Der Faustmörder – Der Faustmörder


Der Faustmörder - Der Faustmörder

Seit dem Debütalbum von Irate Architect sind fünf Jahre vergangen. Mittlerweile gibt die Band wieder das ein oder andere Lebenszeichen von sich, aber in der Zwischenzeit war es verdammt still. Da ist es verständlich, dass das ein oder andere Bandmitglied vielleicht einen Nebenschauplatz eröffnet. Bei Drummer Philipp ist es DER FAUSTMÖRDER, der nun seine selbstbetitelte Debüt-EP über Frontcore Records veröffentlicht.

Man darf aber nicht zu viele Parallelen zwischen Irate Architect und DER FAUSTMÖRDER erwarten. Denn mit Death Metal oder Death-Grind hat DER FAUSTMÖRDER nicht viel gemein. Marginal schon eher mit dem Grindcore und Elementen aus Crust und Punk. Am Ende ist es wohl jedem selber überlassen, ob er es Thrashcore, Fastcore oder Powerviolence nennt…

Doch so viel steht fest: DER FAUSTMÖRDER geht ruppig zur Sache und ist dabei flink wie auf billigem Straßen-Pepp. 17 Lieder auf einer 7″ in 7:40 Minuten. Da werden keine Gefangenen gemacht, sondern einfach alles niedergeknüppelt. Zugegeben, in dem etwas einfältigen „Faust“-Konzept (nicht an Goethe angelehnt!) gibt es auch den ein oder anderen Mumpitz. Eigentlich hätte man sich all die Tracks sparen können, die unter zehn Sekunden sind. Der Gag ist spätestens seit „You Suffer“ ein bisschen ausgelutscht…. Auch dieser akustische Rennwagencrash „Zeit Des Abschieds“ hat eher zweifelhaften Sinn und Zweck. Da hätte man lieber die Spielzeit, die an diesen Songs verschwendet wurde, zu „Der Faustball“ hinzunehmen sollen. Nach dem zähen und schleppenden Anfang, ist der Grind-Part richtig geil, aber viel, vielvielviel zu kurz. Eine mörderische Nummer, die echt ausgebaut gehört.

Abzüglich der kurzen Momente des Blödsinns, birgt „Der Faustmörder“ aber kurzweilige und abwechslungsreiche Unterhaltung! Mit leicht klischeebehafteten, deutschen Texten und Musik zwischen Punk, Crust, Grind, Thrash, Powerviolence, Hardcore und wasweißich, sind die 7 Minuten perfekter Soundtrack für die bierseelige Party im besetzten Haus. Es verlangt quasi nach Pogo! Doch auch hierfür dürften die Songs gerne doppelt so lang sein, die durchschnittlich 30 Sekunden pro Lied sind etwas zu kurz für die coolen Riffs, Beats und Strukturen. Und erst recht zum Tanzen.

Wer die alten Yellow Dog oder RSR-Releases mochte, Mindflair, Breed Of Baccus, späte Sanitys Dawn oder Yacøpsae mag, sollte definitiv in den Bandcamp-Stream der EP reinhören. Bei gefallen, gibt es „Der Faustmörder“ als farbige 7″ via Frontcore.

Infos:
Frontcore (frontcore@gmx.de) – 2013
7″-EP – 17 Lieder / 7:40 Min.

https://www.facebook.com/der.faustmoerder
http://derfaustmoerder.bandcamp.com/album/der-faustm-rder