Blackwater – Founded On The Shambles

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Blackwater - Founded On The Shambles
BLACKWATER gehen für ihr erstes Lebenszeichen richtig professionell vor. Die EP der 2008 gegründeten Band aus Kiel erscheint als gepresste CD mit achtseitigem Booklet. Dort finden sich die Texte, die sowohl grafisch sehr ansprechend aufgemacht, wie auch mit Fussnoten zu ihren Ursprüngen ergänzt wurden. Interessant, dass Nietsche oder Schoppenhauer den Brutal Death Metal inspirieren können, haha!
Gleichsam ist auch das Cover professionell umgesetzt. Das Motiv erinnert von der Idee an die Collagen des frühen Grindcores, von der digitalen Ausführung ist es aber schon eher typisch für das Genre. Und auch der Aufdruck der CD als Gullideckel, ist ein witziges Detail. Vollendet wird das Paket um „Founded On The Shambles“ durch die druckvolle, wenngleich etwas dumpfe Produktion durch Blastbeats Productions, wo das Album aufgenommen und gemischt wurde. Für das Mastering zeigt sich das LDS-Studio, gleichermaßen aus Kiel, verantwortlich.

Das ist eine Menge Aufwand und sicher auch etwas Geld, das BLACKWATER in ihr erstes Lebenszeichen gesteckt haben. Zumal sie diese EP auch zum kostenfreien Download anbieten. Ob es die gepresste CD auch zum Kauf gibt, oder ob sie nur zu Promo-Zwecken an Magazine verschickt wurde, kann ich an dieser Stelle gar nicht sagen. Doch für so viel Arbeit schreibe ich auch gerne meine Meinung zu der Scheibe. Auch wenn sich jeder selber ein Bild von der Musik machen kann.

Wie gesagt, die Verpackung und die akustische Aufmachung können sich schon mal sehen lassen. Doch musikalisch straucheln BLACKWATER leider noch etwas über ihr frühes Schaffensstadium. Zunächst ist das Grundgerüst irgendwo zwischen Death-Grind und Brutal Death Metal eigentlich recht solide. Die Riffs sind an vielen Stellen schön finster und brutal. Auf Dauer nervt vielleicht die durchgehend ballernde Doublebass, die nur selten mal aus dem Knattermodus rauskommt. Dafür zeigen sich die Vocals abwechslungsreicher, als bei vielen Kollegen. Tiefe Growls dominieren „Founded On The Shambles„, aufgelockert durch einige hohe Schreie und gelegentliches Bree Bree. In dieser Kombination ist „Duality“ ein eigentlich ganz brauchbarer Song. Nicht sonderlich herausragend, aber grundsolide. Auch die leichten Slam-Einflüsse aus „Cross The Rubicon“ stehen BLACKWATER ganz gut zu Gesicht.
Das etwas unentschlossene „Man Is The Cruelest Animal“ mit seinen Dark Funeral-mäßigen Black Metal Einflüssen, wirkt noch etwas unausgegoren. Doch gänzlich versemmelt hat es die mittlerweile zum Quintett gewachsene Band (zur Aufnahme der CD waren es nur vier Leute, wovon Fabian Lindberg sowohl Gesang wie auch Gitarre übernahm) mit dem Titelsong der EP! Zu Beginn ist der Track noch richtig gut, mit teilweise zweistimmigen Gitarren klingt er stellenweise sogar etwas nach Cryptopsy. Doch dann muss ein unnötiger und unpassender Breakdown-Part diese schöne Konstruktion gänzlich niederreißen. Ich verstehe nicht, wieso man mit einem so gezwungen modernem Element alles zerstören muss…

Am Ende sind BLACKWATER mit den vier Songs in knapp 14 Minuten noch sehr auf der Suche nach einem eigenen Stil. Die Basis ist dabei sicherlich schon mal mehr als solide, aber um bei der massig vorhandenen Konkurrenz bestehen zu können, werden die unrunden Einflüsse aus dem Black Metal wenig helfen. Und erst recht nicht die nervigen Breakdowns, die jede zweite Deathcore-Band inflationär in ihren Liedern verheizen. Wer dennoch neugierig ist, kann „Founded On The Shambles“ – wie erwähnt – kostenfrei runterladen, auf der Bandhomepage und bei Dropbox.

Infos:
Eigenproduktion – Juni 2012
MCD – 4 Lieder / 13:47 Min.

https://www.facebook.com/Blackwaterofficial
http://www.blackwatermetal.de/