Trenchrot – Dragged Down To Hell


Trenchrot - Dragged Down To Hell

Kommt es mir nur so vor, oder wird der Untergrund immer schnelllebiger? Im Januar diesen Jahres veröffentlichten TRENCHROT ihr erstes Lebenszeichen überhaupt. Drei Songs gab und gibt es auf ihrem Bandcamp-Profil zum Anhören und Runterladen – als Pay-What-You-Want-Download ohne preisliche Untergrenze. Wahrscheinlich ist Gab von Nihilistic Holocaust auch über diesen Kanal auf das Quartett aus Philadelphia aufmerksam geworden. Ende Mai kam die Demo „Dragged Down To Hell“ bereits auf dem französischen Tape-Label in physischer Form, zum fairen Preis von gerade mal 2 Euro zzgl. Porto & Verpackung, heraus. Und soweit ich mitbekommen habe, sind TRENCHROT nun bei Unspeakable Axe unter Vertrag, einem Sublabel von Dark Descent Records. Dort soll bereits im Herbst die erste Full-Length erscheinen. Eine ziemlich steile Bandgeschichte.

Doch wenn man „Dragged Down To Hell“ anhört, ist dieser Zero-To-Hero-Werdegang weniger verwunderlich. TRENCHROT machen schlicht zwei Dinge: Sie spielen guten Death Metal und machen dabei ordentlich Spaß! Gerade die trockene und lockere Herangehensweise geht direkt ins Blut, die aus der Hüfte geschossenen Gitarren direkt in die Nackenmuskulatur.

Das macht „Gallery Of The Dead“ direkt zu Anfang klar, eine Mischung aus Pestilence und schwedischem Death Metal in Richtung Carnage. Finstere Melodien treffen auf punkige Gitarren, die mal zweistimmig wunderschön zusammenspielen, mal dick reiten, mal einfach rotzig runtergeholzt werden. Zur Perfektion treibt diese Mischung aber „Dragged Down To Hell„, das wirklich sehr D-Beat-Crusty-mäßig und in seinem Gesamtbild das Highlight des Demos ist. Das stampfend-schleppende „Trapped Under Treads“ steht etwas neben den beiden Songs, zeigt dicke Einflüsse von Asphyx, Bolt Thrower und einer Priese Autopsy. Dazu immer ein herrlich gewürgter Gesang, der stark an Van Drunen erinnert.

Neben den bekannten Grundelementen, schaffen TRENCHROT immer wieder überraschende Momente in ihren Songs. Besonders angetan hat es mir der plötzliche Breakout im überaus griffigen Refrain des Titelsongs, wenn auf einmal die catchy Hookline von fetten Blastbeats unterlegt wird. Eine ähnlich ungewöhnliche Wendung hat auch der Opener „Gallery Of The Dead„, bevor Kriegssamples und ein epischer Schluss den Song beenden.

Das abwechslungsreiche und richtig gut ausgearbeitete Material macht einfach Spaß. Kein Wunder, dass Nihilistic Holocaust und Unspeakable Axe einen Narren daran gefressen haben. Und gleichermaßen ist es auch nicht verwunderlich, dass die anderen Bands aus dem Dunstkreis von TRENCHROT auch verdammt geil sind. Cryptic Sermon spielen klassischen Doom Metal, der demnächst über Dark Descent seine Tape-Veröffentlichung feiert. Und Infiltrator machen 80s Speed Metal im Stile von „Kill ‚Em All„. Richtig fetter Scheiß, auf den man allesamt ein Auge halten sollte.

Infos:
Nihilistic Holocaust – 2013
Demo-Tape – 3 Lieder / 12:19 Min.

http://trenchrotdeathmetal.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/Trenchrotdeathmetal
https://www.facebook.com/pages/NIHILISTIC-HOLOCAUST-Webzine-Distro/211271322274546
http://nihilistic.voila.net/
http://nihilisticholocaust.bigcartel.com/