Imprecation – Jehovah Denied

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Vielleicht liegt es daran, dass ich zu jung bin. Doch bisher waren mir IMPRECATION absolut kein Begriff. Obwohl die Band bereits vor 20 Jahren ihr erstes Demo veröffentlichte und – wie ich im Nachhinein feststellen musste – im Underground ein gewisses Renomé genießt. Vielleicht liegt es einfach daran, dass die Kapelle aus Missouri bisher lediglich zwei Demos und zwei EPs veröffentlicht hat, und deswegen noch nicht in meine nähere Aufmerksamkeit gekommen ist? Außerdem war die Band gut fünfzehn Jahre verdammt ruhig. Zwischen der Compilation der alten Demos (erschienen 1995) und dem letzten Lebenszeichen („Sigil Of Lucifer„, EP von 2010), vergingen gut 15 Jahre. Und ob ich „Jehovah Denied“ regulär beachtet hätte, ist weiterhin fraglich.

Ursprünglich wurde dieses neue Demo aufgenommen und veröffentlicht, um das zwanzig-jährige Jubiläum des ersten IMPRECATION Demos zu feiern. Die Band hat selber 100 Kopien als CDr vertrieben. Pech von Unholy Domain Records hat dann für weitere 100 Einheiten auf professionell aufgemachter Kassette gesorgt. Auf rotem Tape mit professionellem Aufdruck inklusive aller Texten und den üblichen Meta-Infos im Inlay, bekommt man die vier Songs in gut 17 Minuten als ordentliches Package präsentiert. Das dicke Fuck Off an die „Internet Warriors“ aus aus dem Booklet, nehme ich an dieser Stelle einfach mal persönlich, haha! Jedenfalls bot mir Pech das Demo zu meiner letzten Bestellung an und schickte mir den Song „Chapel Of Rotten Flesh“ als Youtube-Video zum Reinhören. Der Song hat mich soweit begeistert, dass ich auf gut Glück einfach das komplette Demo geordert habe.

Schlussendlich wurde ich nicht enttäuscht. Auf ähnlichem Niveau wie „Chapel Of Rotten Flesh“ spielen IMPRECATION auf „Jehova Denied“ düsteren Death Metal. Gelegentlich mit leichten Einflüssen aus dem Black Metal, wie im überragenden „Hosanna Ex Inferis„, mal ausgezeichnet durch minimalistische und nicht aufdringliche Keyboards gestützt. Ja, ich hätte wohl nie gedacht, dass mir Keyboards im Death Metal so wenig ausmachen können! Selbst das recht rohe Ufta aus „Storm Of The Cloven Hoof“ hat mit seiner straighten und griffigen Melodieführung ordentlichen Unterhaltungswert. Dass „Angel Of Salvation’s Doom“ in seinem Aufbau nicht ganz an den Rest des Demos heran reicht, stört eher marginal. Denn der Song ist immer noch sehr kraftvoll und überzeugt mit dreckigem Groove zum Ende hin.

Jehovah Denied“ ist sicherlich kein Überdemo und IMPRECATION werden wohl so schnell nicht zu einer meiner Lieblingsbands. Dennoch bieten diese vier Songs kurzweiligen Unterhaltungsfaktor und waren jeden Cent wert! Für neues Material werde ich die Band auf jeden Fall im Auge behalten, und empfehle jedem, der mit „Chapel Of Rotten Flesh“ auf Youtube etwas anfangen kann, sich per Mail bei Pech zu melden und einfach mal ein Demo zu bestellen.

Infos:
Unholy Domain Records – Oktober 2012
Pro-Tape – 4 Lieder / 17:38 Min.

https://www.facebook.com/pages/Imprecation/194725213915960
https://www.facebook.com/UnholyDomainRecs