Ancient Crypts – Devoured By Serpents


Ancient Crypts - Devoured By Serpents

Musik ist mehr als nur eine Aneinanderreihung von Tönen. Musik ist nicht einfach nur Technik oder Originalität, es ist ein Gefühl. Und gerade solche Nischen wie Death Metal leben von der Attitüde. Derer fehlt es ANCIENT CRYPTS zu keiner Sekunde, denn auf ihrem Demo „Devoured By Serpents“ gibt es 20 Minuten lang schlichtweg brutalen und finsteren Doom/Death Metal.

Dabei ist es eigentlich schon eine gewisse Kunstform, wie Duo Skullfukk (Drums, auch Invincible Force) und Nyarlathotep (Gitarren, Gesang, auch Unaussprechlichen Kulten) mit extrem reduzierten Mitteln ihre Message transportieren. Jeder Song auf „Devoured By Serpents“ kommt schlicht auf den Punkt und erspart sich unnötige Ausschweifungen oder Spielereien. Dennoch darf man die Herangehensweise auf keinen Fall stumpf nennen! Dafür sind die Leadgitarren und Melodien zu effektiv und stimmungsvoll, die minimalistischen Riffs in manchen Momenten plötzlich polyphon (alleine das mehrstimmige Hummelriff in „Between The Mortuary Remains“ ist der Hammer), die Songverläufe zu pointiert. Ich bin fest der Überzeugung, dass, trotz aller furiosen Energie, hinter dieser Demo gleichermaßen volles Kalkül steckt!

Mehr als einmal hat man das Gefühl, dass – den minimalistischen Elementen zum Trotz – die Songs verdammt schwer, ja, fast schon überladen sind. Der böse Midtempo-Part gegen Ende von „Between The Mortuary Remains„. Oder das dicke Riff zum Schluss von „Devoured By Serpents„.
Besonders in den langgezogenen Doom-Passagen, die beispielsweise den Opener „Deep Into The Ancient Crypts“ über mehr als zwei Minuten eröffnen, trägt dieses „downtuned and morbid“ volle Früchte. Fans von frühen Incantation und Dead Congregation werden ihre helle Freude daran haben. Und gewiss ein wenig überrascht sein, wenn die Eröffnungsnummer urplötzlich wild in vierfacher Geschwindigkeit losböllert und vermeintlich thrashy Riffs aus der Hüfte feuert. Da mag man an manchen Stellen schon mal an Pestilence und Asphyx denken; gerade van Drunen kommt mir beim Gesang häufiger in den Sinn, speziell im coolen Groove des Titeltracks.

Am Ende macht „Devoured By Serpenets“ einfach Spaß. Ohne Ansprüche auf Originalität oder Technik, spielen die Chilenen, wofür Südamerika bekannt ist: Furiosen und mörderisch schwarzen Death Metal. Dieses Tape gehört zu den besten Demos 2013. Ob es vielleicht sogar das beste Demo des Jahres wird, bleibt abzuwarten, denn ich habe die Kassette von Sheol noch nicht. Wo hingegen kein Zweifel besteht: Ein mächtigeres Artwork wird wohl keine Demo dieses Jahr mehr haben, das Cover (Alexander Brown/BNB Illustrations) ist einfach der Killer! So detailliert und voller Ausstrahlung, ich will es eigentlich als Poster haben.

Wer noch zweifel hat, kann über Bandcamp in zwei Songs von „Devoured By Serpents“ reinhören. Die beiden Tracks stammen ursprünglich von der vorhergehenden 2-Track-Promo und klingen nicht ganz so fett, wie die Demo, die einen unglaublich kraftvollen und dichten Sound hat. Das macht aber gar nichts, denn auch mit dem Promo-Klang überzeugen ANCIENT CRYPTS auf voller Linie. Bei Gefallen gibt es das Tape für 5 Euro bei Iron Bonehead.

Infos:
Iron Bonehead – 2013
Demo Tape – 4 Lieder / 20:25 Min.

http://ancientcrypts.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/IronBoneheadProductions
http://ironbonehead.de/