Skeletal Remains – Beyond The Flesh

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Es ist gar nicht so lange her, dass mich das Demo „Desolate Isolation von SKELETAL REMAINS mächtig beeindruckt hat. Nachdem das Tape im Underground für ordentlich Furore gesorgt hat und den Rico von FDA Rekotz überzeugen konnte, dass diese kleine Perle noch mal neu aufgelegt werden muss, kommt kein halbes Jahr nach der Wiederveröffentlichung des Demos auch schon das Debütalbum der Band. Ein perfekter Zeitpunkt, denn noch ist der Heißhunger auf neues Futter von SKELETAL REMAINS frisch und die Erinnerung an das übermächtige Potential der drei Eigenkompositionen auf „Desolate Isolation“ noch nicht verklungen.

Bestanden jemals Zweifel, dass die junge Band aus Kalifornien ihr Niveau auf Albumlänge nicht halten kann? Wohl kaum! Und somit besticht „Beyond The Flesh“ durchgängig durch räudigen Death Metal, wie er gespielt werden sollte. Für den Käufer des Demo-Tapes ist es ein bisschen bitter, dass die drei Songs „Desolate Isolation„, „Sub-Zero Termination“ und „Traumatic Existance“ erneut reanimiert wurden und somit nur fünf neue Lieder auf dem Debüt-Album zu finden sind. Als kleinen Trost kann man an dieser Stelle die Exklusivität des Pestilence-Covers „Chronic Infection“ auf der Kassette erachten. Denn für die reguläre CD-Version gibt es kein kleines Schmankerl. Die Käufer der LP können sich hingegen auf das grandios umgesetzte „Disincarnated“ der mächtigen Gorguts freuen, das konzeptionell mindestens genau so aussagekräftig den Einflüssen der Band huldigt, wie die vorangegangene Interpretation der niederländischen Urgesteine. Fehlt nur noch Deaths „Born Dead“ und der Kreis schließt sich gänzlich.

Denn „Beyond The Flesh“ macht gnadenlos dort weiter, wo SKELETAL REMAINS mit „Desolate Isolation“ einen appetitanregenden Vorgeschmack hinterlassen haben. Die gute halbe Stunde ihres Debüts enthält just Killer, no Filler – und das ohne Übertreibung! Mit dem richtigen Gespür für unterhaltsames Songwriting und den Wurzeln bei Morgoth, Pestilence, frühen Death und alten Gorguts machen SKELETAL REMAINS Mordsspaß und heben sich von all den anderen Swedeath-Klonen und Autopsy-Whoreshipers ab.
Immerzu nehmen die Lieder interessante Wendungen, meist von richtig intelligenten und mitreißenden Breaks getrieben. Die Soli sind voller Leidenschaft und die Gitarren zuweilen mit obskurem Charme versehen. Zusammengehalten wird alles mit einem unglaublich organischen Groove und genau der Atmosphäre, die Death Metal ausstrahlen sollte, nein, sogar muss!

Mit „Desolate Isolation“ haben SKELETAL REMAINS die eigene Messlatte verdammt hoch gelegt. Und mit „Beyond The Flesh“ konnten sie sogar noch einen drauf setzen. Neben den vom Demo bekannten Liedern, sind „Anthropophagy“ oder „Reconstructive Surgery“ zwei unglaublich mächtige Hits im aktuell ziemlich unpopulären Morrisound-Klanggewand, die das Album alleine schon zu einem ziemlichen Brecher machen. Wer noch – oder im aktuellen Hype auch wieder – einen Plattenspieler besitzt, sollte die paar Euro mehr ausgeben, und sich die LP von „Beyond The Flesh“ leisten. Das Gorguts-Cover ist wirklich verdammt gelungen und steckt beispielsweise die lausige Version von Blood Red Throne im Handumdrehen in die Tasche. Doch auch über diese Ehrerbietung hinaus, ist dieses Album eines der Death Metal-Highlights des Jahres und darf wirklich in keiner Sammlung fehlen!

Infos:
FDA Rekotz – 2.11.2012
CD/LP/Download – 9 Lieder / 38:24 Min.

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