Chapel Of Disease – Summoning Black Gods

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Chapel Of Disease - Summoning Black Gods

Neben dem Debüt-Album von Skeletal Remains, war dieses Jahr das erste Full-Length von CHAPEL OF DISEASE wohl der heißersehnteste Longplayer im Death Metal Underground. Nachdem das Tape „Death Evoken“ (Anfang 2012) bereits innerhalb einer Woche nach Release ausverkauft war, und in einem renomierten Kioskblatt vom Chefschreiber zum Demo des Monats erkoren wurde, war das Interesse an der jungen Formation aus Köln immens. Kein Wunder, dass sich viele Leute einen der ersten Auftritte auf dem PartySan Open Air anschauten und dort noch größere Erwartungen in das Debüt ernten konnten. Der Gig war grandios und als weiteren Appetizer servierte man strategisch geschickt den (für Demo-Besitzer bereits bekannten) Song „Nameless City“ in verbessertem Mastering auf der gemeinsamen Split mit Lifeless.

Kann „Summoning Black Gods“ nun dem Druck standhalten? Immerhin ist schon so manches Erstlingswerk an zu hohen Hoffnungen gescheitert. Doch bereits das Coverartwork lässt Gutes erahnen. Ein Studierender der alten Kulte im Vordergrund, ein lovecraftsches Tentakelmonster im Hintergrund. Düster mit stimmigen violett-tönen, die homogen das weitere Booklet durchziehen und zu einem integralen und stimmigen Gesamtbild erheben. Visuell bisher die größte Leistung von CHAPELL OF DISEASE und für mich auch eines der feinsten Artworks des Jahres!

Und ein ähnliches Kompliment kann ich auch nur über die Musik von „Summoning Black Gods“ hinterlassen. Es ist vielleicht nicht die beste Platte von 2012, avanciert mit seinen mitreißenden Songs aber locker unter den besseren Scheiben aus der aktuellen Schwemme des Oldschool Death Metals.
Größter Vorteil für CHAPEL OF DISEASE ist weiterhin, dass sie sich nicht zu sehr an Skandinavien orientieren. Viel mehr stehen frühe Pestilence, Death oder Morgoth als Paten für die Musik. Die Gitarren sind – ähnlich wie bei Skeletal Remains – ein wenig thrashig und sägen wunderschön durch die einzelnen Lieder. In Verbindung mit so manch wunderbar archaischem aber dennoch höchst-prägnanten Riff, entstehen eine ganze Hand voll Hits auf „Summoning Black Gods„. Das Hauptthema des Titeltracks, „Hymnes Of The New Land“ oder das grandiose „Nameless City“ seien nur Beispiele für diese grandiose Arbeit! Besonders „Hymnes Of The New Land“ hat bestes „Leprosy„-Feeling der phantastischen Death.
Weiterhin zieren viele Momente des Doom „Summoning Black Gods“ und verleihen CHAPEL OF DISEASE eine angenehme, weitere Fassette. Das epische „The Loved Dead“ oder „Dead Spheres“ beginnen mega-zäh, bevor sie richtig ausbrechen. „Evocation Of The Father“ erinnert an Asphyx/Derketa und eliminiert mit seinem simplen, aber effektivem Riff wohl jeden Nacken. Der Groove im Midtempo ist schlicht unschlagbar!

Zu den ohnehin anspruchsvollen Songstrukturen, die geschickt zwischen Verspieltheit der Musiker und griffigem Wiederaufgreifen der Hauptthemen jonglieren, sind gerade die kleinen Details äußerst liebevoll. Seien es die verdammt coolen Gitarren-Hooks in „Dead Spheres„, allgemein furiose Soli, die Bassläufe aus „Summoning Black Gods“ oder die verspielten Drum-Sperenzchen in „Descend To The Tomb“ oder „Dead Spheres„, es sind alles kleine Momente in denen man merkt, dass CHAPEL OF DISEASE mit Herz und Seele an ihrer Musik sind und nicht stumpft von anderen kopieren.

Als Ergebnis ist „Nameless City“ wohl einer der besten Death Metal Hits des Jahres! Da verzeiht man der Band gerne, dass der harte Fan den Track nun bereits zum dritten Mal bekommt. Vom Demo, von der Split mit Lifeless und nun vom Album. Gleichermaßen wurden der Titeltrack „Summoning Black Gods„, „Dead Spheres“ und „The Loved Dead“ reanimiert. In Anbetracht der Tatsache, dass das Tape schnell und in limitierter Auflage ausverkauft war, sollte es aber nur eine überschaubare Zahl Fans stören, dass sie die Songs nun mehrfach haben. Außerdem ist die Soundqualität des Albums um Welten besser als das Demo und rechtfertigt so alleine den Neukauf der Lieder.

Auch wenn CHAPEL OF DISEASE vielleicht an der ein oder anderen Stelle noch etwas kompakter sein könnten, sind die Songstrukturen nie zu überladen oder gar verkopft. In diesem angenehmen Fluss aus Eingängigkeit und Verspieltheit, klingen die Lieder häufig wie ein bissiger Höllenhund, der an seiner schweren Leine zerrt. Glücklicherweise hält diese unangenehme Handbremse selten an und Songs wie „Summoning Black Gods“ oder „Hymnes To The New Land“ dürfen sich schnell gehen lassen und alles niedermähen!

Wer bisher noch nicht die Gelegenheit hatte, sich von den Qualitäten von CHAPEL OF DISEASE überzeugen zu lassen, findet „Summoning Black Gods“ sowohl auf CD als auch LP. Und da die Limitierung nicht so streng ist, wie für das Demo oder die Split-7″, gibt es nun auch keine Ausrede mehr, warum man sich nicht mit diesem Leckerbissen für alle Fans von alten Death, Gorguts und Pestilence beschäftigen sollte. Los!

Infos:
FDA Rekotz – 12/2012
CD/LP – 8 Lieder / 44:55 Min.

http://chapel-of-disease.jimdo.com/
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