Kadaverficker – Exploitation Nekronation

 

Kadaverficker - Exploitation NekronationNa, das ist doch mal ein netter Name, oder? Ich kenne von dem Trupp eigentlich nicht wirklich viel, nur ein paar Split-EPs, die ganz okay waren, aber eben nix Besonders, und ein Demo aus dem Jahr 2000 auf Kassette, was auf den Namen „Gehirnpenetration“ hörte, was ich allerdings so was von scheiße fand, dass ich dies damals der Band unbedingt mitteilen musste.

In der Zwischenzeit habe ich die Band für mich abgehakt. Als mir letztens Marc von Depression und Labelchef von Suffer Prod. diese CD zukommen ließ, war ich, ganz ehrlich gesagt, wenig angetan. Und dann kam irgendwie alles anders, als ich mir das so schön ausgemalt hatte. Ganz nach dem Motto, CD kann nur Rotz sein, darauf folgt ein typischer Verriss und fertig ist die Laube. Aber Scheiße war’s!

Jetzt hocke ich hier und muss tatsächlich feststellen und eingestehen, dass die Rabauken ein durchaus cooles, krankes Stück Metzger Grindcore zurecht gezimmert haben, der mich noch nicht einmal meckern lässt, verflucht noch mal, was soll das? Auf insgesamt 28 Attacken, unterteilt in drei kranke Kapitel, bei denen enorm viele Intros dazu gehören, ackern die von Wahnsinn getriebenen Maskenfetischisten mit herrlich schrägem, abartigem Humor durchs Grindgeäst.

Klar ist, dass KADAVERFICKER voll einen an der Waffel haben, aber das kommt diesen Songs nur zu Gute. Während man „Exploitation Nekronation“ über sich ergehen lässt, kommt man sich ständig vor, als wenn man sich in einer muffigen, verlassenen Villa befindet, wo permanent Horror- und Splatterfilme laufen. Und als Soundtrack zu all dem Blut und kranken Gedankengut kommen dann die vier Dortmunder um die Ecke, um dir deinen Arsch so richtig derbe aufzureißen und zwar so, dass du Lumpen kotzt. Aber wer denkt, man bekommt hier nur Scheiße mit Noise serviert, der irrt ein weiteres Mal, denn die Jungs haben es spielerisch sehr wohl drauf. Ich finde, sie spielen schon ihren ganz eigenen kranken Sound. Wer auf Depression Mucke steht, der kann hier schon mal nicht allzu viel verkehrt machen, allerdings ist dies nur als ganz grobe Richtung anzusehen.

Bei manchen Intros und Filmsamples aus allen Epochen lachst du dir förmlich den Arsch eckig. Mal geht es schleppend zu, wie z.B. in „Das todbringende Schlabbergeziefer vs. Menschenmuss„, und auf der anderen Seite rasieren dir die Burschen wieder dermaßen den Schädel, dass du völlig ausgelaugt nach Hause kommst, um dich wieder reanimieren zu müssen. Wer auf stumpfen, angepissten Grindcore mit bluttriefenden, ekligen Death Metal Einflüssen und schwärzestem Humor steht, der wird hier blutig unterhalten. Und als Ratespiel gilt es, die ganzen kranken, aber durchaus coolen, schrägen Intros ausfindig zu machen und den jeweiligen Filmen zuzuordnen. Das ist jedenfalls die Hausaufgabe bis zur nächsten Attacke. Vergesst mal Haemorrhage, das hier killt wirklich! EHRLICH.

Infos:
Suffer Productions/Godeater Rec. – 2012
CD – 28 Lieder / 43:23 Min.
https://www.facebook.com/Kadaverficker
https://www.facebook.com/GodEaterRec
https://www.facebook.com/SufferProd

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