Fatal Underground # 39

 

Fatal Underground - Issue 39Leo ist mit seinem Heft sowohl in Sachen Ausdauer als auch beim Seitenumfang bei den Fanzines einfach ungeschlagen. Eigentlich hatte ich gedacht, dass Leo etwas abnehmen wollte (gemeint ist die Seitenanzahl), aber auch die neuste Ausgabe ist um die 180 Seiten fett! Ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, dass Leo nicht müde wird und nach so vielen Jahren an seiner größten, aber wohl auch recht teuren Leidenschaft festhält. Sehr gut! Auch dieses Mal gibt es einen ganzen Haufen an Underground Bands, hauptsächlich aus dem Death Metal Lager, jedenfalls bei dem, was Leo an Interviews beisteuerte. Die zwei interessantesten und aussagekräftigsten Interviews sind das mit den Magdeburgern Infected Brain und das mit Revel in Flesh vom ollen Hauber, der ja bekanntlich seit letztens ein Schwede ist, ha!

Unterhaltsame Fragen mit ebensolchen lesenswerten, informativen Antworten. Neben diesen Death Metal Bands werden noch Berkowitz, Defilement, Profanation und die Doomfraktion Dust vom Leo befragt. Sint vom furchtbaren Snowfall Zine interviewt Disanthrope, ein Interview, was verdammt locker und rotzig daherkommt, liest sich nicht schlecht, auch wenn die Flitzpiepe Sint das Fach „Deutsch“ in der Schule ausgelassen zu haben scheint.

Der Großteil der restlichen Interviews ist diesem Typ aus Berlin zuzuschreiben. Genau dieser hat es sich schon länger zur Aufgabe gemacht, gewisse „Tischgespräche“, also Live-Interviews zu machen. Die Thrashband Cripper wurde dann auf knapp 10 Seiten interviewt. Obwohl Britta eine recht unterhaltsame Art hat zu antworten, hat das Interview so einige Hänger und Gähneffekte, da in den meisten Fällen solche Interviews dem Smalltalk zum Opfer fallen. Lesen sich die ersten 4–5 Seiten noch recht unterhaltsam, wird es zum Ende hin leider immer belangloser. Neben diesem Interview gibt es noch Befragungen mit Obituary (ebenfalls live, haha, hier hat aber mal jemand überhaut keine Lust zu antworten), Incite, Betontod, Ektomorf, Blood God und mit den Thüringern Die Apokalyptischen Reiter. Da kann man nicht meckern.
Dann gibt es noch den Kollegen mit dem einfallsreichen Pseudonym Rüdi, ich nenne ihn jetzt einfach mal Günther, da mir dieses Rüdi-Gequatsche einfach zu blöd ist. Der kleine Günther interviewt dann noch die Esslinger Killing Age (nix Herausragendes von beiden Seiten), Taxim und Victim of Myself.

Von allen Konzert-Berichten gefallen mir Leos Festival-Berichte immer wieder am besten, denn Leo hat gerade da eine Schreibweise, die man ehrlicher nicht rüberbringen kann. Hier ist nichts auf cool getrimmt oder irgendwas dazugedichtet, nee, einfach aus den Bauch raus offen und sehr ehrlich geschrieben. Man hat stets das Gefühl, neben ihm zu stehen. Mehr gibt es jetzt eigentlich nicht zu erwähnen. Außer, vielleicht eines noch, zum Teufel noch mal, was hat diese ganze Ex-Böhse Onkelz Jauche im Heft zu suchen? Entweder liest du einen Konzertbericht oder eben ein Interview mit ehemaligen Mitgliedern dieser Band, wie zum Beispiel dieses mal mit Pe Schorowsky. Was soll eigentlich der Scheiß?? Eine Sache, die mich zutiefst anwidert! Trotz ein paar Macken, was andere Hefte auch haben, ist das Fatal Underground immer noch das agilste, was seit jeher den Underground nicht nur im Namen trägt, sondern auch immer wieder aufs neue den Underground unterstützt und die Fahne hochhält. Für Ausgabe 40 wünsche ich mir, dass wieder mehr METAL Bands vorgestellt werden, denn dafür ist das Fatal Underground ja eigentlich bekannt geworden! Tütet fix 2,20 an Porto ein, und ihr bekommt ein monsterfettes Heft.

Infos
Kontakt: Mario Klein, Zerbster Str. 23, Dessau,
fatalunderground_leo@freenet.de
http://www.fatal-underground.de/

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