Tormented – Death Awaits


Tormented - Death Awaits

Neben meiner Schwäche für alten ruppigen Grindcore, habe ich auch einen Hang zum guten alten Death Metal. Obwohl ich nicht zu den Käufern gehöre, die sich schlichtweg alles, was aus Schweden an Death Metal kommt, blind eintüten und zu Hause bunkern, muss ich doch zugeben, dass gerade TORMENTED eine Band ist, die mich echt beeindrucken kann.

Seit ihrer Split mit Bombs of Hades, bin ich von dieser Horde irgendwie angezogen, und das aus gutem Grund! Als ich mir die Scheibe vor ein paar Wochen bestellte, ließ ich in unserer Bude alles stehen und liegen und rannte wie ein Besessener zum Plattenspieler, um mir den wilden Death Metal Reigen zu geben. Allerdings sei gesagt, dass die neuen Songs eine Weile brauchten, bis sie bei mir funkten.

Aber nachdem ich die Scheibe in letzter Zeit verdammt oft hörte, bin ich echt von den Socken, dass mich nach längerer Zeit endlich wieder mal eine Schwedenhorde beeindrucken kann. Man sagt ja gerne, dass die ollen Schweden ihren eng gesteckten Rahmen mit ihrem Sound nicht verlassen, gar beharrlich stur bleiben, um ja an der alten Elchtradition festzuhalten. Dass es auch anders und weitaus lockerer geht, zeigen die neuen Attacken von TORMENTED.

Gleich nach Aufsetzen der Nadel ertönt mit dem Titeltrack auch schon der erste Brecher, der herrlich ungeschliffen über dich herfällt. TORMENTED unterscheiden sich alleine schon beim Gesang von ihren Genre- und Landeskollegen, denn Dreads Gesangstil ist nicht der so typische tiefe Growlgesang, sondern Dread keift seine Texte fast schon verständlich, leicht verzerrt natürlich, aber immer mit genügend Power und Wut heraus.

TORMENTED sind überwiegend im mittleren Tempo zu Hause, was verdammt gut zu diesen rohen und gruftigen Songs passt, denn somit kommt man in den Genuss, die wirklich coole und lässige Gitarrenarbeit bestens herauszuhören und für sich zu entdecken. TORMENTED sind ganz klar von Bands wie Entombed der alten Tage und Dismember neueren Datums inspiriert worden, das Ganze mit einer dreckigen Kelle Punk serviert, dazu noch ein paar richtige Killersongs, mehr braucht es nicht, um beim Hörer Begeisterung zu entfachen.

Wer ebenfalls die Schnauze voll hat von den ganzen hochgezüchteten Death Metal Bands, wo alles an Dreck und kleinen Patzern bis aufs iTüpfelchen per Technik herausgemogelt wurde, der wird gerade von diesen alten Recken ein wirklich starkes und ehrliches Death Metal Brett erhalten. Ich mag es einfach, wenn man den Songs anmerkt, dass sie roh und unverkrampft eingebolzt wurden und nur ein Mindestmaß an Veränderungen bei den Songs vorgenommen wurde.
Was ebenfalls für viele interessant sein dürfte, ist die Tatsache, dass sich TORMENTED mal nicht für Dan Swanö entschieden haben (auch wenn Dan echt geile Platten in den letzten Jahren produziert hat!), denn hier saß Claes Holmberg an den Reglern, der der Scheibe ein wirkliches 90er Jahre Feeling verlieh, ohne dabei aber die Retroschiene zu bedienen.

Wer auf alten, angestaubten, furztrockenen, rotzigen Death Metal mit amtlichem Stinkefinger steht, der sollte sich für diese Scheibe entscheiden, denn das Teil macht echt was her und verliert auch nach der 50. Runde (!!!) nicht an Energie. So soll’s doch sein! Ich geh mir mal gschwind einen Elch kaufen, um den Jungs einen Besuch abzustatten.

Infos:
Listenable Records – 2013
CD/LP – 9 Lieder / 40:53 Min.

https://www.facebook.com/pages/Tormented/161161300563301
https://www.facebook.com/listenablerecs
http://listenable.net/