Sudden Death – Resource

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Sudden Death - Resource
SUDDEN DEATH ist ein denkbar ungünstiger Name. Weltweit gibt und gab es wohl ungefähr – so Pi mal Daumen – 22 Bands mit diesem Namen. Doch diese SUDDEN DEATH sind bereits seit 22 Jahren im Geschäft und haben schon 1990 mit ihrem Lärm angefangen. In der nationalen Szene sind sie somit ein Urgestein. Durch diverse berufliche und private Umstände, die zwischenzeitlich auch schon mal für eine längere Pause sorgten, ist „Resource“ aber erst das dritte Full-Length der Band. Ob es daran lag, dass die Band wohl eher regional um ihre Heimat Osnabrück einen Kultstatus genießt und sonst eher ein Dasein im Untergrund fristet?

Ich muss gestehen, dass ich bisher keinerlei musikalischen Kontakt zu den deutschen SUDDEN DEATH hatte. Entsprechend ist mir auch die Vergangenheit der Band unbekannt. Ihre Gegenwart ist hingegen nicht so sonderlich rosig. „Resource“ ist sicherlich ein solides Album, doch bewegen sich seine acht Songs zu sehr im belanglosen Durchschnitt, um auch nur irgendwie in der aktuellen Death Metal Welt herauszustechen.

Vielleicht muss man im Vorfeld auch erst mal klarstellen, dass SUDDEN DEATH nicht den angesagten – nun kommt das Bullshit-Word – oldschool Death Metal spielen, wie er momentan inflationär die Szene überschwemmt. „Resources“ ist weder Schweden-Kopie, noch okkult, nekro oder sonstwie hipp. Die einzig alten Einflüsse könnten von Cannibal Corpse stammen. Vielmehr ziehen SUDDEN DEATH viele Einflüsse aus dem Thrash Metal, besonders in den Riffs. Doch auch die Gangshouts erinnern an die Crossover-Bands, die alten Hardcore mit Thrash Metal vermengten. Kurzzeitig klingen manche Ideen in „Erosion“ oder „Survive“ auch neueren Napalm Death. Diese kurzzeitigen Anlehnungen hinterlassen aber keine großartige Spuren auf das Gesamtbild.

Die erste Hälfte von „Resource“ ist recht unspektakulär. Der Opener „Exploited Bodies“ ist solider Death/Thrash Metal, wie man ihn leider schon zu häufig gehört hat. Das genannte „Erosion“ besitzt Potential, wiederholt sich selber aber etwas zu häufig in seinen fast sechs Minuten. Hier und auch an anderen Stellen, wäre eine Straffung sehr hilfreich gewesen. In „Bionic“ deuten sich die Live-Qualitäten von SUDDEN DEATH an, denn auf der Bühne könnte der Song sehr gut funktionieren. Hier auf CD, ist die Nummer aber eher durchschnittliche Wahre.

Ab „Resources“ (wie der Albumtitel, nur Plural), zieht die Qualität ein wenig an. Gerade der Wechsel zwischen Groove und finsterem Death Metal, macht diesen Song unterhaltsam. Lediglich „Fallout“ ist in dieser Albumhälfte etwas durchwachsen und hinterlässt einen fahlen Eindruck. Dafür entschädigt das nachfolgende „People Of The Past„. Mit seinem untypischen und atmosphärischen Anfang setzen SUDDEN DEATH endlich mal einen markanten Akzent auf „Resource„. Mit seiner Grundstimmung, Steigerung und drückendem Groove ist dies das Meisterstück des Albums. „Survive“ ist dagegen noch mal Kontrastprogramm, aber durchaus auch einer der besseren Tracks, zwischen Thrash und neuen Napalm Death.

Insgesamt fehlt es aber an richtig hervorragenden Hits, um „Resources“ in der Masse an Veröffentlichungen hervorzuheben. Deutliche Längen in den Songs und eher mittelmäßige Riffs und Grooves zehren gleichermaßen am Hörvergnügen.

Wer dennoch Interesse an diesem grundsoliden Gemisch aus Death und Thrash Metal haben sollte, bekommt bei Grind Attack für 9,90 das Album im Jewelcase. Mit 16 Seiten Booklet, das strukturiert und dennoch optisch verdammt ansprechend aufgemacht ist. Für LP inklusive CD zahlt man freundliche 15,90. Das ist mal fair!

Infos:
Grind Attack – 2012
CD – 8 Lieder / 41:34 Min.

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