Demonic Oath – Crypt Of Mournful Summoning

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Demonic Oath - Crypt Of Mournful Summoning
Wer sich monolithisch auf Skandinavien konzentriert, ist selber schuld. Denn die französische Metal-Szene hat auch einige Leckerbissen zu bieten. Von der teilweise etwas avantgardistischen Black Metal Bewegung mit Blut Aus Nord, Deathspell Omega, Way To End und all den anderen, brauche ich wohl niemandem mehr etwas erzählen. Doch auch im Death Metal gibt es einige vielversprechende Bands. Angefangen mit Necrowretch, die gerade ihre Transzendenz aus dem Untergrund hin zum großen Century Media hinter sich gebracht haben, über Herpes zu Cadaveric Fumes rappelt es ordentlich im Kassettendeck. In diese Reihe gesellt sich nun auch DEMONIC OATH, bestehend aus nur einer einzigen Person: D., der unter anderem aus dem Dunstkreis von Abnorm bekannt ist, und bei Auftritten hinter den Kesseln von anfangs genannten Necrowretch sitzt.

Entsprechend ist DEMONIC OATH kein Gehversuch eines Neulings, sondern bietet ordentlich ausgearbeiteten Death Metal der alten Schule. Dabei orientiert sich D. an frühen Incantation und entsprechend Dead Congregation/Grave Ritual/etc..

Nach dem verstörenden Intro ist „Archfiend“ nicht unbedingt der stärkste Song des Demos. Durchweg solide, stimmen zwar die Ideen, aber es fehlt noch an den herausragenden Eigenschaften. Erst zum Ende erzeugt der Track angenehmen Druck im finsteren Midtempo. „Dirges From An Hallucinated Mass“ (sic) ist hingegen von der ersten Sekunden an mächtig! Räudiges und wüstes Geschepper mit verdammt bösem Vibe wechselt zu finsterem und abgrundtief schwarzem Doom. Was ein verstörendes Brett, ein richtiges Highlight! Da kann der Titelsong nicht ganz ran, auch wenn die schleppenden und atmosphärischen Momente in ähnliche Richtung gehen.

In gut 14 Minuten ist „Crypt Of Mournful Summoning“ auch schon vorbei. Die letzten beiden Lieder hinterlassen Lust auf mehr. Vielleicht ist gerade dieses Appetitmachen das Gute an dem Demo.

Für vier Euro zzgl. Versand, bekommt man die vier Songs inklusive Intro direkt beim Label. Die Kassette ist professionell bedruckt und überspielt. Gleichsam ist das Inlay mit einfachem Flap hergestellt, in seiner Cut’n Paste-Optik aber auch wunderschön düster und in bester Oldschool-Manier. Ich mag die Aufmachung.

Für die Zukunft hoffe ich, dass DEMONIC OATH mehr in Richtung „Dirge From An Hallucinated Mass“ oder dem Titeltrack machen. Und dass sie auf einem etwas audiophileren Medium veröffentlichen. Tendenziell könnte das Demo einen besseren Klang haben, wie man an dem Beispiel auf Bandcamp hören kann. Auf dem Tape ist es leider eher Low-Fi und verschlingt einige Details in den forschen Passagen. Aber scheiß drauf, es soll ja auch roh und böse scheppern! Also ab dafür, „Crypt Of Mournful Summoning“ ist auf 300 Einheiten limitiert. Noch scheint Impious Desecration welche zu haben.

Infos:
Impious Desecration Records – Dezember 2012
Demo-Tape – 4 Songs / 14:38 Min.

https://www.facebook.com/DemonicOath
http://demonicoath.bandcamp.com/
http://impiousdesecration.free.fr/
https://www.facebook.com/ImpiousDesecrationRecords