Postmortem – Bloodground Messiah

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Postmortem - Bloodground Messiah
Mit „Bloodground Messiah“ haben mich POSTMORTEM ein wenig überrascht. Doch leider nicht im positivem Sinne. Vielmehr stellte sich mir nach den ersten paar Hördurchläufen die Frage, ob ich den Vorgänger „Seeds Of Devastation“ wirklich so falsch in Erinnerung hatte? Immerhin war ich vom 2010 erschienen Album der berliner Death-Thrasher doch recht positiv angetan. Sicherlich hatte das fünfte Album der Band einige grobe Macken, wie stumpfes Songwriting oder etwas uniforme und nicht gerade besonders auffällige Songs. Doch dafür war es gleichermaßen ein derbes Doublebass-Gewitter, das mit dickem Groove wie ein Panzer über das Schlachtfeld bretterte.

Doch wo auf „Seeds Of Devastation“ noch der Death Metal dominierte, kommt auf „Bloodground Messiah“ der Thrash Metal mehr in den Fokus. Ein fataler Schachzug! Zum einen entrücken POSTMORTEM damit immer mehr aus meinem musikalischen Geschmack, zum anderen zeigen sich dadurch auch vermehrt die Schwächen der Band.

Außerhalb der durchknatternden Doublebass, mit mehr Betonung auf rhythmusorientierte Triolen, wirken die Riffs noch eindimensionaler. Gerade die eröffnenden Songs „Under Attack“ und „Down For The Count“ sind schlicht stereotyper Thrash Metal. Zwar brettern die Lieder dick aus den Boxen, etwa wie alte Sodom, und sind durch die Zwei-Word-Refrains auch sehr plakativ. Doch hat man alles schon tausendmal gehört. Und als ob Genre-interne Redundanz noch nicht schlimm genug wäre, wiederholen sich POSTMORTEM auch noch selber. Besonders „White Raven Black Flame“ wird durch das ständige Wiederkäuen der „Ideen“ zu Tode geritten.

Einen gewissen Unterhaltungswert birgt hingegen „Machinegun Preacher„, das mit seinen überdrehten Sperenzchen auf dem Hi-Hat und dem abartig gewürgtem Gesang ganz witzig ist. Doch leider geht hier gänzlich der bisherige Panzer-Charme der Band verloren. Noch schlimmer macht es „Falling From Hell„, das mit seiner gesanglichen Zumutung wirklich nicht mehr als ein mittelmäßiger Thrash-Song ist. Auf „Seeds Of Devastation“ waren die Vocals irgendwie noch kraftvoller und brutaler, hier sind sie nur noch eine Farce. Der Gesang ist so gezwungen am Limit, dass es fast schon nervt. Mit tiefen Growls hätte es das langweilige „Drowned In Black“ wenigstens zu einem Debauchery-Song geschafft. Aber in keinem Fall braucht man die Nummer. Egal ob nun gegrunzt und mit Titten garniert, oder rausgewürgt wie ein Tardy auf Prospan.

Die letzten Bezüge zum rollenden Death/Thrash des Vorgängers schaffen lediglich „Can’t Wait To Eliminate„, das leider nicht sonderlich spannend ist, und das Album-Highlight „Calling The Dead„. Hier stimmt sowohl die Atmosphäre, wie auch das Bolt Thrower-Riff und der coole Refrain, der einen netten Akzent im Lied setzt. Zwar hätte auch hier eine gewisse Straffung noch das Tüpfelchen auf das I gesetzt, aber in Anbetracht der restlichen Ausfälle will ich mich gar nicht erst beschweren.

Eine gewisse Sonderstellung nimmt „Black Flame“ mit seine thrashigen Melodic Death-Gitarren ein. Hier ist das Riffing ausgeprägter, als auf der gesamten restlichen Scheibe. Eine nette Abwechslung, die „Bloodground Messiah“ wirklich gut tut. Doch leider das Ruder auch nicht umreißen kann.

Infos:
War Anthem Records
CD – 11 Lieder / 41:15 Min.

https://www.facebook.com/Postmortem1
http://www.postmortem.de/
http://www.war-anthem.de/
https://www.facebook.com/pages/War-Anthem-Records/454659101235343