Sodom – Epitome of Torture


Sodom - Epitome of Torture

Na also… geht doch! Nach dem meiner Meinung nach eher schwächeren Vorgänger „In War and Pieces“ legt Angelripper eine wahre Thrashgranate hin, was man so nicht wirklich erwartet hätte. Auf der Vorgängerscheibe waren so einige Lückenfüller und vergeigtes Material am Start, ich sag nur „Knarrenheinz und Co„, was sehr tief blicken ließ! Ich finde, mit den neuen Songs werden SODOM wieder einiges gut machen können, denn „Epitome of Torture“ ist vollgepackt mit richtig fetten, Energie geladenen Thrashnummern und jeder Menge Enthusiasmus.

Immer dann, wenn man meint, SODOM hinken ihrer Zeit hinterher und sind am Abkacken, zeigt einem das Ruhrpott-Urgestein, dass man selbst mit 50 Lebensjahren noch die Wildsau rauslassen kann. Gleich der erste Song rennt einige Stahltüren ein, denn „My Final Bullet“ ist ein herrlich fieses Monster geworden, denn Angelripper zeigt sich nicht nur bei diesem Lied von seiner angriffslustigen und ruppigen Seite und lässt das ein oder andere Mal die Death Metal Breitseite aufblitzen, was richtig gut kommt.

Was mir allerdings am meisten gefällt, ist, dass „Epitome…“ mit richtig geilen Soli und fetzigen Gitarrenriffs um die Ecke kommt, dass man meinen könnte, es geht hier um alles oder nichts. Nachdem Bobby nicht mehr bei SODOM ist, hat sich auch was am Schlagzeug getan, denn mit „Makka“ ist jetzt ein neuer Mann hinter den Kesseln, der den neuen SODOM-Songs regelrecht Feuer unterm Arsch macht, denn was dieser Herr hier abliefert, lässt SODOM enorm rasant und somit auch frisch zur Geltung kommen.

Auch in Sachen Abwechslung bekommt man einiges geboten, aber keine Sorge, es wurde sehr wohl darauf geachtet, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, sprich, dass eben nur Alte Schule Thrash auf den Tisch kommt. Tom war wohl selbst nicht mehr soooo zufrieden mit der letzten Scheibe, so dass er zum Glück das ganze olle Onkel Tom Zeux außen vor ließ. Tom brüllt und keift sich durch insgesamt zehn Songs (auf der Digipack Version, wie ich sie habe, gibt es noch zwei Bonustracks), dass man tatsächlich der Auffassung ist, je älter, umso heftiger.

Die Produktion ist, wie man es von SODOM her kennt, recht druckvoll ausgefallen, aber man hat im Vergleich zum Vorgänger die Songs etwas rauer hinbekommen, was den SODOM-Songs auch weitaus besser zu Gesicht steht.

Derjenige, der SODOM bereits abgeschrieben hat, sollte sich noch mal ein Herz fassen und den Jungs ausm Pott die verdiente Chance geben. Denn wer sich Titel wie „Stigmatized“ oder auch „Shoot Today – Kill Tomorrow“ anhört (und das sind nicht die einzigen Hammerteile!), der wird mir sicherlich beipflichten, dass man solche Nummern nicht mal so nebenbei schreibt. Einfach nur geil, arschtretend und aggressiv, ohne dabei blind aus ihren alten Tagen abzukupfern.

Mit diesem Album wird man mit Sicherheit den ein oder anderen alten Thrashfan zurückgewinnen können! Vergesst mal ganz schnell den Vorgänger, dieses Teil macht nicht nur mächtig Spaß, es hat zudem auch noch ordentlich Bumms unterm Sattel. Wer sich für die LP-Version entscheidet, kommt sogar auf drei Bonustracks. Mission geglückt, Herr Angelripper. Bin schon gespannt, wie die Songs live unktionieren.

Infos:
Steamhammer/SPV GmbH – 2013
CD/LP/Digipak – 10 Lieder / 39:58 Min.

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