Altars – Paramnesia


Altars - Paramnesia

Oh, das war eine lange Geburt! Nach ersten Lebenszeichen in Form des selbstbetitelten Demos aus dem Jahre 2008, machten mir ALTARS das erste mal zusammen mit Tzun Tzu und der gemeinsamen Split-Single Appetit auf mehr. Das war 2009. Letztes Jahr gab es dann den Vorgeschmack auf das Debüt, als die Kassetten-Split mit Heavin Earth, die über Nihilistic Holocaust erschien. Nun ist endlich das erste Full-Length dieses australischen Albtraums erhältlich, auf LP via Blood Harvest Records und mit leicht anderer Track-Reihenfolge auf CD über Nuclear Winter Records. Wo genau die Unterschiede liegen, weiß ich nicht, da es sich aber um die gleichen Songs handelt, sollte es auch schlussendlich egal sein.

Wie gesagt, die Erwartungen waren hoch. Und ALTARS haben nicht enttäuscht! Im Gegenteil, das Trio erfüllt mit „Paramnesia“ alle Erwartungen und bietet anspruchsvollen Death Metal, obskur und düster bis ins Mark. Ein paar Einflüsse mögen bekannt sein. Man hört einige Riffs, die sehr an Morbid Angel zu „Domination“ oder „Gateways To Annihilation“ erinnern. Und das Schlagzeugspiel aus dem Opener „Mare“ hat diesen coolen Groove, den Derek Roddy auf der „I, Monarch“ fuhr: Ballernde Blastbeats und dennoch einmal pro Takt einen Schlag auf eine zweite Snare. Ein ziemlich cooler Beat, den dennoch nicht häufig hört….

Doch abseits von diesen gewissen Parallelen – und vielleicht noch einigen Bezügen zu Immolation – sind ALTARS sehr einzigartig. Bereits erwähntes „Mare“ ist ein schönes Beispiel, dass in den Songs viel passiert. Blastbeats in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Riffs, die mal griffig, mal absolut dissonant sind, bedrohliche Atmosphäre und zerstörerische Gewalt. Ja, manche der etwas stimmungsvolleren Momente, wenn die Gitarren schon mal etwas klimpern dürfen, lassen – zumindest bei mir – heutige Tribulation/Negative Plane oder auch die Nachbarn Ulcerate dezent anklingeln.

Diese Mischung macht „Paramnesia“ zu einem mächtigen Debütalbum. Die epische „Paramnesia„-Triologie (inklusive drone-igem Interlude), das bereits bekannte „Husk“ oder „Mare“ sind die Paradebeispiele für die Großmacht ALTARS. Die anderen Songs stehen aber nur wenig nach, die Australier sind zu jeder Sekunde über die Masse der aktuellen Copycats erhaben. Technischer Anspruch, eigene Ideen, Zitate von absolut finsteren Bands und immer wieder die richtige Atmosphäre oder griffige Momente platziert, damit der Song in Erinnerung bleibt. ALTARS haben damit alles richtig gemacht – und „Paramnesia“ ist definitiv eine der besten Death Metal Platten des Jahres!

Wer mir nicht glaubt, sollte unbedingt auf die Bandcamp-Seite von Blood Harvest gehen, dort steht „Paramnesia“ komplett zum anhören bereit.

Infos:
Blood Harvest Records (LP) / Nuclear Winter Records(CD) – 2013
CD/LP – 8 Lieder / 42:41 Min.

https://www.facebook.com/AltarsDeath
http://altarsdeath.bandcamp.com/
http://www.nuclearwinterrecords.com/
http://bloodharvestrecords.bandcamp.com/
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