Chton – The Devil Builds

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Chton - The Devil Builds
The Devil Builds“ ist ein Album, das wächst. Im ersten Moment erscheinen CHTON roh, fast schon ein wenig grobschlächtig. Das mag daran liegen, dass die norwegische Band gerne im stumpfen Uptempo rumholzt und damit ziemlich derbe auf die Kacke haut. Doch bergen die gut 42 Minuten dieses Zweitwerks einiges zu Entdecken!

Prinzipiell machen CHTON die beste Figur, wenn sie aus dem Cannibal Corpse-mäßigen Getacker herauskommen und sich in anderen Tempi bewegen. Dabei ist es eigentlich egal, ob das Gas gänzlich durchgetreten, oder die Geschwindigkeit ordentlich reduziert wird. Die langsameren Momente sind jedoch die große Stärke auf „The Devil Builds„. So der Anfang von „Scavanger Of A Dead World„, das in Rhythmik und Harmonik an die Großmeister Immolation erinnert. Ähnliche Assoziationen erlaubt „Gods Of The Flesh„, das darüber hinaus aber auch sehr untypische Gitarrenlinien und interessante, zweistimmige Riffs enthält.

Gelegentlich erinnert die Herangehensweise von CHTON auch ein wenig an Hate Eternal. „Lord And Master“ oder „Rise Black God“ haben diese majestätische Erhabenheit, ohne jedoch in übertriebenes Geballer und Saitengewichse auszuarten. Da zeigt sich auch schnell eine äußerst positive Eigenschaft des Albums: So sehr „The Devil Builds“ auch im extremen (Death) Metal anzusiedeln ist, so sehr versteht die Band gleichermaßen, dass man die Musik nicht immer am Limit spielen muss! Immer wieder überraschen CHTON, wenn einem Song noch eine Steigerungsstufe verpassen können. Wenn man denkt, „Rise Black God“ hätte seinen Klimax erreicht, wird es noch eine Nummer derber. Der anschließende Downtempo-Part unterstreicht nur diesen ausgefeilten Aufbau und bringt wieder die düstere Atmosphäre in den Vordergrund.

Die gewisse Grundstimmung ist, neben den interessanten Songverläufen, auch ein wichtiges Element für „The Devil Builds„. Immer wieder kommen finstere und unterkühlte Momente auf. „Contagion (The Disease)“ bezieht dafür noch Einflüsse aus dem Black Metal und bekommt durch sein Mantra „God Is Dead“ eine immer zerstörerischere Attitüde zum Ende hin.
In seiner Mischung aus spannendem Aufbau, düsterer Atmosphäre, obskuren Einflüssen von Immolation und finsterem Nihilismus, ist wohl „Nithon Undertow“ der herausragendste Song der Scheibe. Die Nummer ist einfach böse. Darüber vergisst man auch die schwächeren Songs „Death Awaits“ und „Faustian Resolve„, die eher einen falschen, zu stumpfen Eindruck vom Gesamtbild vermitteln.

Zu den eigenen, doch vielschichtigen Songs, präsentieren CHTON noch eine weitere Fassette auf ihrem zweiten Album: Das Abscess-Cover „Ratbag„, das mit seinem punkigen Sound und dem rotzigen Gesang nicht so recht in das restliche Konzept passt. Alleine gesehen, ist diese Interpretation aber verdammt räudig und macht richtig Spaß, sodass sie auch – trotz der Deplatzierung in der Tracklist – ihre Daseinsberechtigung trägt.

So durchdacht, wie die Songs von „The Devil Builds“ sind, so intelligent ist auch die Aufmachung des Albums. Das Layout ist bewusst minimalistisch gehalten. Doch gerade dadurch wirkt es sehr stimmig und aufgeräumt. Schade ist nur, dass bei dem dreiseitigen Digipak kein Booklet mit Texten beiliegt. Doch in Anbetracht, dass Godeater Records das schicke Teil für gerade mal neun Euro unter die Leute haut, ist auch dieser Mangel zu verkraften.

Infos:
Godeater Records – 15.09.2012
Digipak-CD – 10 Lieder / 42:17 Min.

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