Convulse – Inner Evil


Convules - Inner Evil

CONVULSED muss man wohl keinem Fan des finnischen Death Metals vorstellen, veröffentlichten sie doch 1991 mit „World Without God“ ein kleines Meisterwerk. 1994 folgte noch ein Album mit Namen „Reflections“ und dann löste sich die Band auf… Aus irgend einem Grund fand man sich jedoch 2012 wieder zusammen. Ob man nun böswillig den aktuellen Retro-Trend und die Aussicht auf ein paar Kröten unterstellen will, muss wohl jeder selber wissen. Jedenfalls bedient der erste Output, die 2-Track-Single „Inner Evil„, die breiten Kaufgelüste der Fans und kommt als CD (1000 Einheiten), Vinyl (insgesamt 800 Kopien und schwarz, weiß und mixed) und sogar als Kassette, deren Limitierung ich aus dem Stehgreif leider nicht kenne.

Die Erwartungshaltung an „Inner Evil“ war sicherlich hoch. Haben es CONVULSE nach 18 Jahren Pause immer noch drauf? Können sie an ihre Leistungen von „World Without God“ anknüpfen? Dazu kommt meine persönliche Meinung. CONVULSE sind gut, aber meine alten Lieblinge aus Finnland heißen Demilich, Funebre, Xysma, Demigod oder Abhorrence. Kann mich vielleicht die neue Inkarnation von CONVULSE überzeugen, dass ich sie in Zukunft doch in einem Atemzug nenne?

Der Titeltrack „Inner Evil“ baut sich langsam und schleppend auf. Das unheimliche Thema wird wunderschön verwandelt und in einer coolen Steigerung immer intensiver. Leider schaffen CONVULSE nicht ganz den Übergang in den richtigen Drive. Das Tomtom-Gerühre mit dem thrashigen Riff ist einfach zu trocken und staubig. Erst wenn die düstere finnische Leadgitarre ausgepackt wird und nach dem schleppendem Doom wieder etwas mehr Druck in den Song kommt, gewinnt „Inner Evil„. Da passen die Blastbeats als logische Steigerung gut rein, auch wenn es dem Geknüppel etwas an Power fehlt. An und für sich ist es eine brauchbare Nummer, die aber auf Grund ihres etwas repetitiven Aufbaus schnell Abnutzungserscheinungen zeigt.

God is Delusion“ auf der B-Seite zeigt sich etwas agiler. Das Lied beginnt gleichermaßen mit Geklimper, wird aber durch coole Bass-Melodien sehr schön aufgebaut und erzeugt eine wunderschöne Atmosphäre, die am Ende des Tracks wieder aufgegriffen wird und den Song episch zu Grabe trägt. Dieses Rahmenkonstrukt ist richtig intelligent und verleiht „God Is Delusion“ angenehme Tiefe. Dazwischen arbeiten CONVULSED aber etwas gestückelt. Schnelle Blastbeats mit langsamer Kickdrum und thrashigem Riff treffen auf punkiges Uptempo, werden durch einen weiteren Blastpart unterbrochen und gipfeln in schweres Slow-Mo, wiederum mit coolem Bass. Dabei machen die schleppenden Momente mit düsterer Melodie und dichter Atmosphäre aber immer noch den meisten Spaß an „God Is Delusion„.

Am Ende hinterlässt „Inner Evil“ ein zwiespältiges Bild. Es ist sicherlich eine gute Single, die noch etwas holpert und vielleicht an manchen Stellen zu trocken ist. An die Glanzzeiten von CONVULSED reicht es leider nicht mehr heran. Und im Vergleich zur aktuellen Konkurrenz von Krypts, Stench Of Decay oder Swallowed, sieht das finnische Urgestein doch langsam aber sicher alt aus…

Infos:
Svart Records – Januar 2013
2 Songs – 12:01 Min.

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