Desordem E Regresso/Aberrant – Split LP


DER - Aberrant - Split

Diese Scheibe habe ich mir eigentlich nur wegen ABERRANT gekauft, da die Amis seit jeher für ihren schnellen und wütenden Grindcore bekannt sind und mich bisher nie enttäuschten.

Auf Seite A geht es mit den Brasilianern DESORDEM E REGRESSO (D.E.R.) los, die mir bis dato absolut kein Begriff waren. Mann, was für Hochgeschwindigkeitsgranaten werden hier denn abgefeuert? Es ist der helle WAHNSINN, wie D.E.R. hier von der ersten Sekunde an in bester und alter Grindcore Manie losbrettern, das Ganze mit einer ordentlichen HC Breitseite ausgestattet, dass deine Ohren nahezu wegzufliegen drohen.
Ingesamt geht es auf 10 extrem kompromisslosen Songs dermaßen aggressiv und dennoch qualitativ zur Sache, dass du annimmst, alles sei nur ein Traum. Nein, das ist kein verdammter Traum, das ist einfach pure Grindcore-Realität aus den Tiefen Brasiliens, hehe.
Gebrüllt wird in ihrer Heimatsprache Portugiesisch, was dem Ganzen noch mehr Chili verleiht. Hier und da wird auch mal leicht die technische Raffinesse bewiesen, aber im Großen und Ganzen geht es in guter, alter, derber Grindcore-Hausmannskost ans Eingemachte, und es wird stets am Limit gebellt, gewütet, und es gibt permanent Highspeedgebolze auf die Glocke.
Eine Band, die man sich unbedingt merken sollte. Was für ein geiles, aber auch barbarisches Geschoss!

Einmal gewendet, finden wir uns bei den kaputten Amis ein, bei denen es nicht minder brutal zur Sache geht. Wie oben schon kurz erwähnt, gibt es auch hier Grindcore vor die Ohren, ebenfalls schnell und wütend, allerdings stumpfer als ihre brasilianischen Kollegen. Bei ABERRANT ist es eher eine Mischung aus dreckigem Grind der Marke Bathtub Shitter und
Unholy Grave gemixt mit arschtretenden, gorigen Vocals, aber keine Sorge, hier gibt’s keinen neumodischen Schweinegesang! Die fette Gitarrenwand, die dir fortwährend deine Rübe zermatscht, klingt vom Sound des Öfteren nach brutalem Death Metal, was den Songs einen gewissen Drive verpasst – coole Kacke.
Der Sound ist im Underground verankert, und dennoch sind alle Instrumente verdammt gut rauszuhören, was gerade in diesem Genre nicht immer der Fall ist.

Diese Scheibe kann ich wirklich jedem Grindcore Fan wärmstens empfehlen. Definitiv ist diese Split-Scheibe nur was für Grindfreaks, da die Metaller, die nur hin und wieder mit Grindcore kokettieren, hier reichlich wenig mit anfangen können. Die Scheibe kommt in marmoriertem Hellviolett daher. Selten so eine geile Grindcore-Split-LP gehört. Das hier nenne ich wahren Grindcore-Enthusiasmus! Wer kein Lutscher sein will, kauft sich verdammt noch mal diesen Hassbrocken als LP, selbst wenn er keinen Plattenspieler haben sollte.

Falls Interesse geweckt wurde, kannst du diese Scheibe bei Rödel Records aus Berlin bestellen.

Infos:
Karasu Records/Crime Attack u.a. – 2012
LP/CD – ?? Lieder / ?? Min.

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