Winds Of Genocide – Abigail – Satanik Apokalyptic Kamikaze Kommandos

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Winds Of Genocide - Abigail - Satanik Apokalyptic Kamikaze Kommandos
Auf in die Schlacht, die „Satanik Apokalyptic Kamikaze Kommandos“ rufen zum Himmelfahrtskommando! Da darf man nicht zimperlich sein, sondern darf gerne schon mal was gröber zur Sache gehen. WINDS OF GENOCIDE und ABIGAIL (Japan) sind da genau die richtigen Kandidaten für den Soundtrack!

Bereits mit ihrer ersten MCD „The Arrival of Apokalyptic Armageddon“ hinterließen die britischen Todeskrusten einen ordentlichen Eindruck bei mir. Bis zum angekündigten Debüt, das über Pulverised Records erscheinen soll, wird aber noch etwas Zeit vergehen. Soweit ich mitbekommen habe, starten die Aufnahmen nicht vor dem Frühjahr 2014. Da kommt diese Split aus dem letzten Jahr (2012) gerade richtig. Und für den Fan von WINDS OF GENOCIDE ist sie besonders attraktiv, hat die Band um Frontfrau Kat den Bärenanteil der CD: Sieben Lieder in gut 17 Minuten stehen drei Songs von ABIGAIL in knapp achteinhalb Minuten gegenüber. Für die geplante Vinyl-Version, die über Doomentia kommen sollte, wurden von den Japanern darum noch zwei weitere Songs aufgenommen. „Witching Metal Slut“ und das Sodom-Cover „Outbreak Of Evil„. Doch was schlussendlich aus der LP wurde, weiß ich nicht. Irgendwie findet sich dazu nichts konkretes im Internet… Konkret ist hingegen diese CD vom thailändischen Label Witchhammer Productions.

WINDS OF GENOCIDE beginnen die gut 25 Minuten der Scheibe, und langen – wie bereits gesagt – mit dem großen Löffel zu. Im Vergleich zu „The Arrival Of Apokalyptic Armageddon“ ist das neue Material wesentlich forscher und brutaler. Aber leider damit einhergehend auch stumpfer. Vorher erinnerte mich die Musik stark an Wolfpack, nun klingt es mehr nach Doom.
Dabei kommen immer noch super Songs rum, „Murderous Bloodthirst“ fetzt ordentlich, „Reaping The Blood Harvest“ hat immer noch starke Death Metal Einflüsse und „Wardogs Of The Wasteland“ ballert richtig derbe auf die Schnauze.
Besonders gut gefällt mir der exponierte Bass. Oft dezent im Hintergrund, aber an den richtigen Stellen, packt Dan coole Sachen aus. Ein überraschendes Solo in „Murderous Bloodthirst„, coole Linien in „Reaping The Blood Harvest„, verstörende Klänge in „Plague Of Devouring Pestilence„. Das sind die Momente, die WINDS OF GENOCIDE immer noch irgendwie interessant machen.
Doch leider spielen die Songs zu sehr das Schema-F runter, klingen insgesamt sehr gleichförmig. Die vorhergehende MCD hatte wesentlich mehr Abwechslung, Mut zur Melodie. Für das kommende Full-Length würde ich mir eine ausgewogene Mischung aus dieser Variation und der hier präsentierten stumpfen Brutalität wünschen.

Für ABIGAIL bleibt auf der CD nunmehr das Schlusslicht. Ich muss gestehen: So schlimm finde ich das gar nicht. Natürlich haben die Japaner einen gewissen Kultstatus, immerhin veröffentlichen sie seit 1992 munter Demos, Splits, EPs und Alben. Die resultierende Menge der Releases steht fast mit Nunslaughter und Agathocles in Konkurrenz. Doch beeindruckt mich dieser Backkatalog eigentlich genau so wenig, wie es die dargebotene Musik tut. Irgendwo zwischen Hellhammer, Venom, Motorhead und etwas teutonischem Speedmetal spielen ABIGAIL low-fi Black/Thrash’n Roll, der zumindest in diesen drei Liedern auch immer nach dem Schema-F abläuft. Die Songs sind zwar unterhaltsam, haben aber Null Variation. Irgendwie macht der rotzige Groove aber schon Spaß, hat nur keinerlei erinnerungswürdige Momente, die ABIGAILs Beitrag im Gedächtnis lassen. Dazu kommt ein wirklich gewöhnungsbedürftiger Sound, der gegen WINDS OF GENOCIDE schon abstinkt. Der Bri Doom hat bei den Engländern einfach einen guten Job gemacht…

Ich persönlich nehme diese Split gerne in meine Sammlung auf, als weitere Fassette in der Entwicklung von WINDS OF GENOCIDE. Wer die Band noch nicht kennt, sollte aber „The Arrival of Apokalyptic Armageddon“ oder das zuvor veröffentlichte Demo antesten, das macht wesentlich mehr Spaß. ABIGAIL nehme ich an dieser Stelle gerne mit. Die Jungs spielen mit Herz und Seele, was man nicht zuletzt am coolen Solo von „Black Fire Of Darkness“ hört. So richtig begeistern kann mich „Satanik Apokalyptic Kamikaze Kommandos“ aber doch nicht.

Dank dem Terrorizer-Magazin, wo Kat auch regelmäßig ihre Band Of The Week vorstellt, kann man die komplette Split anhören und sich selber ein Bild machen:

Infos:
Witchhammer Productions (CD) / Doomentia (LP) – 2012
Split-CD – 10 Lieder / 25:38 Min.

http://www.whpkult.com/
https://www.facebook.com/DoomentiaRecords
https://www.facebook.com/pages/Winds-of-Genocide/187999007899518
https://www.facebook.com/pages/ABIGAILBARBATOS/208365735859610