Sulphur Aeon – Swallowed By The Ocean’s Tide

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Sulphur Aeon - Swallowed By The Ocean''s Tide

Bereits vor dem Release ihres Debüts, hatten mich SULPHUR AEON. Nicht etwa, weil ich die Band von ihrem hochgelobten Demo oder der „Deep Deep Down They Sleep„-EP kannte. Das überaus detaillierte und stimmige Cover-Artwork zu „Swallowed By The Ocean’s Tide“ (von Ola Larsson) hat mich beim ersten Anblick in seinen Bann gezogen. Mit leichtem Touch von Biomechanik und Cyberpunk wird der große Cthulhu beim Erwachen in R’lyeh gezeigt. Damit setzen SULPHUR AEON den beschrittenen Weg ihrer EP fort, zeigen nun das große Ganze des Close-Ups der 7″-Single und konnten noch knapp in meine Sammlung der besten Artworks von 2012 rutschen. Wenn auch nur auf den letzten Drücker, denn das erste Full-Length erschien am 28.12.2012, unwesentlich vor der Jahreswende. Die weitere, monochrome Illustration des Booklets ist zwar schlicht, aber durchaus passend im Gesamtbild.

Die dreiviertel Stunde von „Swallowed By The Ocean’s Tide“ ist wie das Meer. Episch und tiefgründig, mal stürmisch, mal majestätisch, von geheimnisvoller Tiefe und schwärze und unbändigbarer Energie. Es ist Death Metal, der in doomigen Passagen ausholt und mit klirrender Kälte aus dem Black Metal zuschlägt. Dabei sind die Songs aber immer verdammt kurzweilig, wiederholen sich zu keiner Sekunde unnötig selber, sondern platzieren mit packenden Melodien immer den richtigen Wiedererkennungswert.

Die Klangwände sind teilweise dicht und schwer wie die See. Polyphone Riffs und Harmonien erzeugen zuweilen epische und tiefgreifende Atmosphäre. Gelegentlich erinnert der Aufbau ein wenig an Behemoth, wobei SULPHUR AEON schlicht kompaktere (und ergreifendere) Songs haben. Gerade das zielgerichtete Vorgehen macht „Swallowed By The Ocean’s Tide“ schnell zugänglich. Und der Abwechslungsreichtum von schwerem, drückendem Downtempo über treibendes Uptempo hin zu opulenten Blastbeats macht das Debüt sehr fassettenreich. Gerade die zweite Albumhälfte überrascht mit einigen, überaus melodischen Soli und Leads, die beispielsweise im Kontrast zum vergleichsweise minimalistischen Titeltrack wunderschöne Akzente setzen. In „Those Who Dwell In Stellar Void“ erinnert die Harmonie an Carcass zu „Heartwork„-Zeiten, „From The Stars To The Sea“ zeigt Parallelen zu Immortal Rites. Beide aber lediglich in ihren Melodieführungen, denn in der Grundinstrumentalisierung ist SULPHUR AEON wesentlich eigenständiger.

Doch nicht nur Lovecraft ist großer Einfluss für die nordrheinwestfälische Band. Auch wenn diesem explizit im Booklet gedankt wird. Der Meister Fulci hinterließ gleichermaßen seine Spuren bei SULPHUR AEON. Darum ist das abschließende „Zombi“ eine Interpretation des Haupthemas von „Zombie 2“, geschrieben von Fabio Frizzi. Eine gelungene Hommage, die das Gesamtbild „Swallowed By The Ocean’s Tide“ gebührend abschließt.

Infos:
FDA Rekotz – 2012
11 Lieder / 44:50 Min.
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http://www.fda-rekotz.com/gx/