African Corpse – Corpsewar


African Corpse - Corpsewar

Ich sage es ja immer wieder. Manche Bands sollten einfach nur Fans bleiben. Es hilft niemanden, wenn ein weiteres, ideenloses Album den Mark überschwemmt. Da mögen die Intentionen von AFRICAN CORPSE noch so gut sein. Die Texte sollen sozialkritisch sein und auf die Missstände in der dritten Welt hinweisen. Und soweit ich mitbekommen habe, sollen die Bandmitglieder auch sozial engagiert sein. Dies in allen Ehren, aber warum hat man dann nicht die Zeit, Energie und das Geld, das in „Corpsewar“ investiert wurde, in diese gemeinützigen Unterfangen investiert? Damit wäre jedem (!) mehr geholfen, als mit diesem Debütalbum!

Ohne Demo oder EP im Vorfeld, ist die Scheibe ein Sammelbecken aus den üblichen Fehlern. AFRICAN CORPSE sind identitätslos, wissen nicht, ob sie nun Death oder Thrash spielen, oder sich vielleicht doch im Metalcore zuhause fühlen. Der Bonustrack, ein Dubstep/Elektro Remix eines eigenen Songs, macht diese Unentschlossenheit nicht unbedingt besser.
Dazu kommt das unübersehbare Problem, dass die Ripp-Offs in den Liedern unglaublich generisch sind! An fast jeder Ecke denkt man: „Das Riff kennst Du doch!“ oder: „Nun kommt dieser eine Break“. Dazu kommt noch „dieser bestimmte Mittelpart“ und AFRICAN CORPSE sind gänzlich gesichtslos und austauschbar. Dabei sind viele Lieder nicht mal so schlecht, dass man sich richtig darüber aufregen könnte, sondern sie plätschern nur so an einem vorbei. Ohne wirklich Druck, Energie oder Drive. Musikalische Kleingeistigkeit, die ich persönlich fast schon aus der kölner Provinz vermutet hätte. Aber AFRICAN CORPSE kommen aus Heilbronn…

Ein paar richtig negative Ausreißer bietet „Corpsewar“ dennoch. Beispielsweise den unglaublich schlechten Schrammelpart aus dem selbtstetitelten Song, den System Of A Down hundertmal besser hinbekommen hätten. Dass dieser Song mit langweiligen Spoken-Words und nervigem Ufta-Ufta gänzlich unterirdisch ist, muss an dieser Stelle nicht erwähnt werden. Auch sind die Lyrics hier ein Paradebeispiel für die plakative Stumpfheit, die AFRICAN CORPSE über das komplette Album pflegen. Da muss man nicht mal ins Booklet schauen, um von der eindimensionalität genervt zu sein.
Save My Soul“ ist richtig derber Metalcore-Crap in dem Callejon ordentlich grüßen und „Enemy Mine“ trägt die melodische Theatralik flockig fort. Spoken Words und nervige Stakkatos inklusive, ein Anti-Song aus dem Bilderbuch.
Ähnliche Tendenzen hat auch „I Hate You„, das durch seinen unglaublichen Trash-Faktor aber auch wieder unterhaltsam ist. Gänzlich abgesehen davon, dass die Lyrics nicht pupertärer sein könnten und in der gesanglichen Phrasierung sehr an den Nu Metal der späten 90er Jahre erinnert, klingt die Instrumentalisierung so als ob Heaven Shall Burn den Papa Roach Song „Between Angels & Insects“ gecovert hätten. Ich muss gestehen, das hat gewissen Unterhaltungsfaktor. Dazu kommen peinliche deutsche Phrasen am Ende des Songs, die wie ein bittersüßes Sahnehäubchen die Krone auf den Song setzen.

Ach, was ein Crap! Und neben den musikalischen Aspekten verspielen AFRICAN CORPSE sicherlich noch einiges an Szene-Credibility, wenn die Musiker sich im Booklett bei Gott, Jesus und dem Rock Am Ring bedanken…

Infos:
SOAL – 2013
CD – 13 Lieder / 34:33 Min.

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