Dead Eyed Sleeper – Observing Oblivion


Dead Eyed Sleeper - Observing Oblivion

Observing Oblivion“ trudelt hier mit gut zwei Jahren Verspätung ein. Und schafft bei mir persönlich etwas Versöhnung mit DEAD EYED SLEEPER. Das Vorgänger-Album „Through Forests Of Nonentities hatte zwar auch schon gewisse Momente, die überzeugen konnten, war mir insgesamt aber zu klinisch und verkopft. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Band mit (ex-)Mitgliedern von Legacy, Ahab und Fragments Of Unbecoming etwas zu sehr auf Progressivität und Technik geschaut haben, und darüber ein wenig das Feeling vergaßen.

Das bereits 2011 erschienene dritte Album rudert an manchen Stellen zurück. Natürlich pflegen DEAD EYED SLEEPER immer noch ihren Stil, der sich besonders in „Internal Subjugation“ niederschlägt. Der Track hätte ohne Probleme auch auf den Vorgänger gepasst, besticht aber durch deutlich mehr Herz und Seele. Gleichsam bildet der „Dead Eyed Sleeper Pt. II“ die logische Fortsetzung des ersten Teils, diesmal mit Subtitel „The Ethereal Lake„.

Auch einige abstraktere Momente sind DEAD EYED SLEEPER immer noch zu eigen. Besonders das leicht mechanisch und Rhythmus-orientierte „Narcissistic Panopticum“ ist etwas klinisch. Zumindest zu Beginn. Später hat es eine sehr nette Auflösung der Spannungsbögen, wenn die bretternde Doublebass mit Midtempo-Snare das Riff untermalen und ein sinistres Solo das Stimmungsbild komplettiert. Der Song gewinnt im Verlauf, auch wenn er nicht zum Helden des Albums wird. Dafür zeichnen ihn experimentelle Momente, chorale Gesänge und sphärische Sounds. Diese, und beispielsweise die Didgeridoo-artigen Klänge aus dem Ende von „Sullen Eyed Reternity“ erinnern ein wenig an Alchemyst aus Australien.

Doch muss es nicht immer schwer zugänglich sein. Manche Lieder auf „Observing Oblivion“ sind – aller Technik zum Trotz – sehr griffig und fast schon gerade aus. Der Opener „Annihilation Of Opposites„, „Sullen Eyed Reternity“ oder „Efficiency In Conceit“ schwingen irgendwo zwischen dem Groove von Deadborn (besonders letztgenannter Song) und der Brachialität von Spawn Of Possession. Gerade „Sullen Eyed Reternity“ hätte ohne Probleme auf den Hammer „Incursogepasst und macht den Track zu einem richtig gefährlichen Hit!

So schlagen DEAD EYED SLEEPER – zumindest für mich – langsam die Kluft zwischen ambitioniertem Intellekt und gefühlvollen Songs. „Observing Oblivion“ zeigt immer noch beide Seiten, in denen der Konsens zwischen anspruchsvoller Technik und markanten Liedern gefunden wird. Zwar immer noch verteilt über die komplette Spieldauer von knapp 39 Minuten. Aber die Marschrichtung ist schon wesentlich verdaulicher und vielversprechender, als es „Through Forests Of Nonentities“ war. Es ist ein gutes Prog-Tech-Death Metal Album, das Interesse an mehr weckt. Dank Bandcamp kann man selber einen Eindruck von der Scheibe bekommen und sich Appetit holen auf die Dinge die kommen.

Infos:
Supreme Chaos Records – 25.03.2011
CD – 8 Lieder / 38:31 Min.

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