Sorcery – Arrival At Six


Sorcery - Arrival At Six

Reunions kann man immer mit einem skeptischen Auge betrachten. Besonders, wenn alte Helden ihre Wiedergeburt inmitten von aktuellen Strömungen feiern; schnell schwingt der fahle Beigeschmack vom leichten Pfennig mit. Doch es gibt ja auch positive Comebacks. Beispielsweise Autopsy oder Atheist, die mit ihren ersten Alben nach der Ruhepause ordentlich Rabbatz machten. Zu diesen gesellen sich nun ohne Zweifel SORCERY.

In diesem „damals“, von dem momentan alle so sehr schwärmen, 1991, veröffentlichte die schwedische Band den Meilenstein „Bloodchilling Tales„, das unter dem Namen „Legacy Of Blood“ seine Re-Issue via Blood Harvest (LP) und Xtreem Music (CD) ebenfalls dieses Jahr feiert. 1997 war dann Schicht im Schacht und bis 2009 war SORCERY auf Eis gelegt. Danach folgten zwei Demos und schlussendlich das zweite Album „Arrival At Six„.

Und für dieses zweite Full-Length scheint es SORCERY ordentlich in den Fingern gejuckt zu haben. „Arrival At Six“ sind vierzig Minuten pure Energie. Mit dem typischen Schweden-Sound, der heute oft auf Dismember reduziert wird, fettem Venom-Vibe und schleimigen Momenten, wie sie Autopsy etablierten, fetzen die neun Songs ohne irgend einen Ausfall ordentlich aus den Boxen. Ja, die alten Herren haben hier locker eines der besten Alben für 2013 rausgehauen, ohne, dass darum ein großes Brimborium gemacht wurde oder wird. Eigentlich eine Schande.

Alleine der Opener „We Who Walk Among The Dead“ ist eine verdammt geile Mitsing-Nummer mit morbidem Touch, die ohne Umweg direkt auf die Fresse haut. „Created From The Darkness And Rage“ legt mit seinem mächtigen Riff noch einen oben drauf und ist das Highlight des Albums. Der Titeltrack steht aber in wenig nach, wenn es mit seinem Autopsy-Elementen richtig räudig und fies wird. Gleiches gilt für die fancy Scheiße von „Beyond The Wall„. „Arrival At Six“ strotzt nur so vor dicken Hits!

Neben dem genialen Verständis für mitreißende Riffs, morbide Soli und coolem Gesang, stützt die Produktion den Gesamteindruck des Albums. Die Gitarren haben richtig Bauch und kommen besonders in den etwas schwereren Momenten sehr gut von unten. Der knarzende Bass ist zwar mehr das solide Fundament des Sounds, kommt aber sehr cool rüber. Alles klingt sehr ausgewogen und gleichberechtigt, was den Hörgenuss deutlich hebt.

Man hört SORCERY die 15 Jahre Pause gar nicht an. Und nach „Arrival At Six“ ist sogar fast das Dahinscheiden von Dismember verkraftbar. Fans von Venom, Crucifyre, Calibre 666, Sabbath (JP), Autopsy, Dismember, Carnage oder Desultory haben hier einen eindeutigen Pflichtkauf. Die alten Freunde von SORCERY eh, denn alleine die Produktion macht die Band noch heftiger als in den frühen Neunzigern. Ach, was sage ich: Trotz mangelnder Innovation ist „Arrival At Six“ eines der besten Alben von 2013. Alleine der fette Vibe macht das Album essenziell!

Infos:
Xtreem Music – 2013
CD/LP – 9 Lieder / 42:16 Min.

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