Entrapment – The Obscurity Within

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Entrapment - The Obscurity Within

Huch! Irgendwie kommt es mir noch gar nicht so lange vor, dass ich die „Crawling Morbidity„-EP von ENTRAPMENT so dermaßen abgefeiert habe. Und plötzlich liegt das Debüt-Album „The Obscurity Within“ auch schon neun Monate bei mir auf Halde. Eine Schande, denn eigentlich ist das Teil ziemlich kurzweilige Unterhaltung – wenngleich es ein paar – vernachlässigbare – Schwächen hat. Doch vielleicht tut es dem Album auch gut, dass mit etwas Abstand vom Release noch mal ein wenig Werbung rumkommt. Wer weiß?

Wie angedeutet, ist dies das erste offizielle Full-Length des niederländischen Einzelkämpfers Michel, der früher auch bei Massive Assault seine Finger im Spiel hatte, und immer noch bei Suffering Quota mitmischt. Nachdem bereits die drei Demos zuvor als Compilation („Irreligeous Abominations„, 2012 via Godeater Records) veröffentlicht wurden, finden sich aber dennoch ein paar der alten Lieder auf diesem Debüt, nämlich die Perlen „Infernal Blasphemies“ und „Soul Entrapment„. Doch das ist mehr als verkraftbar, sind die beiden Nummern einfach nur Hits vor dem Herren! Da stört die gewisse Ähnlichkeit der beiden Lieder auch nicht sonderlich.

Generell ist die gewisse Gleichförmigkeit wohl das größte Problem von ENTRAPMENTs erster Langrille. Häufig scheinen die Riffs Song-übergreifend zu sein und spätestens ab „Eternal Bliss“ und „Mentally Deranged“ (Lieder acht und neun von zehn), stellt sich der Déjà-Vu-Effekt ein. Der Rausschmeißer „Soul Entrapment“ löst das „Problem“ auch schnell wieder, mit seinem fetten Riffing!

Die locker aus der Hüfte geschossenen Riffs sind eine der großen Stärken von „The Obscurity Within„. Natürlich ist es Death Metal alter Schule, zeigt Bezüge zu frühen Entombed/Nihilist und Nirvana 2002. Aber der rotzige Einschlag, die dreckige Attitüde und der konsequent durchgehende D-Beat klingen wesentlich mehr nach Bastard Priest. Rock’n Roll Baby! Death Metal Punk, der einfach nur Spaß macht und eingängige Hits en Mass bietet. „Feast Of Atonement„, „Internal Blasphemies„, „Soul Entrapment“ oder der Titeltrack des Albums gehen schnell ins Ohr und von da aus direkt in die Tanzknochen der Beine. Die restlichen Nummern stehen dem in nur wenig nach – bis eben der leichte Ermüdungseffekt zum Ende der Platte auftritt.

Solange spicken aber lauter kleine Details die Musik. Ich mag den differenzierten Sound, jedes Instrument klingt anders und einzeln aus dem Gesamtbild. Dass die Drums schön organisch aus den Boxen kommen und im rumpligen D-Beat sogar ein bisschen poltern, macht ordentlich Spaß. Und die Soli zeugen von unglaublicher Verbundenheit zu den Roots. Mal klingt das Gequietsche nach bestem Slayer-Tribute, mal sind die Harmonien und Tonabstände deutlich im Blues und Rock zuhause und zeigen, dass selbst der Death Metal mal irgendwann als Ableger vom Jazz, Blues, Rock entwachsen ist. Alles ist eins und ENTRAPMENT ist die Schnittmenge aus Crust, D-Beat, Death Metal und Spaß.

Dazu kommt ein richtig gutes Cover-Artwork, das mit seinem lebenden Schloss/Kloster/Friedhofsgewächs locker auf einer Stelle mit dem Debüt von Necrowretch steht und so viel mehr Atmosphäre ausstrahlt, als es viele andere Bands sich bloß träumen könnten!

Insgesamt mag „The Obscurity Within“ nicht meine liebste Veröffentlichung von ENTRAPMENT sein. Da mag ich alleine „Crawling Morbidity“ wesentlich mehr. Dennoch ist es ein gutes Debüt, was ich gerne vor anderen D-Beat Death Metal Bands höre. Trotz der kleinen Schwächen.

Infos:
Soulseller Records – Oktober 2012
CD – 10 Lieder / 31:57 Min.

https://www.facebook.com/pages/entrapment/171603089577707
http://entrapment2.bandcamp.com/
http://www.soulsellerrecords.com/