Nominon – The Cleansing

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Nominon - The Cleansing
NOMINON sind eine Institution im schwedischen Death Metal. Zwar sind sie nicht so populär, wie ihre Landsleute von Dismember, Grave oder Entombed, dennoch schon seit zwanzig Jahren im Geschäft. Ihr fünftes Album „The Cleansing“ kam leider etwas zu früh (2012) heraus, um dieses Jubiläum zu zelebrieren. Dennoch kann man mit dem Album ordentlich feiern gehen.

Wo NOMINON drauf steht, ist natürlich NOMINON drin. Und ihre Herangehensweise an den Death Metal alter Schule ist aktuell richtig erfrischend. Entgegen aller Trends ist „The Cleansing“ zu keiner Sekunde ein Entombed-Klon. Weder in den Riffs, noch in den Strukturen, den Grooves oder gar dem Sound. Nein, das Album klingt absolut nicht nach der mittlerweile inflationär verwendeten HM2-Effekttrete von Boss. Und auch wenn der Style von NOMINON stellenweise verdammt dreckig und räudig ist, sind sie noch weit von dem D-Beat/Crust-Einschlag entfernt, den andere schwedische Bands jüngeren Alters momentan für ihren Sound entdecken.

Doch trotz dieser Bonuspunkte, tuen sich NOMINON zunächst keinen Gefallen. Auch wenn „Mausoleum“ ein dicker Song direkt zu Anfang ist, gewinnt „The Cleansing“ eigentlich erst in der zweiten Albumhälfte. Nach dem Intro „Satanical Incubation“ fehlt es „In The Name Of Gomorrah“ etwas an Wiedererkennungswert. Gleiches gilt auch für „Unholy Sacrifice„, auch wenn in diesem Song die Atmosphäre angenehm düster und ranzig ist. Den instrumentalen Titelsong lasse ich, seiner guten Qualitäten als nicht-besungenes Interlude zum Trotz, mal außen vor.

Mit „Abhorrent Parasites“ geht die Party auf „The Cleansing“ erst richtig los. Ab hier nehmen sich NOMINON richtig Zeit für griffige Harmonien an den Gitarren und somit auch weiteren prägnanten Momenten in den Songs. „Hellwitch“ kann mit seiner beklemmenden Stimmung und seinen großartigen Melodien sogar noch eine weitere Steigerung in das Album bringen. Spätestens hier zeigen NOMINON, dass sie (immer noch) einen eigenen Charakter haben.

Mir persönlich gefällt auch sehr gut, dass der Bass stellenweise eine exponierte Rolle beziehen darf, in „Mausoleum“ soliert und melodieführend in „Son Of Doom“ agiert. Doch dies nur als Randbemerkung eines Bassisten… (;

Von Deathgasm Records kommt „The Cleansing“ im schönen Digipak, mit einem schicken Juanjo Castellano Cover. Im 12-seitigem Booklet werden die einzelnen Details des Artworks wunderschön in Nahaufnahme gezogen und machen das gesamte Layout grandios. So ein liebevoll aufgemachtes Beipackzettelchen sollten mehr Bands haben! Und wenn ich schon Name-Dropping betreibe, muss ich auch Javi Feléz (auch bei Graveyard (ESP) an der Gitarre, und wenn ich mich nicht täusche, hatte der Junge auch ein Fanzine, also ein echter Szene-Maniac!) erwähnen, der sich für den angenehmen Sound verantwortlich zeigt. Das Album klingt dreckig und schmutzig, erlaubt aber dennoch alle Details zu erkennen und in den unteren Bereichen einen angenehmen Druck zu vernehmen.

Auch wenn die aktuelle Konkurrenz richtig groß ist, haben NOMINON nach zwanzig Jahren immer noch Daseinsberechtigung. „The Cleansing“ birgt zwar keinerlei Neuerungen, geht aber dafür einen erfrischend trendfreien Weg in der aktuellen Retro-Phase des Death Metals. Nur muss eben die Abstiche in der ersten Albumhälfte in Kauf nehmen. Dann ist die Scheibe richtig guter und vor allen Dingen dreckiger Spaß!

Infos:
Deathgasm Records – 2012
Digipak – 10 Lieder / 38:15 Min.

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