Lucifericon – The Occult Waters


Lucifericon - The Occult Waters

Uhuuuu, wie mysteriös! Über LUCIFERICON gibt es nicht viele Informationen. Man munkelt aber, dass die niederländische Band aus (ehemaligen) Mitgliedern von Malicious Dream, Pentacle, Excision und Destroyer 666 besteht. Eine geschickte Mischung aus Unwissenheit und vielversprechenden Gerüchten, die natürlich das passende Image zum „Okkult Death Metal“ erzeugt.

Fakt ist auf jeden Fall, dass „The Occult Waters“ bereits 2012 in Eigenproduktion erschien. Damals noch mit einem eher… nennen wir es suboptimalen Ästhetikverständnis. Dieses Jahr kam die Neuauflage von Blood Harvest Records als schicke 12″ EP mit neuem Artwork und neuem Logo. Derweil der Bandschriftzug schon mehr zur Stilistik passt, gefällt mir das überarbeitete Cover immer noch nicht so recht. Doch das sind Äußerlichkeiten.

Ich muss zugeben, im ersten Durchlauf hat mich „The Occult Waters“ auch musikalisch nicht direkt umgehauen. Eigentlich peinlich, dies im Nachhinein zuzugeben! Denn mit jedem Hören wuchs und wuchs das Mini-Album und macht mir nun richtig Spaß! Für mich klingt die Scheibe nach frühen Necrophobic, die etwas Morbid Angel zur „Convenant“ und dezente Priesen Dissection dazunehmen; nach griffigem und mitreißendem blackened Death Metal!

Nach dem dröhnenden Intro „Infinituum„, haut das satanische „The Temple Of Lucifericon“ schon mal ordentlich rein. Das Highlight von „The Occult Waters“ ist aber schön zentral platziert: „Moon Over Fading Statues“ ist einfach ein perfekter Song! Mit akustischer Gitarre eingeleitet, dezent durch synthetische Streicher unterlegt, steigert sich die Nummer langsam durch Black Metal immer weiter, bis das extrem fetzige Riffing den Hörer fesselt. Doch dann folgen so richtig fette Melodien, die einfach in Mark und Bein übergehen. Eine richtig dicke Nummer, die alleinig den Kauf der Platte rechtfertigt!
Azalel’s Torch“ ist gleichermaßen eine mächtige Tanznummer, die in Gänze wohl konstruiert ist. Die Mischung aus treibendem Uptempo und coolem Midtempo hat eine Menge Kraft. Auch wenn es gegen Ende etwas schwerer wird, drücken LUCIFERICON stark von unten heraus! Das abschließende „Deathtongue“ räumt als Black Metal Rachenputzer noch mal ordentlich hinter der vorhergegangenen viertel Stunde auf und rundet „The Occult Waters“ gut ab. Garniert werden die guten Songs mit richtig guten, emotionalen Soli, organischem Drumming und fiesen Nekkkro-Gesang.s

Dank Blood Harvest kann man die EP bequem und komplett anhören. Im Stream über Bandcamp. Doch man sollte sich vielleicht nicht so viel Zeit lassen wie ich, und die Songs wachsen und wirken lassen. Denn offiziell sind nur noch 48 Exemplare der auf 300 Einheiten limitierten LP da – also beim Label. Und nachher ist das Gejammer und Gesuche wieder groß… Sagt bitte nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Infos:
Blood Harvest Records – 2013
12″-EP – 18:09 Min.

https://www.facebook.com/lucifericon
http://bloodharvestrecords.bandcamp.com/
http://www.bloodharvest.se/
https://www.facebook.com/pages/Blood-Harvest-Records/300012152033