Strange Facts In The Scalpel Case – Monolith


Strange Facts In The Scalpel Case - Monolith

STRANGE FACTS IN THE SCALPEL CASE sind nicht die ordinäre Oldschool Death Metal Band. Sie sind kein generischer Entombed/Dismember-Klon, sondern bestechen mit düsterer Atmosphäre von Incantation und den verrückten Melodien von Immolation oder Demilich. Dies bewiesen sie schon eindrucksvoll mit ihrer Debüt-EP „Unearthed im Jahre 2012. Nun gibt es einen kleinen Ausblick auf die Dinge, die kommen.

Monolith“ sind nur zwei Tracks. Erschienen als Pay-what-you-want Download auf Bandcamp und irgendwie auch auf gebranntem Rohling im professionell hergestellten Pappschuber. Wie man nun an die physische Kopie der Single kommt, weiß ich leider nicht, vielleicht hilft schon ein Nachfragen direkt bei der Band weiter. Hingegen weiß ich, dass die beiden Songs „Monolith“ und „Cyclopean Dream“ etwas außerhalb des Bandkonzepts stehen. Sie sind ein Preview auf das hoffentlich bald folgende Full-Length, die sich mehr am Lovecraft-Universum orientieren. Das restliche Album soll der bisherigen Ausrichtung von „Unearthed“ folgen, episodenhafte Kurzgeschichten erzählen, wobei sich „The Black Abbot“ (klingt das nicht sehr nach Edgar Wallace?) über fünf Lieder ziehen soll. Ein ambitioniertes Projekt, was ich gerne weiter im Auge behalte – und das solltet ihr auch tun!

Stilistisch knüpft „Monolith“ direkt dort an, wo „Unearthed“ aufgehört hat. Der Titeltrack beginnt gleichermaßen mit einem Drum-Auftakt, wie seinerzeit „Taphophobia„. Über die fünfeinhalb Minuten Spieldauer birgt der Song aber allerlei absurde Wendungen und makabre Melodien, die als Trademark von STRANGE FACTS IN THE SCALPEL CASE verstanden werden können. Dazu gehören grooviges Uptempo, verschrobene Drum-Beats, finstere Slowdowns und coole, polyphone Gitarren. Doch als Manko bedüften die vielen kaputten Ideen einiger Hördruchläufe, bis man den schleimigen Autopsy-Part und die abgefahrenen Ideen gänzlich verinnerlicht hat. Es ist ein sperriger Track, der nach mehreren Hördurchläufen erst zündet, dann aber richtig.

Etwas zugänglicher ist da „Cyclopean Dream„, das mit fiesem Incantation-Riffing und sehr geilen Harmonien direkt funktioniert. Der Song ist von Anfang an sehr griffig und besticht mit seiner leichten Melancholie, die etwas an Slugathor, respektive Desecresy erinnert. Ein feiner Track, der definitiv das Interesse an der kommenden Full-Length weiter schürt. Ein richtig fetter Hit!

Wie bereits zu „Unearthed“ geschrieben, wird „Monolith“ zusammen mit der ersten EP von STRANGE FACTS IN THE SCALPEL CASE als Compilation-Tape über Deadbangers Productions veröffentlicht. Dazu gibt es zwei neue Live-Tracks, die das Gesamtbild abrunden. Wer also richtig oldschool ist, wendet sich diesbezüglich direkt an Band oder Label. Wer moderner drauf ist, und auch MP3s hört, kann sich auf Bandcamp selber einen Eindruck von „Monolith“ machen – und bei Gefallen auch dort erwerben. Gegen Spende in eigenem Ermessen. Zumindest das Anhören sollte Pflicht sein. Ich würde in der Reihenfolge „Cyclone Dream“ vorziehen, weil er etwas eingängiger ist. Aber „Monolith (A Cenobite Chant)“ steht nach einigen Durchläufen nur wenig nach.

Infos:
Eigenproduktion – 2013
CDr-EP/Download – 2 Lieder/ 9:04 Min.

http://www.strangefactsinthescalpelcase.com/
https://www.facebook.com/Strangefactsinthescalpelcase
http://strangefactsinthescalpelcase.bandcamp.com/