Sabiendas – Restored To Life

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Sabiendas - Restored To Life
Ich bin mir nicht mehr sicher, von wem dieses weise Zitat stammt. Aber auf SABIENDAS trifft es voll zu: „Some Bands should have remained fans.“ Zugegeben, in solch einem vernichtenden Urteil sollte auch immer ein bisschen differenzierte Reflexion liegen. Immerhin kann man fast jedweder akustischen Auslebung auch eine gewisse Daseinsberechtigung zusprechen oder zumindest in diese hinein interpretieren. Selbst, wenn „Restored To Life“ nur für die Band selber eine nachhaltige Relevanz besitzen sollte. Aber aus der Sicht des Musikfans und potentiellen Käufers, stellen sich mir zwei wichtige Fragen: Haben SABIENDAS wirklich was zu sagen? Und würde ich für ein Album wie dieses Debüt Geld ausgeben/es überhaupt mehr als einmal hören?

Für meinen Teil, würde ich beide Fragen mit einem entschiedenen „Nein“ beantworten. Sicherlich sind SABIENDAS sehr ambitioniert. In ihren knapp sieben Jahren Bestehen, haben sie an einigen Pommesbuden gespielt, das Extremfest/Deathfest beackert und die Bühne mit großen Namen geteilt. Das alleine ist aber noch kein Garant für nachhaltige Musik.

So zeugt „Restored To Life“ von einigen Defiziten. Seien es Songstrukturen, die aus einfach aneinander gepackten Parts bestehen, ohne eine logische Entwicklung durchzumachen, Riffs, die diesen Namen eigentlich nicht verdienen und einer grauenvollen Produktion.

Dabei ist wohl die Gitarrenarbeit das größte Problem von SABIENDAS. Wenn man einen Akkord noch so rhythmisch dahin schrammelt, macht das aus einem Dreiklang noch lange kein „Riff“. Überhaupt nerven mich die häufigen Stakkatos auf dem Album, auch wenn diese zu keiner Sekunde plakativ sind oder gar zum modernen Beatdown tendieren.
Gleichsam sind die Leads und Harmonien eher dürftig und erschaffen zu keiner Sekunde einen griffigen Moment. Am Ende mangelt es den gut 34 Minuten deutlich an Hits, die für den Hörer im Gedächtnis bleiben.

Aus dieser Ideenlosigkeit resultieren zwangsläufig auch schwache Songsstrukturen. Glücklicherweise wird auf das gängige Strophe-Refrain-Zwischenpart-Schema verzichtet. Aber gelegentlich wirkt die Reihung einzelner Elemente eher gezwungen und fast schon willkürlich. Wenn alter Florida-Death auf eher jüngeres Brutal Death Metal Geschrammel trifft und dann wieder an europäische Wurzeln anlehnt. Irgendwie fehlt es an logischer Entwicklung und stimmigen Zusammenhang zwischen den Elementen.

Im Albenverlauf brechen SABIENDAS aber auch ein wenig aus dem Pendel zwischen Belanglosigkeit und Langeweile heraus und haben einige nette Ansätze. Im Großen und Ganzen ist „Retributionist“ immer noch ein durchschnittlicher Song. Doch in seinem Cannibal Corpse Groove macht er irgendwie Spaß. Und auch der Anfang des Titeltracks hat Potential. Mich erinnert das Geballer sehr an Vader zu „Litany“ Zeiten. Leider bergen das Psycho-Lead und der folgende Brutal-Part einen fahlen Beigeschmack. In seinem stumpfen Geholze ist auch „Cheating Death“ unterhaltsam, wie „Eternal Gloom“ mit latentem Asphyx-Touch punkten kann.

Am Ende ist „Restored To Life“ doch ein Album von Enthusiasten, die zwar mit Liebe, aber ohne Ideen ihre Lieder präsentieren. Die Produktion schmälert den Hörgenuss weiterhin, denn die lauten Bässe und die überproduzierte Kickdrum nehmen jedwede Dynamik und ertränken alle Nuancen im typischen Loudness-War.

SABIENDAS sieht man in Zukunft sicher noch in vielen Schützenzelten, vor allen Dingen hier in NRW, wo die Band beheimatet ist. Doch ob in einem halben Jahr noch ein Hahn nach „Restored To Life“ kräht, bezweifele ich sehr stark…

Infos:
Bret Hard Records – 22.02.2013
CD – 9 Lieder / 34:14 Min.

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