Repuked – Up From The Sewers


Repuked - Up From The Sewers

Es ist noch gar nicht so lange her. Da beschwerte ich mich, dass man die letzte EP von REPUKED und deren Split mit Haemophagus hierzulande gar nicht so einfach bekommt. An dieser Stelle kamen Graveyard Ghoul mit ihrem Debüt genau richtig und haben mich REPUKED sogar ein klein wenig vergessen lassen. Nun erschien aber schlussendlich das zweite Full-Length „Up From The Sewers“ via Soulseller Records und die schwedischen Sickos sind wieder voll im Geschehen!

Im Endeffekt ist das neue Album die konsequente Fortsetzung des bisherigen Weges. REPUKED huldigen immer noch ohne Ende Autopsy. Total. Und absolut. Und in diesem Bestreben ist „Up From The Sewers“ wohl die größte Annäherung an die Vorbilder um Chris Reifert. Um die Worte vom Kollegen Gerste/Campaign For Musical Destruction zu verwenden: „Pervertopia“ klingt als hätte man GG Allin und Autopsy in einen Sarg gesperrt und ein paar Knallfrösche hinterher geworfen. Dreckig hat es gerappelt in der Kiste! Doch hatte das Debütalbum schon wesentlich mehr Struktur als die Demos, die stellenweise schon arg chaotisches Gepolter waren. Ohne den Zwischenschritt über die EP und Split zu kennen, sind REPUKED als Musiker vollends erwachsen geworden.

Naja das darf man nun aber auch nicht auf die Goldwaage legen. „Up From The Sewers“ ist ranziger Death Metal mit Toiletten-Texten. Dennoch ist das Gesamtbild und die einzelnen Songs gut durchdacht! Richtige Ausbrüche in chaotisches Gekloppe sind selten geworden. „Hobo Holocaust“ wäre so eine straighte Ufta-Ufta-Haudrauf-Nummer, die gleichzeitig aber auch viele weitere Elemente inne hat – und dadurch doch nicht ganz so stumpf ist, wie man zunächst meint. Und auch der Punk ist etwas zurückhaltender auf dem Album. „Fuck You, fucking Whore“ hat so einen schönen rotzigen Midtempo-Part. Auch „Stinkhole“ geht simpel auf die Fresse.

Doch größtenteils übernimmt der Autopsy-Worship, inklusive starker Doom/Death Einflüsse, die Oberhand auf „Up From The Sewers„. Direkt der Opener und Titeltrack hat alle Trademarks: Gesang, Tempo-Wechsel, Melodielinen. „Fuck You, fucking Whore„, „Nightsoil Drunks„, „Stinkhole“ oder „Winter Puke Disease“ machen munter weiter. Mal ist die Huldigung schon nahe an einer Kopie, mal bringen REPUKED aber zum Glück wieder eigene Elemente rein. Wenn denn mal wieder der GG Allin-Punk stärker hervorkommt. Oder wenn sich die Saitenfraktion gegenseitig mit unterschiedlichen Gesangsstilen ankotzt. Da bekommt man in „Nightsoil Drunks“ schon mal „Gangshouts“ der etwas anderen Art zu hören. Oder wenn fieses Harmonizergeblubber die gesangliche Kakophonie noch weiter aufmischt. Auch scheint der Solo-Anteil größer und verspielter als auf den Vorgängern zu sein.

Up From The Sewers“ ist anders als „Pervertopia„. Und das ist eigentlich sehr gut, denn eine Band, die sich nicht weiterentwickelt, ist eigentlich schon tot. Doch im ersten Moment hat es mich schon etwas irritiert, vielleicht sogar gestört. Wo war der dicke Punk? Das chaotische Feuer? Nach einigen Durchläufen weiß ich: Beide Elemente sind immer noch da. Nur nicht immer so plakativ, sondern dosierter eingesetzt. REPUKED nehmen sich nur etwas mehr Zeit für Downtempos, Soli und Melodien. Dabei kommen wieder eine ganze Reihe Hits raus. Allen voran das großartige „Winter Puke Disease„! Grandioser Track!

Am Ende bin ich aber wiedermal der einzige, der sich mit dem Album warmhören musste. Fans von Autopsy, Abscess, Murder Squad oder neuerdings Graveyard Ghoul werden diese Scheibe vom ersten Moment an lieben. Up The Punks!

Infos:
Soulseller Records – 02.09.2013
CD/LP – 11 Lieder – 39:06 Min.

https://www.facebook.com/pages/Repuked/132754393430493
http://www.soulsellerrecords.com/
https://www.facebook.com/SOULSELLERRECORDS