht, auch wenn es die Release sicherlich aus der Klischee-Suppe anderer Veröffentlichungen abhebt. Ob nun verkaufsförderlich oder nicht, das bleibt abzuwarten.

Musikalisch präsentiert sich die 2009 gegründete Band aus Österreich hingegen wesentlich solider und ist in den knapp 33 Minuten ihres Debütalbums doch recht fassettenreich. Von kurzen Ballernummern unter oder knapp an der Ein-Minuten-Marke zu zäh-schleppendem Downtempo in „Violation“ hin zu vielen, reitenden Thrash-Momenten quer durch die gesamte Scheibe. Dazu kommen ein paar Zitate, beispielsweise etwas Autopsy-Flavour am Ende von „Asylum Et Delirium„, etwas Sacred Reich in „Snow Covered“ und gelegentlich eine Slayer Adaption. Besonders das Outro von „The Forsaken“ hat ein unverschämtes Augenzwinkern Richtung „Raining Blood„. Nice!

Viele Riffs und Grundstrukturen von AMONG RATS leben den Death-Grind alter Schule: Simpel, geradlinig und direkt. Ohne den Variationsreichtum oder die Einflüsse aus dem Thrash Metal, hätte das schnell auch monoton werden können. Doch die Mischung ist unterhaltsam, kurzweilig und hat durch die Spielfreude der Band immer wieder ordentlich Groove und Drive. Dazu kommt eine angenehm trockene Produktion, bei der mir besonders der knurrende Bass gefällt, und die alle Instrumente gut zur Geltung bringt.

Entgegen möglichen Vorurteilen über sein Cover, ist „Intact World“ ein rundes Einstandswerk. Mit „Snow Covered„, „Human Dignity Rape„, „Trained To Drill“ oder „The Forsaken“ sind sogar ein paar Songs mit deutlichem Hitpotential vorhanden, die mich die Zukunft der Band mit deutlichem Interesse beobachten lassen. Für faire 9,99 zuzüglich Porto, bekommt man die CD direkt beim Label Rebirth The Metal. Da kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Infos:
Rebirth The Metal – 2013
CD – 16 Lieder / 32:37 Min.
https://www.facebook.com/Among.Rats
http://www.rebirththemetal.de.vu/
https://www.facebook.com/pages/Rebirth-the-Metal-Productions/189575314416992
http://rebirththemetalproductions.bandcamp.com/