Punish – Sublunar Chaos


Punish - Sublunar Chaos

Heute ist es schon eine gängige Praxis. Doch als PUNISH vor drei Jahren ihr letztes Album „Raptus“ kostenlos zum Download, nur mit der Bitte um Spende anboten, war dieses Pay-What-You-Want-Konzept noch richtig neu! Die schweizer Tech-Deather zeigten sich mit diesem Schritt mutig und innovativ. Auch war das Album eine musikalische Weiterentwicklung von Vorgänger „Dawn Of The Martyrs und machte neugierig auf den weiteren Werdegang. Mittlerweile ist das vierte Album „Sublunar Chaos“ bei Apostasy Records (ehemals Delicious Bowels Agency) erschienen. Doch leiden PUNISH immer noch unter den gleichen Schwächen wie zuvor.

Sublunar Chaos“ profitiert aber auch von der bisherigen Stärke der Band. Der technische Aspekt dient nicht dem Selbstzweck. Es geht nicht darum, die krassesten Gravitys zu ballern oder die flinksten Arpeggios zu daddeln. PUNISH stellen zwar hohe Ansprüche an ihr eigenes Handwerk, lassen aber die Melodie nie zu kurz kommen.
Dabei geht es schon mal etwas überambitioniert zur Sache. Gerade die enthusiastischen Soli können epische Ausmaße annehmen, wie in „Denial Means War“ oder dem „Notorious Deathdealer„. Letztgenannter Song strauchelt auch unter dem etwas übertriebenen Melodieanteil, es ist einfach zu viel Zucker. Gleiches gilt eigentlich auch für das verspielte Lead aus „Selfimposed Neurotic„, das im Kontext aber nicht ganz so cheesy wirkt.

Zwischen Blastbeats und etwas überengagierten Melodien, kommt gelegentlich auch wieder ein dezenter Hauch Black Metal durch „Sublunar Chaos“ gefröstelt. „Future Repeats“ beginnt leicht angeschwärzt und auch „Selfimposed Neurotic“ hat diesen gewissen Vibe. Die Einsprengsel verschwinden aber auch schnell wieder in den geringfügig überladenen Songs.
Der Opener „Incipit Chaos“ ist ein gutes Beispiel, dass PUNISH nach einem Ticken zu langer Spielzeit und ein paar Ideen zu viel auch wunderbar wieder die Kurve kriegen können, und den Song schlüssig wieder da beenden, wo er einst begonnen hat. Das funktioniert über die Spieldauer von knapp 50 Minuten aber nicht immer. „Notorious Deathdealer“ verliert sich ein wenig und trotz vieler cooler Bausteine, verstehe ich „Future Repeats“ als Gesamtbild nicht.

Dass PUNISH generell ihre Ideen etwas straffen und auf den Punkt bringen könnten, zeigt das gute, aber deutlich zu lange Instrumental „M2“ kurz vor Ende des Albums. Etwas seine technischen Fähigkeiten zeigen, das ist die eine Sache. Aber das direkt 5 Minuten lang? Dafür passiert in dem Song eigentlich zu wenig. In anderen Liedern der Platte tümmeln sich zu viele Parts. Die ausgewogene Mischung muss noch gefunden werden.

Doch ich will nicht alles schlecht reden! „Sublunar Chaos“ ist ein solides Album und hat auch einige gute Songs. „Denial Means War„, „Arise From The Ambush“ oder „Selfimposed Neurotic“ haben – trotz genannter Mängel – durchaus Unterhaltungsfaktor. Persönlich gebe ich dennoch den aktuellen Alben von Altars, Gorguts oder Ulcerate den Vorzug, wenn es um technischen Death Metal geht…

Infos:
Apostasy Records – 2013
CD – 10 Lieder / 48:46 Min.

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