Herpes – Awakening Of A Sleeping Madness

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Es ist gar nicht so lange her, da habe ich noch mit einem Bekannten über die französischen HERPES gesprochen, die 2010 mit ihrem Demo „Doomsday“ auf sich aufmerksam machen konnten. Zur gleichen Zeit in etwa, fragte mich Gerste vom Campaign Of Musical Destruction-Fanzine in seinem „What’s That Noise?„-Spiel auch nach einem Song der Band, genauer, nach dem Track „Stench Of Decay„. Und witziger Weise kam unwesentlich später die Frage der Band, ob ich nicht ihr neuestes Demo „Awakening Of A Sleeping Madness“ besprechen will. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass ich beim Gerste noch bedauerte, dass ich das zweite Tape der Band noch nicht hätte, ist das ein mehr als glücklicher Umstand, weswegen ich mich bei der Band noch mal besonders für die Bemusterung bedanken will.

Die Kassette zu „Awakening Of A Sleeping Madness“ bekam ich aber leider nicht. Für mich gab es eine CDr mit einem Inlay aus der Tape-Version, das einseitig bedruckt auf glossy Papier mit zweifach Flap ist. Professionell hergestellt, macht besonders das Cover-Artwork einiges her und sieht, trotz des ranzigen Motivs, sehr edel aus.

Mit etwas mehr Wumms, als noch zu „Doomsday„, machen HERPES ansonsten genau da weiter, wo sie mit ihrem ersten Demo einen guten, ersten Eindruck hinterlassen haben. Der deutliche Worship an Autopsy, Repugnant, Murder Squad und Konsorten, ist nach wie vor nicht zu verleugnen. Dabei bergen das eröffnende „Intoxicated“ oder „Cellar Of Depravation“ zwar keine sonderlichen Überraschungen, sind dafür aber verdammt ordentlich gemacht. Sowohl der dicke Groove der Songs stimmt, wie fetzige Soli und gute Spannungsbögen den Unterhaltungsfaktor der Lieder ordentlich hoch halten.
Ab „Putrid Ritual“ starten HERPES aber richtig durch und servieren geilsten Groove im finsteren Gepolter! Wenn dann der Bass im Refrain fast schon fröhlich rumhüpft, klingt die Mischung wie ein mächtig psychopathischer Zirkus, eine richtig gelungene Idee! Ähnlich griffig sind auch die Gitarrenlinien in „Ravenous„, das neben „Putrid Ritual“ eines der Highlights auf „Awakening Of A Sleeping Madness“ ist. Schön, dass man diese beiden Perlen auch auf der Reverbnation-Seite der Band anhören kann.
Von der Komposition, ist aber „Summon The Unspeakable“ am besten gelungen. Alleine, wie der Song am Anfang rapide ausbricht, zwischen Uptempo und Groove wechselt und gleichzeitig über diese beiden Parts von einem fetten Gitarrensolo begleitet wird, ist göttlich! Auch der spätere Spannungsverlauf des Tracks mit zähem Autopsy-Doom und weiterem Solo hinterlässt mächtig Eindruck. Einfach verdammt gut gestrickt das Teil.
Abgeschlossen werden knapp dreiundzwanzig Minuten dieses Demos von einem Hiddentrack, dem Abscess-Cover „Suicide Fuck„, das richtig rotzig und überzeugend gemacht ist. Mir gefällt diese Interpretation sogar besser als das Original!

Für freundliche drei Euro bekommt man das Tape, das auf 300 handnummerierte Einheiten limitiert ist, im Shop von Devil’s Blood Productions. Und da HERPES sich hier zu ihrem guten ersten Demo noch weiter steigern konnten, kann ich den Kauf von „Awakening Of A Sleeping Madness“ nur wärmstens empfehlen, wenn man Legio Occulta, Morbus Chron, Autopsy, Abscess und ähnliche Verdächtige mag!

Infos:
Devil’s Blood Productions – 2012
Demo-Tape – 5 Lieder + Hidden Track / 22:55 Min.

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http://www.reverbnation.com/herpesdeathmetal
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