Solothus – Ritual Of The Horned Skull

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Solothus - Ritual Of The Horned Skull
Ich mag ja dieses offensichtliche Selbstverständnis, mit denen die Finnen mit der Dunkelheit umgehen. Scheinbar härten die geografische Situation mit der Nacht, die ein halbes Jahr andauert, dem garstig kaltem Winter und den überzogenen Alkoholpreisen mächtig ab. Anders kann ich mir nicht erklären, wie das skandinavische Völkchen lächelnd in den Abgrund schaut, und wenn dieser zurückschaut, dann auch noch freundlich hinunter winken.

Ritual Of The Horned Skull“ ist eigentlich nichts weiter, als ein musikalischer Gruß an die Finsternis im Abgrund. Nicht so grimmig und verbissen, wie vielleicht andere finnische Bands in die Dunkelheit blicken, Krypts, Abhorrence oder Swallowed zum Beispiel. Nein, SOLOTHUS scheinen ihrer dunklen Seite fast schon positiv und wohlwollend gesonnen. Das macht ihr erstes Demo zwar nicht unbedingt fröhlich und farbenfroh. Aber durchaus gefällig und irgendwie auch leichtfüßig.

Besonders die Soli sind größtenteils sehr rockig, und erinnern mich in „Darkness Gathers Here At Night“ sogar ein wenig an den Vibe von dreckigem Southern Rock – No offense! Im Gegenteil, ich mag die Herangehensweise, die schleppendes Tempo, bitter-süßes Harmonieverständnis und diese erfrischend ehrlichen Melodien zusammenschweißen.

In ihrem schleppenden Tempo sind besonders „Throne Of Bones“ und „Embrace The Cold“ interessant. Die melancholischen Melodien, die von den Gitarren sogar unverzerrt mit coolem Effekt vorgetragen werden, fressen sich mindestens genau so sehr ins Ohr, wie der cool knurrende Bass. Die Entwicklung der einzelnen Songs, immer weiter zur Düsternis, halten den Spannungsbogen über die jeweils knapp/gut 5 Minuten hervorragend aufrecht.

Zum positiven Gesamtbild von „Ritual Of The Horned Skull„, trägt der Sound einen wesentlichen Teil bei. Dafür, dass das komplette Demo im „“Rehearsalucifer Studio“ (was ich nun einfach als Proberaum interpretiere) aufgenommen wurde, ist der Klang verdammt geil! Man hört wirklich jedes Detail in der Musik, der Bass ist deutlich in der Musik positioniert, was im Metal bei Leibe keine Selbstverständlichkeit ist. Und auch die Drums klingen schön voll und organisch, derweil die Becken angenehm real abgemischt sind. Diese ausbalancierte Produktion lässt die Musik von SOLOTHUS noch mal trockener erscheinen. Es wirkt alleine durch den Sound, als ob die Band ihre Ideen locker aus der Hüfte schießt!

Ein wenig sticht der Opener „A Call To War“ aus dem Gesamtbild heraus. Er ist vergleichsweise rockig und geht direkt zur Sache. Durch seine umwegslose Struktur ist er aber gleichzeitig ein guter und vor allen Dingen griffiger Einstieg für den Hörer. Seine Andersartigkeit ist besonders darin geschuldet, dass der Track eigentlich nicht zum „Ritual Of The Horned Skull“ Demo gehört. Ursprünglich als 3-Song Dingenskirchen 2011 erschienen, fand diese neue Eröffnung erst auf den Re-Release ihren Weg auf die Kassette, die dieses Jahr durch Nihilistic Holocaust heraus kam. Derweil das restliche Demo zum kompletten Anhören und kostenlosen Download auf dem Bandcamp-Profil von SOLOTHUS bereitsteht, ist dieser Titel noch exklusiv dem Tape vorbehalten. Ob dieser Umstand auch in Zukunft so besteht, oder ob „A Calll To War“ gleichsam auf dem Debüt-Album vertreten sein wird, das kann ich aktuell nicht sagen. Doch mit Sicherheit steht fest: Das Full-Length „Summoned From The Void“ kommt im Juni via Memento Mori Records aus Spanien.

Solange sollte man aber definitiv „Ritual Of The Horned Skull“ antesten. Denn irgendwie finde ich die Musik erfrischend und unterhaltsam, auf kurzweiligem Niveau. An dieser Stelle haben Gab/Nihilistic Holocaust und Memento Mori mal wieder guten Geschmack bewiesen. Und auch, wenn die Band den Großteil zum kostenlosen Download anbietet, sind digitale Dateien doch nur flüchtige Bits und Bytes. Unterstützt die Labels und besorgt euch das Tape und später auch die CD. Aktuell bietet „A Call To War“ noch deutlichen Mehrwert zu den runderladbaren MP3-Files. Und auch das Booklet auf schwerer Pappe mit Double-Flapp trägt den Underground-Charme. Für 2 Euro zzgl. Porto und Verpackung kann man da echt nichts falsch machen!

Infos:
Nihilistic Holocaust – 2013
MC – 4 Lieder / 20:21 Min.

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http://www.memento-mori.es/release.php?id=37&type=1&p=1