Days Of Desolation – Days Of Desolation


Days Of Desolation - Days Of Desolation

Irgendwie hat das alles wieder länger gedauert. Die ersten Ankündigungen für dieses Album geschahen bereits im Oktober 2011. Damals noch unter der Aussage: „Starting (re-)recording our debut full-length today“. Schlussendlich erschien das Debüt „Days Of Desolation“ erst zum gemeinsamen Gig mit Fuck The Facts im July 2013. Ob diese immense Zeitspanne irgendwem anders aufgefallen ist als mir, weiß ich allerdings nicht. Vielleicht denjenigen, die Gitarrist Jasper durch seine Untriebigkeit im Grindcore/Crust-Underground kennen. Immerhin hat er diverse Artworks für illustre Veröffentlichungen gemacht. Unter anderem für die Power-It-Up Tribute an Disrupt und Nasum, für Noisear, Entrails Massacre oder Suffering Quota.

Am Ende ist auch egal, wer wie die Veröffentlichung dieses Debüts gewartet hat. Denn jeder Fan von Stenchcore sollte die Scheibe anchecken! Grindcore, Hardcore, D-Beat, Crustcore, alles findet sich bei DAYS OF DESOLATION wieder und wird voller Energie und Power runtergerotzt!

Wer unbedingt meckern will, kann dem Album eine gewisse Gleichförmigkeit vorwerfen. Bis auf wenige Ausnahmen, namentlich „The Incarcerating End“ oder „Lifeless„, verfolgen DAYS OF DESOLATION recht kompromisslos ihre Vorstellung von räudigem Punkrock. Jede Sekunde der 33 Minuten geht gnadenlos auf die Fresse, jede Sekunde der vierzehn Lieder klingt einfach nur dreckig und gnadenlos roh. Obwohl eigentlich jedes Instrument gut erkennbar ist.

Aber so richtig gleichförmig sind DAYS OF DESOLATION nicht. Gerade die Blastbeats kommen immer sehr abrupt und überraschend. „Plastic Hell„, „Corrosion„, „The Curve„, „Left To Rot“ haben diesen Huch-Moment. „Lifeless“ ist fast schon cheesy mit seinen Melodic Hardcore Melodien – und schockiert dennoch mit brutalem Geballer am Ende. „Never A New Dawn“ oder der Titeltrack überzeugen mit intelligenten Breaks. „The Incarcerating End“ ist ein vergleichsweise emotionaler Track und „… To Damnation“ erinnert ein wenig an Wolfbrigade.
Dazu kommen immer wieder packende Leadgitarren, die voller Emotion und Verzweiflung sind und die einzelnen Songs enorm aufwerten.

DAYS OF DESOLATION sind also nur auf den ersten Blick geradlinig und vorhersehbar. Bei genauem Hinsehen zeigen sie hervorragend, dass kompromisslose Brachialität sich nicht zwangsläufig von intelligenten Songstrukturen und griffigen Harmonien ausschließen muss.

Und am Ende erfüllt die belgische Band vollends meine Erwartungen! Ein paar wenige Songs spielen zwar nicht auf höchsten Niveau, das stört aber das Gesamtbild nicht. „Days Of Desolation“ ist eine kurzweilige Scheibe zwischen Hardcore, Stenchcore, D-Beat und immer wieder diesem gewissen Grind-Moment, der die Geschichte interessant würzt.

Aktuell gibt es nur die CD und den Pay-What-You-Want-Download auf Bandcamp. Einhergehend auch den Stream, damit ihr euch selber ein Bild von dem Teil machen könnt – was ich dringend empfehle!
Auf die LP müssen wir momentan noch warten, weil sich irgendwie kein passendes Label findet. Eigentlich eine Schande! Wenn ich mir anschaue, welche anderen Schundkapellen momentan von Verlägen mit LPs beglückt werden, bekomme ich die Tränen in die Augen. Aber noch ist nicht aller Tage Abend und vielleicht kommt die Platte auch in absehbarer Zukunft… Solange hört den Stream, ladet euch die Musik runter und unterstützt DAYS OF DESOLATION und Jasper durch den Kauf von CD oder T-Shirt! Räudiger Stenchcore FTW!!!

Infos:
[Ja, da war wohl ein Label dabei, aber ich habe den Download ohne Meta-Infos direkt von der Band bekommen] -2013
CD – 14 Lieder / 33:17 Min.

https://www.facebook.com/pages/DAYS-OF-DESOLATION/113680668660664
http://daysofdesolation.bandcamp.com/