09.04.2013 – Neon Grave und Merciless Terror in Aachen

2013-04-09 - Merciless Terror im AoxomoxoaDienstag, 09.04.2013 im Aoxomoxoa, Aachen
Einlass: 20:00 // Beginn: 20:30 // Ende: 22:00
Damage: 3,00

Bands: Neon Grave und Merciless Terror

Das Aoxomoxoa zieht mit seiner Frequenz an! Erst vor zwei Wochen waren Human Waste und Enrage als Vorprogramm des Metal Dienstags und schon ging es weiter mit den lokalen Neon Grave und Merciless Terror aus Nottingham, UK auf ihrer Euro-Tour. Schade, dass sich der kleine Musikclub zu den Veranstaltungsorten einreiht, die ihre Glaubhaftigkeit durch Falschaussagen im Internet verspielen. Angeblich sollte die erste Band bereits um 20:00h beginnen und man überlegte sogar, deswegen den Einlass extra vorzuverlegen. Am Ende stand man aber abgehetzt und blöd vor der Theke, weil vor 20:30 eh absolut nichts ging.

Für NEON GRAVE stand der Auftritt unter keinem sonderlich guten Stern. Kurz zuvor ist ihr Drummer ausgestiegen und der Gig stand auf der Kippe. Alleine darum, weil durch den Verlust des Trommlers auch die das Drumkit für Merciless Terror nicht zur Verfügung gestanden hätte. Doch irgendwie hat sich für alles eine Lösung finden lassen. Am Abend stand ein Schlagzeug im Aoxomoxoa und neuer Gitarrist Phil, der dem ein oder anderen durch seine ehemalige Band Visnu noch bekannt sein dürfte, hat kurzerhand alle Songs an seinem Laptop mit einem Drumcomputer nachgestellt.
Trotz dieser widrigen Umstände, haben NEON GRAVE von der ersten Sekunde mehr geknallt, als Enrage zwei Wochen zuvor. Auch der Sänger, der bei Enrage eher einen durchwachsenen Eindruck hinterließ, passte an dieser Stelle durchaus in den treibenden Bay Area Thrash.
Innovation und Eigenständigkeit sucht man zwar auch bei Neon Grave vergebens, doch wirkte das Gesamtbild sehr stimmig und ordentlich präsentiert. Man merkte einfach, dass alle Musiker auf dem gleichen Nenner schwingen und mächtig Bock auf die Musik haben. Genau diese Attitüde hat die Band auch gut ins Publikum transportiert.
Dennoch hat der Ausfall des Schlagzeugers auch einen guten Nebeneffekt: NEON GRAVE mussten sich aus dem Mosh It Up rausziehen, das am 27.04. im Musikbunker ist (mittlerweile: war – C.). So ordentlich die Band auch ist, aber in einer kleinen Stadt wie Aachen ist es für keine Band ratsam, innerhalb eines Monats zwei Mal zu spielen. Dafür übersättigt das lokale Publikum zu schnell.
https://www.facebook.com/pages/Neon-Grave/312088722167261

Wie bereits zu Neon Grave, bin ich unvoreingenommen an MERCILESS TERROR gegangen. Sprich, ich habe zuvor keine Myspace, Facebook, Bandcamp oder Youtube-Seiten gecheckt, um mir einen Eindruck von der Band zu machen. Darum konnte mich das Quartett aus Nottingham auch ordentlich überraschen. Nach kurzem Intro vom Laptop ging es direkt ohne Umwege auf die Zwölf. Oldschool Death/Thrash? Ja, verdammt noch mal, wo war denn der Thrash Metal? Allerhöchstens eine Prise Defleshed hatten MERCILESS TERROR getankt, ansonsten hat mich vor allen Dingen das mächtige Drumming sehr an Vader zu „Litany„-Zeiten erinnert. Wo der Sound im Aoxo sonst immer sehr homogen erschien, war das Schlagzeug in diesem Auftritt ein sehr dominantes Element. Und in seiner derben Brutalität wirklich ein Schlag ins Gesicht. Der Sänger stand dem kaum nach und zeigte sich bisswütig und stimmlich sehr vielseitig, von tiefen Growls über heiseres Bellen hin zu hohen Schreien war die ganze Palette dabei und immer richtig angepisst. „Sorry, we had a long journey and are a little bit tired“ – Am ARSCH! Wenn manche Aachener Band im wachen Zustand so deftig dran ziehen würde…
Nur die Einteilung in eine Schublade, die viel nicht nur mir, sondern auch anderen Gästen sehr schwer. Vader, Aborted, Defleshed, Nasum und Rotten Sound waren diverse Parallelen, die im Raum standen – und keineswegs gänzlich passten. Vielleicht muss man sich noch mal genauer mit den Konservenmaterial der Band beschäftigen.
https://www.facebook.com/MercilessTerror

Schnell war dann aber auch der Spuk vorbei. Im Gegensatz zum letzten Abend, war die Besucherdichte eh überschaubarer. Und nachdem Merciless Terror die „Bühne“ räumten, schwanden die Gäste rapide. Schade für den DJ Tharn, der im Anschluss wieder das Regelprogramm des Metal Dienstags aufnahm. Aber aus meiner Sicht kann ich nur sagen: Am Mittwoch morgen klingelt der Wecker, egal ob Metal am Vorabend oder nicht. Doch bis 22:00, bis das Konzert ein offizielles Ende finden musste, bis dahin hätten Merciless Terror deutlich mehr Zuschauer verdient.